Vorsorge: Spekulation auf Einkommen durch Erbschaft ist hoch riskant

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Oma und Opa haben ein ansehnliches Vermögen angespart und Enkel sowie Enkelkinder spekulieren auf eine sprudelnde Altersvorsorge durch eine Erbschaft. Diese theoretische Versorgung im Ruhestand funktioniert nur in seltenen Fällen. Die Risiken überwiegen zu sehr, um eine eigene private Vorsorge vernachlässigen zu können.

Erbschaft

Die Spekulation auf Erbschaft gehört in den Bereich der „Hochrisiko-Anlagen“

Die erhoffte Erbschaft kann wegen Eigenbedarf wegschmelzen

Die moralische Einstellung, sich auf die faule Haut zu legen, um auf „Omas Ableben“ zu warten, dürfte zum Glück nur relativ selten vorkommen. Doch die Erwartungshaltung, im Alter von der Hinterlassenschaft der Eltern oder Großeltern profitieren zu können, scheint dennoch vor allem junge Menschen zu einer gewissen Sorglosigkeit zu verleiten. Mit 27 Prozent der jungen Berufstätigen zwischen 16 und 29 Jahren rechnet mehr als ein Viertel mit einer deutlichen Aufstockung der Altersvorsorge durch eine Erbschaft. Bei den 30- bis 49-Jährigen ist die Erwartungshaltung bei einem Anteil von 26 Prozent nur geringfügig weniger ausgeprägt. Dieses Ergebnis beschreibt eine von der Postbank beauftragte Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Die Arbeitnehmer in der Altersstufe ab 50 Jahre zeigten sich wesentlich zurückhaltender. Lediglich 12 Prozent erwarten einen Geldsegen aus der Erbschaft von der älteren Generation in der Familie.

Die Spekulation auf die Erbschaft als Altersvorsorge ist jedoch sehr riskant und keinesfalls sicher gestellt. Alleine die Tatsache, dass nur 10 Prozent aller Deutschen ab 16 Jahren eine Erbschaft machten, die sich bedeutend auf die Altersvorsorge auswirkten, zeigt den geringen Anteil der Profiteure.

Das einfache Abwarten auf die Erbschaft für das Halten des Lebensstandards im Ruhestand ist ein sehr bequemer Weg, aber unverantwortlich, so Ralf Palm von der Postbank. Eine Spekulation auf einen „höchst unsicheren Ertrag“.

Zwei Faktoren können den Traum eines Erbschafts-Segen zunichte machen

Faktor Zeit. Während festverzinsliche Geldanlagen und Rentenversicherungen ein definiertes Auszahlungsdatum vorweisen können, ist der Zeitpunkt einer Erbschaft höchst ungewiss. Darüber hinaus werden die Menschen in Deutschland immer Älter. Die Lebenserwartung steigt beständig an. Bereits heute erreicht jeder zweite Mann mindestens das 80. Lebensjahr, die Hälfte aller Frauen sogar das 85. Lebensjahr. Sollte man einst als „Erbschafts-Spekulant“ feststellen, dass die Zeit davon läuft, müssten als Nachtrag hohe Aufwendungen vorgenommen werden, um noch für einen finanziellen Ausgleich im Rentenalter vorsorgen zu können.

Faktor Pflegefall. Eine höhere Lebenserwartung ist nicht mit längerer Gesundheit gleichzusetzen. Mit dem steigenden Alter der Menschen wird eine ebenso anwachsende Zahl der Pflegefälle erwartet. Die Pflege erfordert bereits heute einen enormen finanziellen Aufwand. Die Bestrebungen der Koalitionäre aus Schwarz-Rot und der Drang der Verbände, die Pflegereformen ohne Verzögerungen voranzutreiben, weisen auf dramatische Entwicklungen hin.

Die Kosten für einen Pflegefall im Rentenalter können das Renteneinkommen und angesparte Vermögen vollständig in Beschlag nehmen. Im schlimmsten Fall reichen beide Kapitalquellen nicht mehr aus und der vermeintliche Erbe wird als „Zahlmeister“ herangenommen. Bis auf das selbst bewohnte Eigenheim kann die Elternpflege auch die Vermögenswerte des „Erbschafts-Spekulanten“ empfindlich schmälern.

Das Warten auf die Erbschaft als Ersatz für die eigene private Vorsorge kann gründlich schief gehen.

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