Zwangssparen als Altersvorsorge wird von Mehrheit abgelehnt

Altersvorsorge Alternativen-


„Freiwilliges Zwangssparen“ als Ersatz für die freiwillige Altersvorsorge, wie z.B. die private Rentenversicherung oder die Riester-Variante, könnten sich eine Vielzahl der deutschen Bürger durchaus vorstellen. Dennoch lehnt die deutliche Mehrheit eine Zwangs-Sparmaßnahme ab.

Verunsicherung zu Riester-Renten trägt die ersten Blüten

Zwangs-Sparen
Riestern oder Zwangssparen?
Bild: Petra Bork / pixelio.de

Das Ergebnis der Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, ist eindeutig. Die verpflichtende Zusatzvorsorge über den Staat wird von der Mehrheit der Befragten abgelehnt.

Im Hintergrund der Umfrage steckt die große Verunsicherung der Bevölkerung zur Altersvorsorgeform der Riesterrente. Obwohl die einzelnen Varianten einer Riester-Vorsorge große Unterschiede aufweisen, wird diese Altersvorsorge in der Regel „in einen Topf geworfen“ und nicht differenziert betrachtet. Die befragten Bürger halten die Riester-Rente für nur geringfügig sicherer als die gesetzliche Rente, die ohnehin bereits von der Mehrheit als eine unsichere Alterssicherung empfunden wird.

Mit 44 Prozent gibt knapp die Hälfte der Befragten an, über die Riesterrente bereits negative Berichterstattungen gelesen oder gesehen zu haben. Die geringe Rendite blieb als Negativmerkmal bei den meisten Befragten (27 Prozent) in Erinnerung. Danach folgen die meist hohen Gebühren und Kosten zu einem Riestervertrag.

Dennoch blieb bei über einem Fünftel die Lücke, sich überhaupt an einen konkreten Vorwurf erinnern zu können. Dafür empfinden 80 Prozent der Bürger die allgemeine Kritik als pauschal gegen die Riesterrente gerichtet. Ein negatives Image, das dazu verleitete, dass viele Menschen ihre Riesterrente stilllegten oder erst gar nicht in Erwägung zögen, so Wolfram Erling, Leiter der Zukunftsvorsorge bei Union Investment. Das System würde jedoch funktionieren und mit einer „guten Riester-Rente“ könne man ein großes Polster für die Ruhestandszeit aufbauen, betonte Erling.

Bis heute gäbe es mehr als 1.800 unterschiedliche Anbieter, die eine zertifizierte Riester-Rente anbieten. „Würde man beispielsweise Waschmaschinen von so vielen Herstellern untersuchen, würde sicherlich auch hier ein Teil der Produkte nicht gut abschneiden. Es käme allerdings niemand auf die Idee zu sagen, man solle das Waschen am besten ganz lassen“, erklärt Erling. Mit der Vielfalt aus Banksparpläne, Rentenversicherung, Fondssparpläne oder Baudarlehen gäbe es neben guten eben auch durchaus schlechte Angebote. Anleger sollten sich vorher informieren, denn ein gutes Riester-Angebot lohnt sich, so Erling.

Zwangs-Sparabgabe als Zusatzrente wird abgelehnt

Manche Kritiker zur Riester-Rente schlugen eine staatliche Zusatzvorsorge vor, die praktisch eine verpflichtende Abgabe für eine Vermögensbildung darstellt. Solch ein System wird jedoch von 60 Prozent der Befragten als schlechter angesehen, als die derzeitige Regelung einer freiwilligen Altersvorsorge. Lediglich 36 Prozent würden eine verpflichtende Zusatzrente befürworten. Dass eine solche Zwangsabgabe mit dem Staat als Verwalter auch die Altersarmut nicht wirksam eindämmen könnte, davon sind 67 Prozent überzeugt. Lediglich 29 Prozent erkennen in diesem Weg ein Mittel, mit der das Armutsproblem bekämpft werden könnte.

Besser die Gründe klären, statt Flickwerk zu verrichten

Warum Welt Online (Freitag) das Ergebnis der Umfrage von der anderen Seite betrachtete und die „große Anzahl der Befürworter“ hervor hob und dabei die mehrheitliche Ablehnung beinahe ausblendete, sei dahin gestellt. Diesbezüglich wäre es eher angeraten, der durchaus hohen Anzahl derer, die eine „Zwangs-Sparabgabe“ für nützlich hielten, mit etwas Aufklärung entgegen zu treten. Ein Ansatz würde bereits die Schilderung über die Gründe zum vermeintlich zwingend sinkenden Rentenniveau sein.

Die gesetzliche Rentenversicherung, wenn auch vom System her durchaus unterschiedlich, entspricht nichts Anderem als eine „erzwungene Abgabe“ für ein Leistungsversprechen, welches durchaus angezweifelt werden kann. Den Staat als „obersten Fondsverwalter“ für eine zusätzliche „Sparabgabe“ zu ernennen, würde den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Die immer lauter werdenden Stimmen wie „Veruntreuung der Gelder in den Rentenkassen“ haben durchaus ihre existenten Wurzeln.

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.