EZB-Chef Draghi verteidigt Geldpolitik vor Kritik deutscher Sparer

Negativzinsen-


EZB-Chef Mario Draghi verteidigt seine Geldpolitik mit überwiegendem Blick auf die deutschen Sparer aufgrund ihrer Notwendigkeit. Eine Zinsanhebung würde der Wirtschaft schaden. Außerdem kommen die privaten Kleinanleger trotz niedriger Zinsen gar nicht so schlecht weg.

Alles was zählt sind die realen Renditen

Sparschwein
Sparbuch-Anleger gehören zu den Verlierern

Zu niedrige Zinsen für Ihre Ersparnisse auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern? EZB-Chef Mario Draghi erklärte der BILD (Donnerstagsausgabe), dass er keine andere Wahl hätte, als die Zinsen auf niedrigem Stand zu halten. Eine Zinserhöhung würde der Wirtschaft im Euroraum Schaden zufügen. Deflation und Rezession wären die Konsequenz. Das anhaltende Zinstief sei daher der richtige Weg.

Das Wirtschaftswachstum sei schleppend und die Inflationsrate auf einem Tiefstand, deshalb seien die Zinsen so niedrig. Mit dem Blick auf die deutschen Sparer riet der den Anlegern, das Geld nicht ausschließlich auf das Sparbuch zu legen. Darüber hinaus sollte auch der Blick auf das Verhältnis zwischen Zinsen und der Inflationsrate geworfen werden, denn „was wirklich zählt ist, was sie an realen Erträgen für ihre Ersparnisse bekommen“, so Draghi zur Zeitung. In den 90-er Jahren seien die realen Erträge aus Zinsen minus Inflation niedriger gewesen als heute. Die Guthaben auf den Sparbüchern erhielten zwar höhere Zinsgutschriften, aber die Inflation lag teils darüber.

Im Zeitraum zwischen 1970 und 1979 erreichte der Anleger mit einem Sparbrief und 4 Jahre Laufzeit eine reale Rendite von 2,2 Prozent durchschnittlich, so das Münchner ifo-Institut. Dann folgten rund 20 Jahre mit realen Renditen in Höhe von bis zu 3,8 Prozent. Im ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende rutschte die Realverzinsung auf 1,7 Prozent ab und danach bis zum Jahr 2015 lag die Rendite bei weniger als 0,5 Prozent.

Wer sein Geld auf ein normales Sparbuch legte, kam wesentlich schlechter davon. Lediglich im Zeitraum zwischen 1980 und 1989 sei der Realzins mit 0,4 Prozent im positiven Bereich gelegen. Mit dem gleichen Bemessungszeitraum ab 1970 mussten die Sparbuchanleger in der restlichen Zeit stets reale Negativ-Renditen verkraften. In den Jahren 2010 bis 2015 lag die Rendite für Sparbücher bei real -0,8 Prozent.

Vorrangig die auf Sicherheit bedachten Sparer können sich getrost auf noch schlechtere Zinszeiten einstellen. Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Der Sparkassenverband wolle zwar alles unternehmen, um Negativzinsen für Privatkunden zu verhindern, aber die Grenzen seien abgesteckt.

Den Niedrigzinsen ein Schnippchen schlagen


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