Sind Lebensversicherungen in Euro-Krise noch sicher?

Euro-Krise & Lebensversicherungen-

Die Zinsen für Sparguthaben fallen in bisher ungeahnte Tiefen und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Wie gewohnt erfahren die Zinssätze zu Sparanlagen und Kredite eine ungleiche Behandlung. Der kürzlich von der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 0,75% gesenkte Leitzins (Refinanzierungszins) dient in erste Linie dafür, den Banken notwendiges Kapital als Kredit günstiger vergeben zu können. Eigentlich sollte sich ein günstig erhaltener „Großkredit“ der Banken auch verbilligend auf die Konditionen von Privatkrediten auswirken.

Umgekehrte Spielregeln der Finanzmärkte – Dem Privatanleger zum Nachteil
Dafür fallen die Zinsen für Sparguthaben um so mehr, obwohl den Banken durch günstig erhaltene Kredite mehr Spielraum zur Verfügung stehen müsste. Dem ist offensichtlich nicht so. Die Ratenkreditzinsen für private Kreditnehmer werden wenn überhaupt nur zögerlich nach unten korrigiert. Darüber hinaus wirken sich verbilligte Zinsen bei bonitätsabhängigen Konditionen in der Praxis ohnehin kaum aus. Kaum ein Kreditnehmer verfügt über die Bonität, den günstigsten Kreditzinssatz zugesprochen zu bekommen.

Lebensversicherungen: Schrumpfende Renditen – Steigende Risiken

Policenbeleihung
Unsichere Finanz- & Kapitalmärkte
LV-Police in Sicherheit?

Der Verbraucher braucht sich deshalb keine große Hoffnungen zu machen, von weiter sinkenden Marktzinen durch günstigere Kredite im gleichen Ausmaß profitieren zu können. Die Kreditinstitute vergrößern bestenfalls die Spanne, um ihre Bilanzen in einfacher Weise „auf Vordermann“ zu bekommen.

Selbst wenn Kreditzinsen den Abwärtstrend der Märkte parallel folgen würden, käme der Verbraucher nicht daran vorbei, die unterschiedlichen Angebote untereinander zu vergleichen, um sich das persönlich beste Angebot zu sichern.

Ein sinkendes Zinsniveau wirkt sich nicht als ein klarer Vorteil für Kreditnehmer aus. Dafür verunsichern widrige Marktverhältnisse und Minimalrenditen die Inhaber einer Lebensversicherung um so mehr, zu recht. Für die Police steht eine jährliche Garantieverzinsung an sowie eine „variable“ Überschussbeteiligung.

Je nach Abschlussjahr der Lebensversicherung übersteigt bereits die Garantieverzinsung das Zinsniveau von sog. risikoarmen Kapitalanlagen erheblich. Die Gesellschaften sind automatisch gezwungen die sicheren Häfen zu verlassen, um ihren Versicherungskunden die garantieren und versprochenen Renditen auszahlen zu können.

„Bombensichere Staatsanleihen“
Über Jahrzehnte hinweg galten Staatsanleihen als der sichere Hafen für das angelegte Kapital. Mit dem Kauf der Schuldverschreibungen glaubten sich Privatanleger wie auch Versicherungsgesellschaften in Sicherheit und konnten von garantierten Renditen ausgehen.

Bis noch vor kurzer Zeit, etwa bis Mitte 2011, ging diese Anlagenstrategie auch auf. Heute wird innerhalb der Euro-Zone lediglich der Bundesschatzbrief als „bombensicher“ eingeschätzt. Der Spieß hat sich jedoch umgedreht. Wer heute Kapitalsicherheit verlangt, muss dafür bezahlen. Nicht anders können die Negativ-Renditen der Bundeswertpapiere derzeit gedeutet werden.

Für Versicherungsrenditen sind Wagnisse zwingend
Eine Konstellation die automatisch darauf zurückführt, dass Versicherungsgesellschaften auf unsichere Marktbereiche ausweichen müssten, um nicht am Ende (reale) Verluste zu erzielen. Die Beitragszahlungen für Lebensversicherungen könnten sich am Ende sonst als „Leihgabe für ein Stück Papier ohne jeden Gegenwert“ entpuppen. Der Weg in lukrativere Gefilde ist u.a. für die Direktversicherer in enge Grenzen gesetzt. Sie sind teilweise dazu gezwungen, zu niedrig verzinsten Anleihen zu greifen.

Dieses Potenzial schwebt als Damukles Schwert schon längst über alle Versicherungsnehmer einer privaten Lebensversicherung. Versicherungsgesellschaften wurden bisher nicht als „systemrelevant“ erklärt. Auf rettende Hilfen aus einem EU-Fonds á la EFSF oder ESM ist auch für die Zukunft nicht angedacht. Diese lebensrettende Option ist den spekulierenden Investment Banken vorbehalten.

Virtuelle Werte in Sachwerte umwandeln

Mit der Aufnahme eines Ratenkredits leihen sich Kreditnehmer Geld, um damit eine Sache, z.B. ein Auto, eine Immobilie, Möbel, Klavier, etc., zu erwerben. Durch Ratenzahlungen, die in der Regel durch Arbeitsleistung und Mehrarbeit finanziert sind, wird der Ratenkredit samt Zinsen einst getilgt sein. Die Schulden sind abbezahlt, der Sachwert befindet sich im Eigentum.

Je nach Interpretation kann auch eine Lebensversicherung als ein Ratenkredit für die Gesellschaft, jedoch mit einer „Raten-Finanzierung“ betrachtet werden. Über Jahre leistet der Versicherungsnehmer „Finanzierungen“ für eine lebenslange Leistung, die für die Zukunft versprochen wurde („Kreditrückzahlung“). Die Police entspricht in diesem Fall einem Schuldschein der Versicherungsgesellschaft.

