EZB: Die Sparer profitieren von der Geldpolitik der Notenbank

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Die Sparer verlieren real an Geldwert, weil die Zinsen dank der EZB-Geldpolitik weit unter das Inflations-Niveau gedrückt wurden. Doch die Sparer und Menschen mit einer Altersvorsorge seien nicht die Verlierer, es hätte schließlich noch schlimmer kommen können. Daher seien Sparer Profiteure.

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EZB-Logik: Wem das Geld langsamer genommen wird ist kein Verlierer

Eine Deflation würde den Sparern noch mehr wegnehmen

Die deutschen Sparer sind keine Verlierer, weil ihnen nicht so viel genommen wird wie eigentlich möglich wäre. Man nehme dem Bauern nur eine Kartoffel weg statt zwei und prompt hat er einen Vorteil? Dieses etwas ungewöhnliche Beispiel hat eine viel schrägere Darstellung des deutschen Sparers durch das EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure als Hintergrund. Er hält die deutschen Sparer für keine Verlierer, weil sie durch eine Deflation noch viel mehr Verluste erleiden müssten.

In einem Gastkommentar für Handelsblatt (11.11.13) erklärte Coeure die Preisstabilität als eine Grundvoraussetzung, um die Konjunktur wieder zu dauerhaftem Wachstum zu verhelfen. Die EZB senkte den Leitzins auf das historische Tief von 0,25 Prozent. Scharfe Kritik sei besonders aus den Reihen der Banken und Versicherer vernommen worden. Die Absenkung sei ein „fatales Signal an alle Altersvorsorge-Sparer in Deutschland“.

Eine Anhebung der Leitzinsen hätte die Rezession verschärft, den Beginn einer Erholung zeitlich hinausgezögert und die Risiken für deflationäre Entwicklungen erhöht, so das EZB-Direktoriumsmitglied. Höhere Leitzinsen würden dem Sparer nicht helfen sondern schaden und deshalb sei er auch kein Verlierer der EZB-Geldpolitik, so Coeure. Die Bezeichnung einer „kalten Enteignung“ sei nicht „angemessen“.

Der Notenbanker scheint das Wort „Gewinner“ bewußt vermieden zu haben, obwohl es sinngemäß durch „kein Verlierer“ ausgetauscht werden könnte. Darüber hinaus wäre es sehr einfach gewesen, die „kalte Enteignung“ als eine unwahre Behauptung zu begründen, doch das konnte das EZB-Mitglied nicht. Ein Gewinner der EZB-Geldpolitik ist der deutsche Sparer ganz gewiss nicht. Die Darstellung des EZB-Mannes schwebt ebenso in der Definitionslosigkeit wie der Ausdruck „Verlierer“.

Definitiv ist der Sparer der Verlierer, auch wenn es mit einer Deflation noch schlimmer kommen könnte. Wer einen Finger abgehakt bekommt statt zwei „gewinnt“ nicht, sondern ist schlicht einem noch größeren Schaden davon gekommen.

Wo es einen Verlierer gibt, muss es auch mindestens einen Gewinner geben. Diese sind eindeutig die Aktienhändler und Wertpapier-Investoren sowie Banken. Die Kurse steigen bis auf kleinere Einknicke in immer neue Rekordhöhen, dank der EZB-Geldpolitik. Billiges Geld steht den (virtuellen) Finanzmärkten in Hülle und Fülle zur Verfügung. Gleich soviel, dass die Bankeinlagen der Sparer an Bedeutung einbüßen und für deren „Leihgabe“ nur noch einen mickrigen Zins erhalten.

Benoit Coeure ist ein EZB-Mitglied. Welche andere Darstellung als die „suggerierte Gewinnerposition“ des Sparers hätte man von ihm erwarten können?

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