Montag, den 15. Oktober 2018

Börsengang mit Cannabis für Oktober geplant

Börse

Cannabis

In Kopenhagen geht das erste Cannabis-Unternehmen in Europa an die Börse

In Dänemark sind seit Anfang 2018 sowohl Produktion wie auch der medizinische Einsatz von Cannabis legal. Das Unternehmen StenoCare ist das erste Cannabis-Unternehmen in Europa, das nun seinen Börsengang für Oktober anstrebt. Die Spezialität des Unternehmens ist Cannabis-Öl. Das Unternehmen wurde erst im vergangenen Jahr gegründet. Beim Börsengang rechnen die Firmengründer mit 2,5 Millionen Euro Kapital durch Anleger. Dieses Geld soll dazu dienen, den eigenen Cannabis-Anbau zu forcieren. Damit will das Unternehmen die Versorgung von Dänemark und anderer europäischer Länder sicherstellen.

Kapital für eigene Cannabis-Produktion

Cannabis

In einigen europäischen Ländern
können Patienten Cannabis ganz
legal auf Rezept beziehen,
beispielsweise als Schmerzmittel
bei Multipler Sklerose

Das Unternehmen befürchtet Lieferengpässe und um die Nachfrage zu decken, ist die eigene Produktion notwendig. Zurzeit ist der kanadische Hersteller CannTrust Lieferant von StenoCare. Seit Anfang 2018 darf Cannabis in Dänemark beispielsweise zur Schmerzlinderung bei chronisch kranken Patienten mit Multipler Sklerose eingesetzt werden. In anderen europäischen Ländern darf die Substanz mittlerweile ebenfalls auf Rezept legal bezogen werden, dazu gehört neben Großbritannien und Italien auch Deutschland. Das Unternehmen sowie die Investoren sehen ein wachsendes Interesse und damit enorme Marktchancen für die Cannabis-Produkte. Um an die Börse zu gehen, muss das Unternehmen zahlreiche Voraussetzungen erfüllen. Es muss beispielsweise Prospekte drucken lassen, die sogenannten Wertpapierprospekte.

Was steht in den Wertpapierprospekten?

Für Wertpapierprospekte gibt es einige vorgeschriebene Informationen und einige Informationen, die die Unternehmen freiwillig veröffentlichen können. Für spezielle Emittenten oder wenn ein Unternehmen Fremdkapital aufnehmen muss, gelten davon abweichende Regelungen.

Zu den vorgeschriebenen Informationen zählen die Konzernabschlüsse der letzten drei Konzerngeschäftsjahre, die nach internationalen Buchhaltungsstandards erstellt sein müssen. Viele Unternehmen müssen dazu ihre Rechnungslegung komplett umstellen. Die BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – möchte zumindest den letzten Jahresabschluss im Prospekt sehen. Wurden die veröffentlichten Finanzinformationen einer prüferischen Durchsicht unterzogen oder kontrolliert, so ist es notwendig, die Review-Bescheinigung oder den erteilten Bestätigungsvermerk im Prospekt anzugeben.

Dänische Kronen

Umgerechnet hat das Unternehmen
nach dem Börsengang einen
Unternehmenswert von acht
Millionen Euro.

Gewinnprognosen und -schätzungen geben – innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen – die Schätzungen für eine laufende oder künftige Periode wieder. Gewinnschätzungen gelten dabei für eine abgelaufene Periode, deren Ergebnis noch nicht veröffentlicht ist. Stehen Gewinnprognosen und Gewinnschätzungen im Flyer, muss dazu auch das Prüfungsurteil eines Wirtschaftsprüfers abgedruckt werden. Das IDW – Institut der Wirtschaftsprüfer – hat dazu Einzelheiten in einem Rechnungslegungshinweis veröffentlicht.

Kommt es zu Veränderungen der Finanz- und Ertragslage des Unternehmens, sind diese im Prospekt darzulegen. Diese sind dann Bestandteil der „Management Discussion and Analysis“ (MD&A). Dazu kann es auch erforderlich sein, die Ursachen für die wesentlichen Veränderungen aufzuführen. Was zusätzlich in der MD&A stehen muss, lässt sich im Gabler Wirtschaftslexikon nachlesen.

Wachsendes Interesse an Cannabis-Produkten

Sowohl Investoren als auch das Unternehmen StenoCare sehen ein wachsendes Interesse in Bezug auf Cannabis-Produkte. Coca-Cola teilte ebenfalls mit, die Entwicklung des Marktes mit Getränken, die mit Marihuana versetzt sind, genau zu verfolgen. Die Aktie von StenoCare soll am 26. Oktober 2018 starten. Der Ausgabepreis der Aktie liegt bei 8,80 Kronen, das sind umgerechnet 1,18 Euro. Damit soll das Unternehmen durch den Börsengang einen Unternehmenswert von umgerechnet acht Millionen Euro erzielen.




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