Das einstig klare Bild der Zukunft wird zunehmends verfinstert und es ist zu befürchten, dass sich diese Zukunft bereits in Griffnähe befindet.

Zieht man die Betrachtungsweise konsequent fort, bietet die Versicherungsgesellschaft an, ihren „Schuldschein“ wieder zurück zu kaufen. Mit dem sog. Rückkaufswert bestimmt der Versicherer einseitig den aktuellen „Wert“ des Schuldscheins (Lebensversicherungspolice). Wie bereits im Vorfeld die „Kreditkonditionen“ sehr einseitig kalkuliert wurden (Beitragszahlungen als Finanzierung, im Verhältnis zur begrenzten „lebenslangen“ Kreditrückzahlung), geht auch die Rechnung des Rückerwerbs zugunsten der Gesellschaft auf.

Nun befinden sich aber die Versicherungsgesellschaften in der Situation, durch widrige Marktverhältnisse die Renditen kaum mehr aufbringen zu können, die einst plakatiert wurden. Die vor 10 oder 20 Jahren erstellte Berechnung kann nicht mehr aufgehen. Eine jede Bank würde den Zins für private Kreditnehmer mangels guter Bonität nach oben drehen. Versicherungsnehmer können lange darauf warten, eine höhere Überschussbeteiligung für ihre Police zu erhalten, weil das „Ausfallrisiko“ gestiegen ist.

Ein möglicher Weg aus der Zwickmühle

Es steht eine notwendige Investition im Raum und die Kreditzinsen bewegen sich nur mit angeketten Eisenkugeln nach unten. Wer noch abwarten will, bis die Zinssätze für Konsumentenkredite in einem nach persönlichen Geschmack günstigen Bereich gefallen sind, braucht eine Menge Geduld.

Im Hiintergrund schwebt eine vorhandene Lebensversicherungspolice, die über viele Jahre mit noch wertvoller D-Mark und im fließenden Wechsel mit der EU-Gemeinschaftswährung aufgefüllt wurde. Das Versprechen, den virtuellen Wert der Versicherungspolice einst in eine lebenslange Rente zu verwandeln, erblasst im Angesicht der progressiv negativen Entwicklungen innerhalb der EU.

Die „sichere“ Lebensversicherungspolice mutiert langsam aber beständig zu einer Risikoanlage mit unbekanntem Ende. Das Vertrauen in Finanzsystem und Währung geht verloren. Der Begriff Sachwerte gewinnt an immer höherer Bedeutung, „Was man hat, das hat man“, für bilanziertes Kapital (virtuelles Guthaben) gilt dieser Satz schon längst nicht mehr.

Versichungspolice in einen Sachwert umwandeln
Finanzmarktverwerfungen verunsichern die Versicherungsnehmer zunehmend. Die Fälligkeit der Lebensversicherung liegt womöglich in ferner Zukunft, das bereits eingezahlte Kapital ist außerhalb unmittelbarer Reichweite. Ein Rückkauf stellt einen Vorteil für die Gesellschaft dar und einen finanziellen Nachteil des Versicherungnehmers.

Der Verkauf einer Police an einen unabhängigen Dritten war meist der bessere Weg. Ein zufriedenstellender Policenverkauf ist aber aufgrund der schwierigen Kapitalmärkte nicht mehr gewährleistet.

Eine Lebensversicherungspolice kann beliehen werden. Die bereits eingezahlten Beiträge gelten als vorhandenes Kapital, das einer Sicherheitsleistung gleich kommt. Das gilt für aktive Lebensversicherungen ebenso wie für bereits stillgelegte Policen.

Der in der Regel den Kredit verteuernde Aspekt, schlechte Bonität, kommt erst gar nicht zum Tragen. Die Police mit dem Gegenwert der bereits geleisteten Beiträge garantiert für die Zahlungsfähigkeit. Die Lebensversicherungspolice läßt sich elegant in einen „schufafreien“ Kredit umwandeln.

Mit der Versicherungsbeleihung steht das Kapital beinahe unmittelbar zur Verfügung, der Sachwert kann beschaffen werden und der ungewissen Zukunft wurde die Möglichkeit genommen, die virtuellen Werte einer Police zu vernichten.

Fidor AG Policenbeleihung
LV Beleihen durch Fidor AG

Wie bei einem herkömmlichen Ratenkredit werden auch bei der Versicherungsbeleihung Zinsen berechnet. Dem steht allerdings gegenüber, dass die Zinssätze oft günstiger als der Marktdurchschnitt sind und, weit wichtiger, die Versicherungspolice behält ihre volle Gültigkeit.

Sogar ein ggfs. enthaltener Todesfallschutz bleibt bestehen. Neben den klassichen Lebensversicherungen werden u.a. fondsgebundene Policen zur Beleihung angenommen.

Die Fidor AG nimmt klassiche wie auch fondsgebundene Lebensversicherung zur Beleihung für Beträge ab 3.000,- Euro, bis über 100.000,- Euro an. Der maximale Auszahlungsbetrag ist mit dem aktuellem Rückkaufswert begrenzt. Die Laufzeiten bewegen sich mit 12 bis 36 Monaten im kurz- bis mittelfristigen Finanzierungsbereich.

Die Beleihung der Versicherungspolice nimmt keinen Einfluss auf die vertraglichen Vereinbarungen mit der Gesellschaft. Die Leistungen der beliehenen Versicherungspolice bleiben bestehen.

Police an Fidor AG beleihenDarlehensrechner      Weitere Details zur PolicenbeleihungPolicendarlehen

Bild: Benjamin Thorn / pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.