Schuldenkrise: Große Mehrheit sorgt sich um Rente

Staatsschuldenkrise-


Die Staatsschuldenkrise dominiert täglich die Schlagzeilen in den Medien. Während bei einigen Euro-Mitgliedsstaaten bereits deutliche Auswirkungen der Krisenfolgen erkennbar sind, bleiben in Deutschland die Sorgen um die Zukunft noch überwiegend theoretisch. Der Schein könnte trügen, denn inzwischen sorgt sich eine überwiegende Mehrheit der Bürger um die eigenen Rentenbezüge.

Die Sorgen um Altersbezüge wachsen deutlich an

Sorgen um Rente
Was wird aus der Rente?
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Die europäische Staatsschuldenkrise ist bereits weit in das Bewusstsein der deutschen Bürger vorgedrungen. Obwohl man in Deutschland im Vergleich zu den Südländern wie Griechenland und Portugal noch von einer gewissen „Ruhe“ sprechen kann, gehen immer mehr Verbraucher davon aus, dass die Krise weitreichend negative Folgen haben wird.

Das Thema Altersvorsorge war unabhängig jeglicher Krisenstimmungen schon immer ein Dauerbrenner bei den deutschen Verbrauchern. Doch die erneuten Sorgen um das Ruhestandsgeld flammten aufgrund der jüngsten politischen Debatten zur gesetzlichen Rente sowie den als unsicher geltenden Märkten für die private Vorsorge erneut auf.

Altersarmut durch sinkende Rentenbezüge steht als neues Schlagwort im Mittelpunkt der Diskussionen. Gothaer Versicherungen wollte es genauer wissen, wie es angesichts der Eurokrise um die Sorgen der Bundesbürger zur Altersversorgung steht und beauftragte Forsa zu einer repräsentativen Umfrage unter dem Motto: „Arbeit und Rente – gestern, heute und morgen“.

Nur noch eine Minderheit zeigt Optimismus
Das Ergebnis gibt eine klare Antwort. Mit 65% glaubt fast ein Drittel der Menschen in Deutschland, dass die Schuldenkrise negative Auswirkungen auf die Ruhestandsbezüge haben wird. Die Altersgruppe zwischen dem 31.- und 60. Lebensjahr bilden mit 72% die Gruppe mit den pessimistischten Blick in die Zukunft und glauben, dass die Rentenbezüge aufgrund der Krise Nachteile erleiden werden.

Deutlich weniger aber dennoch mehr als die Hälfte der Bundesbürger in der Altersgruppe 20 bis 30 Jahre glaubt an Einschnitte zu den Altersbezügen (58%). Der Bildungsstand wirkt sich offensichtlich stark auf die Zuversicht aus. Die größten Sorgen haben mit 71% die Bundesbürger mit Hauptschul- oder Mittelstufenabschluss. Abiturienten blicken zu 56% sorgenvoll in die Zukunft.

Wie wurde bisher reagiert?
Veränderte Rahmenbedingungen ziehen meist ein angepasstes Verhalten mit sich. Gothaer wollte wissen, ob sich das Anlageverhalten der Bürger inzwischen verändert habe und fragte auch nach dem Umgang mit Geldanlagen.

Demnach änderte nur ein geringer Teil der befragten Personen ihre Strategie zu Geldanlagen und der Altersvorsorge. Ein unverändertes Anlageverhalten zeigten 65% der Befragten, aus denen die 20- bis 30-Jährigen aufgrund ihres Anteils von 71% besonders stark hervortraten.

Als bevorzugte Anlagenformen wurden von den befragten Bürgern die Kapitallebensversicherung, die Privatrentenversicherung und die Riester-Rente genannt. Weiterhin werden als attraktiv nach wie vor Banksparpläne und Sparbücher gehalten.

Es könnte noch zum „Glück im Unglück“ werden

Überraschen die Zahlen? Eigentlich nicht. Es wäre verwunderlich, würde die Mehrheit der Bürger auf ihre zukünftige Rente mit Unbekümmertheit blicken. Es ist unbestritten, dass die derzeitige Staatsschuldenkrise mit Sicherheit ihre Spuren hinterlassen wird.

Allerdings ist noch nicht einmal ein Ende der Krisenlage in Sicht und je länger keine Lösung gefunden wird, desto dramatischere Folgen wird das „Durcheinander“ auf die zukünftigen Renten haben.

Gestritten wird lediglich um das Ausmaß der negativen Folgen und welche Gegenmaßnahme sich als „am wenigsten Wirkungslos“ erweisen wird. Ein wichtiger Punkt ist die Altersarmut. Auch hier streiten sich die Experten, ab wann die Armut im Alter dramatische Züge erreichen wird.

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) nahm sich die letzten Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) zur Hand und kam zum Schluss, dass die Altersarmut der Gegenwart schon längst bedrohliche Ausmaße erreicht hat.

Was können die Bürger schon großartig unternehmen?
Gehen die Prognosen zu den noch lukrativen und einigermaßen sicheren Anlagenformen der Deutschen Bank auf, hätten die Bürger mit einer langfristigen Anlage wie Rentenversicherungen noch etwas „Glück im Unglück“. Kurzfristige Anlagen stehen für Sparer, die positive Renditen einfahren wollen, außer Diskussion. Die Teuerungsrate und Inflation würden die Sparguthaben in ihrer Kaufkraft förmlich schrumpfen lassen.

Zu den favorisierten langfristigen Strategien zählten auch Fonds-Sparpläne und Sparbücher mit „Sperrfristen“ über mehrere Jahre.

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