Erste Bilanzen nach 10 Jahren Riester-Rente – Ernüchterung

Altersvorsorge – Riester Rente

Die ersten zehn Jahre seit dem Startschuss zur Riester-Rente sind bereits abgelaufen. Wie hat sich das Konzept „Altersvorsorge für alle“ in der ersten Dekade entwickelt und wie sieht es mit der Zukunft aus?

Ungünstige Riester-Entwicklung durch hohe Gebühren und magere Renditen


Update 10.12.11: Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) bemängelt die folgende DIW-Analyse auf Fehler

Zwei Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Riester-Rente maßgebend. Die Regulierung der Kalkulationsregeln und die Zertifizierung durch den Staat. Genau an diesen beiden Punkten sei die für den Verbraucher ungünstige Entwicklung der Riester-Rente festzumachen.

Die DIW-Berlin hat eine Analyse der Riester-Altersvorsorge veröffentlicht, die einige Problempunkte der Riester-Sparform verdeutlicht.

Die ernüchternde Bilanz verdeutlicht die seit der Einführung der Riester-Rente „ungünstige Entwicklung gegenüber dem Sparer“. Zur Verbesserung der Riester-Rente müsse diese grundlegend reformiert werden.

Ohne eine solche Maßnahme ist ein Erreichen der ursprünglichen Intention „Altersvorsorge für alle“ nicht zu erreichen. Zugrunde liegen Altersgruppen, Berufsgruppen und Bildungsstand der Sparer, die für eine Riester-Altersvorsorge in Frage kämen.

Nur knapp 40 Prozent der Anspruchsberechtigten haben einen Riestervertrag abgeschlossen. Deutlich weniger sind es im unteren Einkommensbereich. Aus der Analyse für die Jahre 2004 bis 2010 geht deutlich hervor, dass auch Personen mit niedrigem Bildungsabschluss und Migrationshintergrund seltener einen Riester-Vertrag in Anspruch nehmen, als der allgemeine Durchschnitt.

Mehr als doppelt so hoch ist der Spareranteil bei Männern aus Westdeutschland mit Hochschulabschluss. Dieser liegt mit gut 35 Prozent über die der Gruppe mit niedrigem Bildungsabschluss. Die Bereitschaft für einen Riester-Sparer steigert sich bei Frauen und auch bei Männern, mit der Anzahl der Kinder.

Riester Bewertung
DIW Berlin rügt Riester-Rente

Die tatsächlichen Renditen zu einer Riester-Rente bringen nur ernüchternde Zahlen. Betrachtet man das Gesamtfazit der Riesterrente, so bleibt lediglich ein enttäuschender Eindruck. „Riester-Sparer erzielen in vielen Fällen nur so viel Rendite, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt“, so Kornelia Hagen vom DIW Berlin.

Die Qualität der Riesterprodukte sind schon systembedingt für den Verbraucher ungünstig. Viele Riesterverträge im Abschlussjahr 2011 führen zu einer schlechteren Rendite, als noch 2001 abgeschlosene Verträge.

Ein Berechnungsbeispiel der DIW Berlin zeigt die Diskrepanz. Eine 35-jährige Frau, die heute einen Riester-Sparer abschliesst, muss mindestens 77 Jahre alt werden, um allein das herauszubekommen, was sie selbst zum Riesterplan eingezahlt hat und was der Staat an Zulagen beisteuerte.

Als Grundlage dieser Berechnung wird die Rendite auf die garantierte Rentenleistung und Überschüsse bezogen. Um einen Inflationsausgleich durch Erwirtschaftung höhere Zinsen zu erreichen, müsste die Frau mindestens 109 Jahre alt werden.

Der DIW Berlin fordert dahingehend grundlegende Strukturreformen, erhöhte Vergleichbarkeit und mehr Transparenz. Standardisierte Kosteninformationen und inhaltlich bewertende Zertifizierung der Riester-Produkte würden weitere Mängel beseitigen. Wechselkosten müssten vollständig entfallen.

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