Anlagestrategie: Mehrheit der Sparer sieht keinen Anpassungsgrund

Sparerverhalten Deutschland-


Die Renditen und Zinsen für Sparanlagen sind offenbar noch nicht niedrig genug, um wenigstens die Mehrheit der deutschen Anleger dazu zu motivieren, das eigene Geld in aussichtsreichere Anlagen zu investieren. Nur die Minderheit sieht sich veranlasst, die Anlagestrategie zu anzupassen.

Nur ein Drittel der Sparer will Anlageverhalten anpassen

Sparverhalten
Das genügsame Sparerverhalten des Bundesbürgers
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Angesichts der bereits seit vielen Monaten anhaltenden Niedrigzinsen und bei gleichzeitig moderater sowie immerhin noch stabiler Inflationsrate um die 2%, sollte eigentlich das Gefühl aufkommen, dass die Felle kräftig am davon Schwimmen sind. Läuft z.B. eine festverzinsliche Anlage bereits seit mehreren Jahren, liegen die Realrenditen meist noch im positiven Bereich. Nicht jedoch bei Tagesgeldanlagen oder neu angelegten Festgeldkonten im kurz- bis inzwischen mittelfristigen Laufzeiten.

Die erste Vermutung kann trügerisch sein
Ein erster Gedanke läge nahe, die Schäfchen dennoch im Trockenen wissen zu wollen und so rasch wie möglich die Anlagestrategie an die gegebenen Bedingungen anzupassen. Jedoch nicht in Deutschland, zumindest was die Mehrheit der Anleger und Sparer betrifft. Diese fühlen sich offensichtlich noch nicht dazu veranlasst, das Anlegerverhalten zu ändern, um im Bezug auf reale Renditen auf einen grünen Zweig zu kommen.

Die Mehrheit der Bundesbürger lässt die Sparanlage wie sie ist
Die Bank of Scotland hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa dazu beauftragt, die Verbraucher nach ihrem Sparverhalten und die Bereitschaft, die Anlagestrategie zu wechseln, befragt. Demnach sind sich im Schnitt durchaus 35 Prozent der Anleger darüber im Klaren, dass ihre derzeitige Anlage unter dem anhaltenden tiefen Zinsniveau leidet und das Anlageverhalten entsprechend angepasst wird.

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt zeigen die Sparer in Baden-Württemberg mit 49% die größte Bereitschaft („Flexibilität“), das Kapital den Gegebenheiten entsprechend anders anzulegen. Den geringsten Anpassungswillen zeigen die Anleger in Sachsen-Anhalt (26%).

Aus umgekehrter Sicht zeigt sich mit 54% die Mehrheit der Befragten nicht dazu veranlasst, die Strategie für eine Geldanlage wechseln.

Von den Wechselbereiten will rund ein Drittel (35%) das Geld in eine andere Anlage investieren. 23% werden an der Sparform keine Veränderungen vornehmen, aber den Anbieter aufgrund besserer Konditionen wechseln. Ebenfalls 23% der befragten Bundesbürger werden sich eine Immobilie zulegen oder in eine bereits existierende Geld für Modernisierungsmaßnahmen hinein stecken.

Einen völlig neuen Kurs werden 22 Prozent der änderungsbereiten Anleger eingehen. Statt den Anbieter oder die Strategie zu wechseln, wird diese Gruppe künftig weniger Geld auf die hohe Kante legen und dafür mehr konsumieren (Mehrfachnennungen möglich).

Sparer die ihre Anlagestrategie ändern wollen

Position Bundesland Anteil der
Strategie-Wechlser
in %
   Position Bundesland Anteil der
Strategie-Wechlser
in %
1 Baden-Württemberg 49 9 Hessen 34
2 Sachsen 44 19 Mecklenburg-Vorpommern 33
3 Saarland 41 10 Bayern 33
4 Rheinland-Pfalz 39 12 Hamburg 32
5 Schleswig-Holstein 37 13 Thüringen 30
5 Niedersachsen 37 13 Bremen 30
7 Berlin 35 15 Nordrhein-Westfalen 27
7 Brandenburg 35 16 Sachsen-Anhalt 26

Quelle: Bank of Scotland / Forsa
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die bevölkerungsrepräsentative Umfrage zum Einfluss der Zinsen auf das Sparverhalten im Auftrag der Bank of Scotland im Zeitraum 31. Oktober bis
16. November 2012 durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 1.673 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren.



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