Schließung Versorgungslücke: Irrwitziger finanzieller Aufwand

Versorgungslücke-


Die drohende Versorgungslücke im Rentenalter und der notwendige finanzielle Aufwand für die Schließung erfordern einen irrwitzigen finanziellen Aufwand. Nur die wenigsten Arbeitnehmer dürften in der Lage sein, auf knapp 40 Prozent ihres Einkommens verzichten zu können.

Unterschätzter Finanzbedarf im Ruhestand

Erwerbstätige
Arbeiten für den Wohlstand Anderer

Weit verbreitet, da immerzu propagiert, ist die These des geringeren Finanzbedarfs von Rentnern und Rentnerinnen. Wer im Ruhestand ist, braucht weniger Geld als die Menschen im Arbeits- und Berufsleben. Ganz nach dem Motto: „Wer mehr Zeit hat, gibt weniger Geld aus“.

Wie hoch aber der tatsächliche Finanzbedarf für Ruheständler ausfallen kann, hat die F.A.Z. (Montag) vorgerechnet. Demnach darf der Bedarf für das würdige Leben im Rentenalter nicht unterschätzt werden und schon gar nicht die Auswirkungen der Geldentwertung (Inflation) auf die künftige Kaufkraft. Ein schleichender Prozess, der spätestens dann zum Tragen kommt, wenn die gesetzliche Rente mit einem Niveau von 43 Prozent des letzten Gehalts, bzw. Lohns zuschlägt und die zusätzlichen Sparmaßnahmen die Teuerungsrate unberücksichtigt ließen.

Wer ein Eigenheim besitzt und die letzte Raten bereits vor dem Eintritt ins Rentenalter beglichen hat, scheint auf einem soliden Sockel zu stehen. Keine Miete, keine Rate, mehr Geld zur Verfügung. Doch von einer Immobilie kann niemand etwas „abbeißen“. Ein an eine Immobilie gebundenes Vermögen wirft keine Erträge ab, sondern kostet Geld, so Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA). Berechnungen haben ergeben, dass Immobilien-Eigentümer gar nicht so viel billiger leben als Mieter. „Alle 20 Jahre ist im Schnitt eine neue Heizung fällig oder eine andere große Reparatur“, zitiert F.A.Z. Morgenstern.

Tatsächlicher Finanzbedarf im Rentenalter

Das Rentenniveau von 43 Prozent des letzten Rentenniveaus ab 2030 als Berechnungsbasis für die Ermittlung des zusätzlichen Bedarfs an Altersvorsorge zu nehmen, sei wenig zielführend. Die Aussagekraft dieser 43 Prozent sei „erstaunlich gering“, so Finanzexperte Michael Huber vom Vorsorgeberater VZ Vermögenszentrum. Viel wichtiger sei die Frage, wie hoch die gesetzliche Rente im Vergleich zum tatsächlichen Finanzbedarf ist. Gutverdienende, die in ihrer Berufszeit hohe Darlehen für ein Haus abbezahlen, große Summen für die Ausbildung ihrer Kinder stecken oder sich üppige Sparanlagen leisten, haben im Ruhestand einen weit aus geringeren Finanzbedarf, um ihren Lebensstandard zu halten. Viele teure Posten fallen weg.

„Mit 70 bis 80 Prozent des jetzigen Nettoeinkommens kommen viele im Alter realistischerweise aus“, so die „Faustregel“ des Finanzplaners Huber.

Verlust der Kaufkraft

Der Kaufkraftverlust durch Inflation werde generell massiv unterschätzt. Wer heute als Durchschnittsverdiener ein Renteneinkommen von 1.500 Euro wünscht, wird im Jahr 2043 2.560 Euro benötigen, so F.A.Z.. Die lediglich zur Verfügung stehende gesetzliche Rente wird dann eine Kaufkraft von nur noch knapp 1.000 Euro haben. Damit ergibt sich eine Versorgungslücke von rund 1.600 Euro pro Monat.

Irrwitziger Aufwand für Schließung der Versorgungslücke

Diese Rentenlücke müsste durch Maßnahmen einer zusätzlichen Altersversorgung geschlossen werden. Bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent müsste der Arbeitnehmer monatlich knapp 400 Euro zur Seite legen, um die künftige Rentenlücke zu schließen. Angesichts der wohl noch sehr lange anhaltenden Niedrigzinsphase ist der Bereich von 2 Prozent Rendite schon realistischer. Hier müsste der Arbeitnehmer für die Schließung der Versorgungslücke monatlich gut 740 Euro investieren. Das sind rund 39 Prozent des Nettoeinkommens.

Eine irrwitzige Rechnung, aber bittere Realität. Der Arbeitnehmer mit einem Einkommen im „Durchschnitts-Bereich“ von 1.900 Euro, muss nach Abzug des Vorsorgeaufwandes mit 1.160 Euro auskommen, damit er die Versorgungslücke von 1.600 Euro im Ruhestand schließen kann, obwohl doch der Arbeits- und Berufstätige einen höheren Finanzbedarf hat als der Ruheständler.


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