DIW: Deutsches Privatvermögen geschrumpft statt angewachsen

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Das Nettogeldvermögen der Deutschen ist laut der Deutschen Bundesbank auch im vergangenen Jahr deutlich angestiegen, auf rund 3,4 Billionen Euro. Doch mit Blick auf die vergangenen Jahre sei das Gegenteil eines Vermögenszuwachses festzustellen, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. In den Jahren 2003 bis 2013 sei das reale Vermögen mit Berücksichtigung der Inflation um 15 Prozent gesunken. Womöglich kann aus der vermeintlichen gegensätzlichen Entwicklung die Vermögensverteilung in Deutschland herausgelesen werden.

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Die Institute sind sich uneins – Geldvermögen gestiegen oder gesunken?

Die „Top-Vermögenden“ konnten ihr Vermögen nicht mehr ausbauen

Nach den im Januar 2015 von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zahlen sei das Nettogeldvermögen der Deutschen auf rund 3,4 Billionen Euro angewachsen. Trotz der seit Jahren anhaltenden Euro- und Finankrise häuften die Deutschen ihr Vermögen noch weiter auf. Das DIW kommt mit dem Blick zurück auf das Jahr 2003 zu einem ganz anderen Resultat.

Die Verteilungsforscher des DIW untersuchten die Vermögensentwicklung in Deutschland unter Berücksichtigung der Inflation. Demnach entwickelte sich das Nettovermögen der Privathaushalte in Deutschland mit einem Plus zwischen 2003 und 2013 von 0,4 Prozent (oder 500,- Euro) äußerst schwach. Mit Einberechnung der Inflation kommt das Institut auf einen realen Verlust von beinahe 15 Prozent.

Der Kaufkraftverlust entspricht rund 20.000 Euro pro Haushalt und lt. den DIW-Experten seien die Deutschen aufgrund ihres Sparverhaltens zu einem Großteil selbst schuld. „Viele Menschen investieren ihr Vermögen bevorzugt in risikoarme, dafür aber renditeschwache Anlagen wie Sparbücher, Girokonten, Bausparverträge oder Riesterrenten, die oftmals nicht einmal die Inflation ausgleichen“, so Markus Grabka, einer der Autoren dieser Studie.

In den Zeiträumen 2002 bis 2007 und 2007 bis 2012 haben jeweils 40 Prozent der Erwachsenen real Vermögen verloren. Unveränderte Vermögensverhältnisse konnte rund ein Achtel vorweisen und fast 45 Prozent konnten ihr Vermögen steigern.

Die Diskrepanz der Studienergebnisse zur den Feststellung der Deutschen Bundesbank ist nicht zu übersehen. Die „Ergebnisse widersprechen den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen“, so das DIW. Für die Jahre 2003 bis 2013 weist diese Gesamtrechnung einen realen Vermögensanstieg von 20 Prozent aus. Die „höchsten Vermögen“ in Deutschland seien aber in den Jahren 2007 bis 2012 nahezu konstant geblieben. Über die Entwicklung der „Top-Vermögen“ zwischen 2003 und 2007 ließ sich das DIW nicht aus.

Wahrscheinlicher ist, dass die VGR zu anderen Ergebnissen kommen, weil sie – neben weiteren methodischen Unterschieden bei der Erfassung von Vermögen – vor allem den Wert von Gebäuden anders berechnen. Den VGR zufolge sind diese von 2003 bis 2013 real um knapp 19 Prozent gestiegen. Dass sie aber eher gesunken sind, darauf deuten neben den EVS- und SOEP-Stichproben auch andere Quellen hin. So weist der Preisindex des Statistischen Bundesamtes für bestehende Wohnimmobilien für den Zeitraum von 2000 bis 2010 ebenfalls rückläufige Werte aus.





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