Zahl der Sozialhilfeempfänger im Alter in 2015 deutlich angestiegen

Existenzsicherung-


Die Anzahl der Empfänger der Grundsicherung stieg bis Ende 2015 in der Bundesrepublik deutlich an. Die Zahl „Sozialhilfeempfänger im Alter“ stieg auf über 530.000 Menschen an. Das bereits 15 Jahre vor 2030 und dem Rentenniveau von 43 Prozent.

Renteneintritt

Zahlen erfassen lediglich die Leistungsempfänger, nicht die Leistungsberechtigten

Immer mehr verarmte Rentner in der Bundesrepublik

In der Bundesrepublik stieg im Dezember 2015 die Anzahl der Menschen mit Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gegenüber dem Dezember 2014 um 3,5 Prozent an. Ende des vergangenen Jahres bezogen 1.038.000 Menschen ab 18 Jahren Sozialhilfe nach 4. Kapital des Zwölften Buches Sozialgesetz (SGB XII), wie das Statistikbehörde Destatis am Dienstag mitteilte.

Etwas mehr als die Hälfte (51,6%, bzw. 535.610 Menschen) der Leistungsempfänger von Grundsicherung hatte die Altersgrenze erreicht oder überschritten und bezogen somit die Grundsicherung im Alter („Rentner-Sozialhilfe“).

Im Jahr 2003 erhielten insg. 438.831 Menschen Leistungen der Grundsicherung. Ende 2015 waren es 1.038.008 Menschen in der Bundesrepublik.

Von den rund 502.000 Menschen mit Bezügen der Erwerbsminderungsrente waren im erwerbsfähigen Alter, über 18 Jahre und aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage, in einem absehbaren Zeitraum täglich drei Stunden einer Erwerbstätigkeit nachzugehen („abstrakte Verweisung*“).

Entwicklung Grundsicherung

Die erfassten Zahlen drücken lediglich die Leistungsempfänger der Grundsicherung aus, nicht aber die Leistungsberechtigten. Viel Menschen beziehen keine Sozialhilfe aus Scham, „Sturheit“, Stolz oder reiner Unwissenheit.

Im Jahr 1990 lag das Rentenniveau bei 55 Prozent des letzten Einkommens, im Jahr 2003 bei 52,9 Prozent. Im Anschluss trat die rot-grüne Agenda 2010 in Kraft. Das Resultat: Das Rentenniveau sank bis 2015 auf 47,5 Prozent ab. Das Ziel: Im Jahr 2030 soll ein Niveau von nur noch 43 Prozent erreicht werden. Besonders pikant: Walter Riester, ehemaliger SPD- Bundesarbeitsminister und aktiv an der Schaffung von Agenda 2010 beteiligt, forderte nun eine Anhebung des Rentenniveaus.


*Die abstrakte Verweisung fordert eine alternative Erwerbstätigkeit, auch wenn diese wesentlich geringer als die eigentliche Berufsausübung vergütet wird. Bevor der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente festgestellt wird, erfolgt eine Prüfung, ob der Antragssteller ggfs. doch noch einer „minderen“ Tätigkeit für mind. 3 Stunden pro Tag nachgehen kann. Schutz bietet z.B. die Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier steht einzig der „offizielle Beruf“ im Fokus. Kann dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden, erhält der Versicherungsnehmer die vereinbarten Rentenleistungen. Auf eine „abstrakte Verweisung“ wird in aller Regel verzichtet.

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