Sparformen: Risiken privater Altersvorsorge scheinen anzuwachsen

Risiken Altersvorsorge-


Die private Lebensversicherung scheint sich schrittweise aus dem Bereich der „bombensicheren“ Altersvorsorge zu entfernen. Die Assekuranzen stockten ihre Investments mit immer höheren Anteilen risikobehafteter Anlagen auf. Die Kapitalanlage ohne „horrende Verwaltungskosten“ könnte den Versicherern den Rang ablaufen.

Finanzprodukte

Lebensversicherer „leben“ auch nur vom allgemeinen Kapitalmarkt …und den Beiträgen

Von Versicherer eingegangene Risiken sind logische Konsequenz

Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) verwendeten „außergewöhnlichen Finanzinstrumente“ aufgrund der frigiden Konstellation des Euros führten u.a. zu einem steilen Absturz der Zinsen bzw. Renditen an den Finanzmärkten. Besonders betroffen sind die Sparanlagen der Bürger. Egal ob die kurz- oder mittelfristige Sparkonten bei der Bank, oder die langfristige Altersvorsorge, die Nullzins-Politik der EZB machte auch nicht vor den Lebensversicherern halt.

Das Resultat ist bekannt. Seit dem 01. Januar 2015 gilt ein um 0,5 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent reduzierter Garantiezins für Neuverträge. Darüber hinaus sah sich die Bundesregierung dazu „genötigt“, anhand einer LV-Reform Maßnahmen für ein „Branchen-Unterstützung“ zu ergreifen.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) warnte in der Vergangenheit wiederholt vor weiteren Leitzinsabsenkungen in der Eurozone. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus stehen die Assekuranzen vor erheblichen Herausforderungen. Im Jahr 2012 mussten die Lebensversicherer aufgrund des Niedrigzins-Niveaus rund 4 Milliarden Euro einbüßen, so der Verband. Die Versicherer seien dazu gezwungen, nach neuen Lösungsansätzen zu suchen.

Ein Lösungsansatz war ganz offensichtlich der erweiterte Schritt in risikobehaftete Anlagen. Die Bundesbank schlüsselte im aktuellen Finanzstabilitätsbericht die einzelnen Investment-Positionen der Versicherungsgesellschaften auf. Demnach wuchs der Anteil der Aktien in den Jahren 2011 bis 2014 von 2,7 auf 3,5 Prozent. Ein größerer Zuwachs im Portfolio wurde bei Unternehmensanleihen festgestellt, von 4,3 auf 6,9 Prozent.

Ganz nach „Vorbild der EZB“ akzeptierte die Lebensversicherungs-Branche immer mehr Anlagen mit einer geringeren Bonitätsstufe. Das Rating „BBB“ gilt als die niedrigste Stufe, in der noch von einer akzeptablen Bonität für Investments ausgegangen wird. Zwischen 2011 und 2014 kletterten die Anteile dieser Papiere von 7,1 auf 12,8 Prozent.

Noch profitieren die Kunden einer Lebensversicherung von einer vergleichsweise sehr hohen Eigenkapitalquote der Versicherer. Im Gegensatz zu den Kreditinstituten sind die Assekuranzen zu einer ungleich höheren Quote von 49 Prozent verpflichtet. Das kann sich aber sehr schnell ändern. Ein Entwurf für die Absenkung der Eigenkapitalquote auf bis zu 20 Prozent ist bereits in Vorbereitung und die LV-Reform zeigte sehr deutlich, dass der Gesetzgeber mit „unbürokratischer Hilfe“ sehr schnell zur Seite steht.

Die „bombensichere“ Altersvorsorge hat ihren Status bereits nach Umsetzung der politischen „Stabilisierungsmaßnahmen“ verloren. Assekuranzen kochen auch nur mit Wasser und sind den gleichen Kapital- und Finanzmärkten ausgesetzt wie „normale“ Investoren. Die Abkehr von „AAA“-Anleihen ist beinahe zwangsläufig, da diese von immer weniger Ländern in der Eurozone heraus gegeben werden können. Falls möglich, dann nur mit Rekord-Niedrig-Renditen.

Der Blick auf die „private“ Kapitalanlage könnte durchaus rentieren

Der Schritt der Lebensversicherer in Bereiche mit höheren Risiken ist nur eine logische Konsequenz aus der Eurokrise.
Für den Verbraucher stellte sich an diesem Punkt die Frage, ob er sein Geld dann nicht gleich in eine Kapitalanlage anlegen möchte. Ähnliche Risiken, aber weit aus geringere „Verwaltungskosten“, die massiv an den Sparbeiträgen zehren und nur diese zählen letztendlich als Grundlage für (immer geringere) Überschüsse und final die Rentenleistungen.



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