Renditen Riester-Rente: Zwei Berechnungswege zum Streit

Renditen Riester-Rente-


Die Berechnung der Renditen zur Riester-Rente lässt zwei unterschiedliche Wege zu. Beide Ergebnisse unterscheiden sich deutlich, sind aber jeweils völlig legitim. Anders sieht es aber aus, wenn davon die größere Zahl als fehlerhaft dargestellt wird, um mit den geringeren Renditen Schlampereien oder gar böse Absichten unterstellen zu wollen.

Berechnung

„Exklusive Aufdeckung“ vermeintlicher Rechenfehler bei Riester-Renten Erträge

Renditen Riester-Rente mit oder ohne Zulagen berechnen?

Womöglich sollte das Sommerloch etwas geschlossen werden, indem man das ständig brodelnde Thema Riester-Rente zur Hand nahm, um noch einmal richtig kräftig Öl ins Feuer zu schütten. Allerdings fachte nur eine kurze Stichflamme auf und man verbrannte sich die Finger.

Am Freitag veröffentlichte Handelsblatt Online die „exklusive Aufdeckung“ eines Fehlers bei der Berechnung der Renditen einer Riester-Rente. Das Berliner Institut für Transparenz (ITA) wurde vom Bundesfinanzministerium beauftragt, die jährlichen Riester-Renditen zu berechnen. ITA kam auf 3,6 Prozent und lieferte die Studienergebnisse ab. Handelsblatt Online prüfte nach und kam zu einem ganz anderen Ergebnis. Demnach „entlarvte“ die Zeitung die fehlerhafte Berechnung und kam auf viel geringere Renditen. Das „Schlimmste“ sei darüber hinaus, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf die falschen Riester-Bilanzen hereingefallen sei.

Die „wirklichen“ Renditen liegen viel niedriger

Unterm Strich seien laut den eigenen Untersuchungen des Nachrichtenmagazins die von ITA berechneten Renditen zu hoch. Die tatsächlichen Renditen fielen um bis zu 1,8 Prozentpunkte weniger. Für die Verbraucher bedeutete diese Differenz über die Jahre gesehen um mehrere 1.000 Euro weniger Auszahlung.

Das Ergebnis der Musterberechnung, bei dem ein Kunde 30 Jahre lang monatlich 100,- Euro einzahlt, lautete von ITA 3,6 Prozent, von Handelsblatt Online 3,89 Prozent. Statt mit 28.200,- Euro reinen Zinsertrag müsse der Kunde „in Wirklichkeit“ mit nur 20.960,- Euro rechnen. Das könnte die Rentabilität der Riester-Rente in Frage stellen.

Sichtlich wurden zwei verschiedene Stiefel verwechselt

Es gibt zwei Betrachtungsweisen zu den Renditen einer Riester-Rente. Die eine beschreibt die Zugewinne auf die Eigenbeiträge, die anderen Renditen beziehen sich auf Eigenbeiträge plus Zuschüsse bzw. Zulagen. Die anhand des Muster-Kunden von ITA berechneten Zahlen treffen zu, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Dem Verbraucher interessiere es nur wie viel Rente er nach der Fälligkeit der Riester-Rente für seine eingezahlten Beiträge bekomme. Beim Muster-Kunden eben die 3,6 Prozent.

Die von Handelsblatt Online ermittelten 2,89 Prozent beziehen sich auf die eingezahlten Beiträge plus staatliche Zulagen. Die Zuschüsse verursachen bei den Renditen die Differenz von 0,71 Prozentpunkte.

Mit der Berichterstattung handelte es sich nicht um einen „exklusiv“ aufgedeckten Fehler, sondern die separate Behandlung von zwei unterschiedlichen Renditen zur Riester-Rente.

Das ITA reagierte ebenfalls auf die „exklusive Aufdeckung“ des vermeintlichen Fehlers und gab folgendes zur Pressemitteilung: „Es ist erschütternd festzustellen, wie das Handelsblatt die tatsächlichen Aussagen des Forschungsgutachtens, das das ITA für das Bundesministerium der Finanzen angefertigt hat, verschleiert und verdreht, nur um einen kurzfristigen Sensationsartikel zu veröffentlichen.“



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