Zinszusatzreserve: BdV sieht in Versicherungsbranche den Schuldigen

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Der Bund der Versicherten e.V. begrüßt die Neuregelung der Zinszusatzreserve, da sie Versicherungskunden vor Insolvenzen in der Versicherungsbranche schützt. Den Schuldigen für das Dilemma sieht der Bund in den Lebensversicherungen selbst. Diese haben sich völlig verkalkuliert.

Politik hat bisher nur der Branche geholfen

Renteneintritt
Kunden büßen für Fehler der Branche

Die Neuregelung der Zinszusatzreserve (ZZR) zugunsten der Lebensversicherer wurde vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begrüßt, der ohnehin diese nun umgesetzte Entlastung der Unternehmen von der Bundesregierung längst einforderte. Der Versicherungsverband sieht in der neuen Berechnungsformel auch einen Vorteil für die Kunden.

Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) sieht zwar durch die Neuregelung der Zinszusatzreserve auch einen Vorteil für die Kunden, aber nur deshalb, weil mit der Gesetzesänderung das von den Unternehmen selbst verschuldete Dilemma abgemildert wurde. Die Lebensversicherungsunternehmen erhielten erneut Hilfe, um den Reserveanforderungen formal zu genügen. Ohne die Anpassung der Berechnungsformel hätten die Unternehmen diesen Anforderungen womöglich nicht mehr nachkommen können, so der BdV.

„So müssen die Kundinnen und Kunden nicht ad hoc wegen der Kalkulationsfehler der Versicherungsunternehmen noch deutlichere Einbußen hinnehmen“, argumentierte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV.

Mit der Hilfestellung für die Versicherungsbranche dürfe es nun nicht belassen werden. Der BdV fordert nun auch Maßnahmen zur Hilfe für die Versicherungskunden.

Die Politik müsse nun endlich die Versicherten ernstnehmen und nicht nur die Branche. „Ohne Not sind die Versicherer wie Hasardeure in ungewisse Verpflichtungen gegangen„, so Axel Kleinlein. Dabei hätte die Branche lediglich das Beispiel von Japan in den 90er Jahren nehmen können, um zu erkennen, „wie hochgradig riskant das Kalkulationsgebaren der deutschen Lebensversicherer damals war.“

Die Versicherungsunternehmen haben sich verkalkuliert

In den vergangenen Jahren bewahrte die Politik die Versicherungsbranche vor Insolvenzen aufgrund von Kalkulationsfehlern. Die Zinszusatzreserve wurde im Jahr 2011 wegen der aufkommenden Niedrigzinsphase zugunsten der Versicherungswirtschaft eingeführt. Es folgte im Jahr 2014 die Möglichkeit der Versicherungsunternehmen, die Überschussbeteiligung massiv zu kürzen.


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