Mittwoch, den 14. November 2018

Deutsche Bankenlandschaft schrumpft – Filialsterben setzt sich fort

Banking


Der Schrumpfungsprozess der Bankenlandschaft in der Bundesrepublik setzte sich auch im Jahr 2015 fort. Einige Kreditinstitute verschwanden von der Bildfläche und noch mehr Filialen schlossen die Pforten.

Banken

Großbanken, Sparkassen und Raiffeisenbanken treten den Filial-Rückzug an

Kostensenkung für Profitmaximierung – Filialsterben

Im Jahr 2015 verschwanden im Bundesgebiet 30 Kreditinstitute. Zum Jahresende zählte die deutsche Bankenlandschaft noch 1.960 Geldhäuser. Der Rückgang der Kreditinstitute entpricht somit 1,5 Prozent (1,9% 2014). Mit der anhaltenden Schrumpfung der „Bankenvielfalt“ sank auch die Anzahl der Kundenfilialen und zwar um deutlichere 3,6 Prozent, wie die Bundesbank am Mittwoch mitteilte. Zum vergangenen Jahreswechsel hatte die Kundschaft Zugang zu noch 34.045 Zweigstellen.

Für die Bundesbank sind dies keine alarmierende Zeichen, im Gegenteil. „Wir begrüßen diese Entwicklung, sofern sie eine angemessene und nachhaltige Ertragskraft der Banken und Sparkassen stärkt und dazu beiträgt, die Filialnetze an ein verändertes Kundenverhalten anzupassen“, so der für den Bereich Banken und Finanzaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Dr. Andreas Dombret.

Der Rückgang um 30 Banken setzt sich zusammen aus 55 Abgängen und 25 Zugängen. Von den Abgängen betrafen 26 entweder einen Zusammenschluss von Geldhäusern oder die Geschäftsaufgabe im genossenschaftlichen Sektor. Die Anzahl der Kreditbanken sank im Jahr 2015 um ein Institut auf 390 ab.

Betrachtet man sich allerdings den Verlauf der vergangenen zehn Jahre, kann durchaus von einem „Filialsterben“ gesprochen werden. Pro Jahr verschwanden im Schnitt 1.000 Filialen von der Bildfläche.

Die Profitabilität des Bundesbank-Vorstandes Dombret ist die allerdings die womögliche Arbeitslosigkeit des auf die Straße gesetzten Filialmitarbeiters. Eine Profitmaximierung bezieht den größten Kostenfaktor – Löhne und Gehälter – naturgemäß mit ein.

Das Verschlanken des Filialnetzes ist keine Domäne der großen Investment-Banken mit einer Privatkunden-Abteilung, sondern über das gesamte Bankenspektrum hinweg zu beobachten. Die Großbanken und Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken schenken sich nichts. Der Schrumpfungsprozess bei den Zweigstellen schreitet annähernd gleichmäßig über die gesamte Ebene fort.

Weniger Filialen – Längere Wege oder Umstieg ins Online-Banking

Für die Kunden der Banken bedeutet das Verschwinden der nächsten Bankfiliale entweder einen längeren Weg, den Wechsel der Hausbank, oder den vollständigen Umstieg ins Online-Banking. Bequem, aber trotz ansteigender Internet-Nutzerzahlen noch längst nicht „Jedermanns Sache“.

Eine dauerhafte Niedrigzins-Phase könnte den aus Kostengründen motivierten Prozess noch beschleunigen. Schon seit Jahren locken die Kreditinstitute mit besonders günstigen Konditionen, wenn das Girokonto, das Tagesgeldkonto oder die Festgeldanlage ausschließlich über Internetbanking geführt wird. Eine besondere Ausnahme stellten u.a. einige Sparkassen dar. Sie boten ihre Girokonten an Privatkunden auch per Online-Banking an, deklarierten dieses Angebot allerdings als „besondere Extraleistung“ und verlangten ein entsprechendes Entgelt.

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