Anleihen: Bund verdient Geld mit Kreditaufnahme

Finanzmärkte-


Der Bund verdient erstmals mit der Aufnahme von Krediten Geld. Die Finanzagentur gab die 10-jährige Anleihe zu einem Zinssatz von -0,05 Prozent heraus. Der Finanzminister freut sich, der Sparer wohl kaum.

„Außergewöhnliche“ Resultate der EZB-Geldpolitik

Gewinne
Bund mach Reibach, Sparer haben das Nachsehen

Die Banken- und Finanzkrise trägt seltsame Blüten und die Europäische Zentralbank (EZB) trägt dazu bei, dass dieses seltsame Gewächs auch prächtig gedeiht.

Die Finanzagentur handelte am Mittwoch erstmals mit zehnjährigen Anleihen, die dem abnehmenden Investoren Geld kosten und nicht dem Bund. Nicht der Anleger erhält eine Rendite, sondern der Fiskus. Die zehnjährigen Papiere gingen mit einer Rendite von -0,05% über den Ladentisch.

Staaten leihen sich Geld, indem sie Anleihen herausgeben und dem Abnehmer einen Zins bezahlen. Der Bund nahm nun einen Kredit bei den Investoren auf und erhält dafür einen Aufschlag. „Verkehrte Finanzwelt“.

Vier Milliarden Euro zog die Finanzagentur mit der Herausgabe der „Minus-Anleihen“ an Land. Per anno kommen somit 2 Millionen Euro rein. Ein Resultat aus der Kombination Niedrigzinspolitik der EZB, den gestiegenen Verunsicherungen in den Finanzmärkten und die nach sicheren Häfen suchenden Investoren.

Die EZB lässt Monat für Monat 80 Milliarden Euro auf die Finanzmärkte hinunter prasseln. Bei den gegenwärtigen Leitzinsen „kostet das Geld“ auch nichts. Das Kapital quillt aus allen Ritzen und Löchern heraus, doch wohin damit? Das Parken von Kapital bei der EZB kostet den Banken einen Strafzins von derzeit -0,40 Prozent. Ein teurer Spaß. Da kommt das Angebot der Bundesfinanzagentur mit -0,05 Prozent geradezu als Schnäppchen daher und das für 10 Jahre garantiert.

Für die normal sterblichen Sparer wird es dagegen immer enger, ganz besonders für die langfristig ausgelegte Altersvorsorge. Renten- und Lebensversicherer sind (noch) dazu angehalten, in risikoarmen Anlagen zu investieren und dazu zählt auch die Anleihe der Bundesrepublik.

Der Bund verdient nun Geld mit der Herausgabe seiner Papiere. Werden die Zinsverluste der normalen Sparer nun wenigstens mit Teilen der Gewinne etwas kompensiert? Wohl kaum.

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