Trotz Rentenerhöhungen 2012 weniger Geld in der Tasche

Rentner Kaufkraftverlust-


Erhöhungen der Rentenbezüge werden bereits bei deren Ankündigungen steht hochgejubelt und als Errungenschaften der Politik gefeiert. Jedoch wird zu den meist bescheiden ausfallenden Prozenten der Rentenerhöhungen kaum die Inflationsrate gegenüber gestellt. Auf den ersten Blick ließe sich ablesen, was unterm Strich der Rentenzuschlag eigentlich wert ist.

Inflation frisst Rentnern die Kaufkraft weg

Rentenanhebungen
Rentenerhöhung vs. Inflation
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Die Rentner konnten sich Mitte Juni 2012 über die Nachricht einer deutlichen Rentenerhöhung bereits ab dem 01. Juli freuen. Für rund 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner wurden die Bezüge um 2,18 Prozent in Westdeutschland und um 2,36% in Ostdeutschland angehoben. Der Bundesrat hatte die zuvor vom Bundeskabinett beschlossene Verordnung abgesegnet.

Dennoch hatten die Senioren für das gesamte Jahr 2012 gesehen um rund 0,4% im Westen und 0,3% im Osten weniger Geld zur Verfügung. Die Berechnungen stammen vom Institut für Finanzwissenschaft an der Universität Freiburg (FZG) im Auftrag von BILD.

Aufgrund der Inflation haben die Rentner demnach seit 2004 insgesamt 9,2 Prozent der Kaufkraft verloren.

Die „kurze Berechnung“ hätte den Verlust bereits gezeigt

Die Minderung der realen Kaufkraft könnte man bereits aus dem „Bauchgefühl heraus“ abschätzen. Glättet man die zeitliche Verschiebung der Rentenanhebung zu Mitte des Jahres auf die gesamten 12 Monate, würde den Rentenerhöhungen von 2,18% bzw. 2,26% eine „offizielle“ Inflationsrate von 2,0% gegenüber stehen. Demnach blieb den Rentnern (lt. „Milchmädchenrechnung“) lediglich ein Plus von 0,18% bzw. 0,26% übrig.

Tatsächlich jedoch erfolgte die Rentenanhebung erst zum 01. Juli und die jeweils unterschiedlichen Inflationsentwicklungen der einzelnen Monate, insbesondere im ersten Halbjahr, zieht den realen Kaufkraftverlust über das Gesamtjahr entsprechend nach unten.

Seit 1995 kann eigentlich nur das Jahr 2009 für die Rentner in den alten Bundesländer von einem merklichen Kaufkraft-Gewinn gesprochen werden. Die Rentenbezieher in den neuen Bundesländern hatten aufgrund der höheren Rentenzuschläge in vereinzelten Jahren häufiger mehr Geld übrig.

Rentenanhebungen und Inflation 1995 bis 2012

Jahr Zeitpunkt
der Anhebung
Rentenanhebung %
westl.
Bundesländer
Rentenanhebung %
östl.
Bundesländer
Inflation %
1995 1.01. 0,0 2,78 1,8
1995 1.07. 0,5 2,48 1,8
1996 1.01. 0,0 4,38 1,4
1996 1.07. 0,09 1,21 1,4
1997 1.07. 1,65 5,55 1,9
1998 1.07. 0,44 0,89 1,0
1999 1.07. 1,34 2,79 0,6
2000 1.07. 0,6 0,6 1,4
2001 1.07. 1,91 2,11 1,9
2002 1.07. 2,16 2,89 1,5
2003 1.07. 1,04 1,19 1,0
2004 0,0 0,0 1,7
2005 0,0 0,0 1,5
2006 0,0 0,0 1,6
2007 1.07. 0,54 0,54 2,3
2008 1.07. 1,1 1,1 2,6
2009 1.07. 2,41 3,38 0,4
2010 0,0 0,0 1,1
2011 1.07. 0,99 0,99 2,3
2012 1.07 2,18 2,26 2,0

Quelle: Bundesregierung / Destatis

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