GDV kritisiert Ökotest: Unseriöse Berechnungen zu Riester-Renten

Kritik Ökotest & Riesterrente-

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) kritisiert die Testergebnisse des Verbrauchermagazins Ökotest zur Riester-Rente und sieht eine eindeutige „Diskreditierung“ statt seriöse und objektive Beurteilungen.

„Unseriöse Berechnung der Riesterrenten“

Kritik Riester Test
Diskreditierung Altersvorsorge
Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Ökotest hat nach umfangreichen Untersuchungen mit der Ausgabe 09/2012 die neuesten „Testergebnisse“ zu Riesterrenten veröffentlicht. Der GDV kommt jedoch zum Schluss, dass Ökotest offensichtlich nicht das Ziel verfolgte, die Verbraucher mit „seriösen und objektiven“ Gesichtspunkten zur Altersvorsorge eine beratende Hilfestellung zu geben, sondern vielmehr die Riester-Rente zu diskreditieren versucht.

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Völlig an der Realität vorbei getestet wäre eine Darstellung der Altersvorsorge, ohne die Rendite-Effekte der staatlichen Förderungen zu berücksichtigen und so zu tun, als ob die Versicherer keine Überschüsse erwirtschaften würden.

Fatal: „Viele Riester-Verträge würden unrentabel sein“
Der GDV könne nicht nachvollziehen, warum die staatlichen Zulagen zur Berechnung der Rentabilität der Riesterverträge völlig unberücksichtigt blieben. Diese Vorgehensweise ginge „an der Perspektive der riesternden Bürger völlig vorbei“, argumentiert der Verband.

Diese fehlerhaften Annahmen führten letztendlich zu den fatal falsch verstandenen Signalen, dass sich Riesterverträge für viele Bürger überhaupt nicht lohnen würden. Vielmehr richtig wäre es, dass sich für den größten Teil der Bürger, ganz besonders für Familien und Geringverdiener, „keine Vorsorge so gut rechnet wie die Riester-Rente„.

„Willkür und ohne Aussagekraft“ lautet das Resümee vom GDV zu den von Ökotest angestellten Verhältnissen zwischen Kosten und Zulagen. Die Zulagenquoten seien von Kunde zu Kunde höchst unterschiedlich.

Für den Gesamtverband wäre es daher nicht überraschend, dass sich Ökotest bei den Berechnungen ausgerechnet auf die alleinstehenden Durchschnittsverdiener konzentrierte. Diese erhielten relativ geringe Zulagen. Für diese Personengruppe zählten vielmehr die relevanten Steuer-Einsparungen, aber diese wurden vollständig unter den Tisch fallen gelassen.

„Unseriösität auch bei der Zinsberechnung“
Ökotest hätte zu den Berechnungen der Verzinsungen lediglich die Nominalsumme der zu erwartenden Zulagen mit den aufgezinsten Kosten verglichen. Eine wichtige Komponente wurde bei der Darstellung offenbar völlig ignoriert: Die Verzinsung der Zulagen.

Der GDV ist der Ansicht, dass Ökotest ein „fatales Signal an die Vorsorgebereitschaft der Bevölkerung“ sendet und damit den Bemühungen von Anbietern und Staat zahlreiche Steine in den Weg legte.


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