Kalte Progression bei der Riester-Rente – Eigenanteil steigt trotz Förderung

Altersvorsorge-


Eines der größten Sorgenkind in der Versicherungsbranche für private Altersvorsorge ist die Riester-Rente. Der Zenit der Neuabschlüsse ist längst überschritten und seit geraumer Zeit erlebt diese Sparte einen herben Einbruch. Der GDV fordert die Bundesregierung zum Stopp der „Kalten Progression“ auf.

Bilanzen

Bundesregierung lässt bei Förderungen für Riester-Rente die „Kalte Progression“ zu

Niedriglohnsektor leidet unter real sinkenden Förderungen besonders

Angesichts der unübersehbar eingebrochenen Zahlen bei den Neuabschlüssen in der Riester-Rente „irrlichtert“ der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zwischen Lob in höchsten Tönen und Forderungen an die Bundesregierung für dringend notwendige Verbesserungen hin und her.

Ende Mai lobte der GDV noch die Eigenschaft der Riester-Rente, dass diese Variante der Altersvorsorge bei „den Richtigen“ ankomme. Ausschlaggebend sei vor allem der Anteil der staatlichen Förderungen, die eine Riester-Rente vor allem für Personen mit niedrigem Einkommen zugute komme.

Nach wenigen Monaten folgt die Kritik an den staatlichen Riester-Förderungen. Diese Zulagen seien seit Jahren eingefroren und deshalb sinke auch der Förderanteil. Die Verbraucher mit einer Riester-Rente seien daher gezwungen, für den Aufbau der Altersversorgung immer mehr aus der eigenen Tasche zu zahlen, damit der Anspruch auf den vollen Zuschuss bestehe. Vor allem die Geringverdiener leiden unter dieser Entwicklung, so der GDV.

Eingefrorener Förderbetrag trotz Inflations – Kalte Progression

Der staatliche Förderanteil sei seit dem Start der Riester-Rente im Jahr 2002 deutlich rückläufig. Die Zulage blieb zwar auf einem stabilen Wert, aber mit der Inflation steigt auch der Eigenanteil der Sparer für den Erhalt der vollen Zulage, so die Argumentation des Verbandes. Hier sei bei der Riester-Rente eine „Kalte Progression“ zu beobachten.

Leidtragende seien vor allem die Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen. Diese Gruppe profitierte ausschließlich von den Zulagenförderungen. Ein Single mit Mindestlohn-Bezug müsse aktuell drei Euro bezahlen, um vom Staat die Zulage zu erhalten. Ein Anstieg um beinahe 30 Prozent seit dem Jahr 2002.

Staat muss eingesparte Milliarden fair verwenden

Ausgerechnet die Arbeitnehmer-Gruppen, für die eine geförderte Altersvorsorge besonders wichtig ist, „werden von der Kalten Progression besonders getroffen“, so Peter Schwark, GDV-Hauptgeschäftsführer. Der Staat habe durchaus die Mittel parat, um die Zulagen für die Riester-Rente anzuheben, aber diese Förderung werde „still und heimlich“ zurückgefahren. Die Niedrigzinsphase bescherte dem Bundesfinanzministerium nach eigenen Angaben Einsparungen in Höhe von 94 Milliarden Euro in den Jahren 2008 bis Ende 2014. In der gleichen Zeit mussten die Sparer jedoch Verluste hinnehmen. „Einen Teil des haushaltspolitischen Spielraums zu nutzen, um private Altersvorsorge zu erleichtern, ist ein Gebot der Fairness“, so Schwark.



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