Anlagen-Risiken erkennen: Das eigene Finanzwissen erweitern

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Negative Renditen durch herkömmliche Sparanlagen verführen viele Privatanleger zum Griff nach alternativen Finanzprodukten. Eine Entscheidung die offensichtlich häufig mit verschlossen Augen und mangels Finanzwissen getroffen wurde.

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Wenn die Renditen locken: Erst da Wissen über Finanzthemen und Risiken erweitern

Der Ausstieg aus klassischen Sparanlagen bedarf Grundkenntnisse

Das Risikomanagement in einem Unternehmen entscheidet über Überleben oder Untergang. Manchmal hilft auch eine gute Portion Glück über die Runden, aber ein zuverlässigerer Garant für eine rosige Zukunft ist in der eigenen Bildung und Eigenverantwortung zu finden. Eine gutes Stück mehr davon täte auch Privatanlegern gut, die sich teils blauäugig ohne einer Ausstattung wenigstens fundamentaler Kenntnisse in „fantastische“ Geldanlagen stürzen.

Unzählige Millionen Euro von Privatanlegern sind bereits durch die Insolvenzen von Fondsverwaltern und Emittenten diverser Anlagen förmlich in den Wind geschossen worden. Der jüngste größere Fall in Zusammenhang mit dem Windkraft-Finanzierer Prokon ist lediglich ein Beispiel zahlreicher Pleitegänge, jedoch mit einem beachtlichen Anlagevolumen von 1,4 Milliarden Euro.

Die meisten Totalverluste der Privatanleger haben jedoch gemeinsam, dass die in Aussicht gestellten Renditen mehr als deutlich über das derzeit aktuelle Zinsniveau in den Finanzmärkten lagen und die Anleger ohne Hinterfragung der Realisierung solcher „Traum-Renditen“ unbekümmert zugriffen.

Der Fall Prokon und die drohenden Totalverluste zu den erworbenen Genussscheinen veranlasste nun die Politik dazu, über einen erweiterten Verbraucherschutz nachzudenken. Die Privatanleger müssen gegen dubiose Finanzprodukte geschützt werden, so die Devise. Besonders pikant ist jedoch der Hinblick auf den geplanten Einlagenzugriff der Sparer im Rahmen der gegenwärtig geplanten Bankenabwicklung sowie die inzwischen von der Bundesbank favorisierte Zwangsabgabe aus dem Netto-Vermögen der Bürger. Wer schützt hier den Anleger?

Privatanleger brauchen mehr Wissen über Finanzprodukte

Die Forderungen nach mehr Regulierung zum Schutze der Privatanleger mehren sich, dabei geht das Thema am eigentlichen Problem vorbei. Nicht die Regulierung müsse ausgeweitet werden, sondern die Allgemeinbildung der Bürger zum Thema Finanzen, so die Auffassung des instituts für finanzdienstleistungen Hamburg.

Es ginge nicht darum, den Privatanlegern ein mehrjähriges Studium mit Diplom-Abschluss aufzuzwingen, sondern vielmehr um die Vermittlung elementarer Grundkenntnisse. Dazu gehörte bereits die einfach Faustformel: „Je höher die Renditen, desto höher die Risiken“.

Alleine das Wissen um das Zusammenspiel zwischen Zinsen und Risiken ermöglicht dem Anleger, die ihm vorgelegten Finanzprodukte in einem groben Rahmen zu bewerten.

Eine Mitte 2012 von ING an TNS beauftragte Umfrage brachte den Kenntnisstand der Deutschen zum Thema Finanzen zu Tage. Die Sparer zeigten demnach durchaus Stärken in den klassischen Anlageformen wie Sparbücher und Tagesgeldkonten. Tiefe Wissenslücken wurden jedoch beim Anlage-Typ Anleihen aufgedeckt. Offenbar endet bei sehr vielen Privatanlegern der „Finanz-Horizont“ genau an dem Punkt, wo die spekulativen Finanzprodukte beginnen.

Der deutsche Sparer liebt die Sicherheiten. Dazu zählen auch „sichere Zinsen“ vom Sparbuch. Derzeit bringt ein solches Finanzprodukt angesichts der Finanzmarktlage jedoch ebenso sichere Verluste ein. Die Renditen sind weit niedriger als die gegenwärtige Inflationsrate.

Unverständlich wenn ein Nichtschwimmer ohne angelegte Rettungsweste mit dem Schlauchboot auf das offene Meer hinaus fährt, mit dem Ziel den in Aussicht gestellten „fetten Fisch“ zu fangen. Dennoch verhalten sich offenbar zahlreiche Privatanleger eben genau nach diesem Schema.

Eine weitere Regulierung der Finanzprodukte würde im besten Fall die ungenießbaren und giftigen Fische aussortieren, jedoch nicht die Anleger dazu bewegen, sich die sichernde Schwimmweste anzulegen. Ein Nichtschwimmer kennt die einfachen aber präsenten Risiken der Untiefen. Privatanleger sollten sich dieses Minimalwissen ebenfalls aneignen.

Wer auch in Zukunft positive Renditen erwirtschaften möchte, dem wird ohnehin nichts anderes übrig bleiben, als seinen Wissensstand über Finanzen und Risikobestandteile ein wenig aufzupolieren. Die Zeiten der risikolosen Gewinne sind vorbei.

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