EZB legt mit Ankauf Unternehmensanleihen los

EZB-Ankaufprogramm-


Die Europäische Zentralbank startete das angekündigte Programm zum Ankauf von Unternehmensanleihen. ifo-Chef Clemens Fuest kritisierte die Kriterien zur Berücksichtigung der möglichen Risiken. Faule Unternehmenskredite dürfen nicht der Allgemeinheit aufgebürdet werden.

EZB könne die Risiken nur sehr schlecht einschätzen

EZB Frankfurt
EZB betätigt sich nun als Geschäftsbank

Am Mittwoch startete die Europäische Zentralbank (EZB) wie bereits angekündigt den Ankauf von Unternehmensanleihen (Corporate Sector Purchase Programme – CSPP). Die Notenbank geht dabei nicht den (Um-) Weg über Handelsplattformen, geschweige über Sekundärmärkte, sondern klopft beim „Anleihevertrieb“ der Unternehmen gleich direkt an der Tür.

Die EZB handelt mit ihrem Anleihekaufprogramm wie eine Geschäftsbank. „Die EZB ist nicht dafür ausgerüstet, Risiken von Kreditnehmern einzuschätzen“, so die Kritik des ifo-Chefs Fuest. Rating könnten für die Risikoeinschätzung keinen Ersatz bieten.

Mit den Anleiheankäufen laufe die EZB der Gefahr entgegen, Schrottpapiere von maroden Firmen anzuhäufen. Für Unternehmen in einer Schieflage böte das Kaufprogramm der EZB eine Gelegenheit, die angehäuften Risiken einfach auf die Notenbank abzuwälzen. Die Einschränkung der Ankäufe ausschließlich bereits gehandelter Anleihen (Sekundärmarkt) wäre zwar ein Schritt in Richtung Sicherheiten, aber dies schütze nicht vor dem Erwerb überteuerter Anleihen. Dennoch stellte dies ein wichtiges Signal dar, dass das Anleihekaufprogramm nicht dafür gedacht ist, die Risiken aus „faulen Unternehmenskrediten zu vergemeinschaften“.

Die EZB konkretisierte kurz vor dem Start der Anleihekäufe die Kriterien. Demnach müssten die zugelassenen Emittenten diverse Voraussetzungen erfüllen. Aus dem Programm fielen z.B. die Emittenten heraus, die der Aufsicht durch den Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM) unterliegen, sowie deren Tochterunternehmen. Anleihen von Unternehmen, deren Mutterunternehmen außerhalb der Eurozone angesiedelt sind und der Bankenaufsicht unterliegen, werden vom Ankauf ebenfalls ausgeschlossen.

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