Rasant ansteigende Zahl erwerbstätiger Senioren

Seniorenarbeit-


Die Anzahl der Rentner mit einer Erwerbstätigkeit als Selbstständiger oder Angestellter steigt rasant an. So stellte das DIW eine Verdoppelung der erwerbstätigen Senioren innerhalb von nur 10 Jahren fest.

„Keine Konkurrenz zwischen erwerbstätigen Senioren und jungen Leuten“

Zusatzeinkommen Rentner
Mehr Senioren verdienen sich ein Zubrot

Die Altersgruppe mit dem stärksten Anstieg der Erwerbstätigen ist 65+. Immer mehr Rentner über 65 Jahre werden auch im Ruhestand aktiv und verdienen sich etwas dazu. So hat sich lt. der Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) die Anzahl der erwerbstätigen Senioren innerhalb der letzen zehn Jahre verdoppelt. Waren es im Jahr 2001 noch knapp 400.000, sind im Jahr 2011 bereits fast 800.000 gezählt worden. Deren Anzahl wird auch in der Zukunft noch steigen, so Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte am DIW.

In keiner anderen Altersgruppe gäbe es so viel Selbstständige wie bei den Über-65-Jährigen. Der Großteil der selbstständigen Senioren würde sich in Vollzeit betätigen, Arbeitnehmer in dieser Altersstufe wären jedoch überwiegend als Teilzeitbeschäftigte angestellt, meist in einem Mini-Job.

Ältere Berufstätige stellten sich nicht minderqualifizierter als ihre jüngeren Kollegen heraus und verdienten in der Stunde durchschnittlich sogar mehr. Darüber hinaus zeigten sich die beschäftigten Senioren zufriedener als ihre Altersgenossen ohne zusätzliche Beschäftigung.

„Rund zwei Drittel der Alten kämen auch ohne die zusätzliche Erwerbstätigkeit zurecht“, erklärte Brenke. Der Großteil müsste auch ohne Zusatzeinkommen keine Not erleiden, andere wiederum sind von einem Nebenverdienst sogar abhängig.

Der Anteil der älteren Menschen, die auf einen Job angewiesen sind, ist seit dem Jahr 2001 in etwa gleich geblieben. Absolut gesehen ist deren Anzahl aber aufgrund der immer mehr werdenden erwerbstätigen Senioren angestiegen, stellte das DIW fest. Beim allergrößten Teil der über 65-jährigen Erwerbstätigen wäre das Haushaltseinkommen auch ohne Zubrot oberhalb der Armutsrisikogrenze.

Die älteren Selbstständigen verdienten fast drei Mal so viel wie die älteren Arbeitnehmer. „So erzielen die Über-65-Jährigen im Schnitt ein Bruttoerwerbseinkommen je Stunde von mehr als 21 Euro, alle Altersgruppen zusammen hingegen nur etwa 16 Euro“, erklärte Brenke.

Konkurrenz gegenüber jüngeren Arbeitnehmer kaum zu befürchten
Das DIW geht davon aus, dass die ansteigende Zahl der erwerbstätigen Senioren einer sich verringernden Anzahl jüngerer Arbeitnehmer bzw. Selbstständigen gegenüber steht. Dazu schilderte Brenke, „dass sie den Jungen künftig die Arbeit wegnehmen, sei wegen der kleiner werdenden Alterskohorten der nachwachsenden Generation jedoch nicht zu befürchten“.

Vielmehr wäre es anzunehmen, dass die Anzahl der Beschäftigten im Rentenalter weiterhin zuwächst, da die Altersjahrgänge, die demnächst das Eintrittsalter für die Rente erreichten, durchschnittlich noch besser qualifiziert seine, als die derzeitigen Rentner. Gut qualifizierte Arbeitskräfte würden demnach später als andere Arbeitskräfte in den Ruhestand wechseln.

Bild: tarifometer24.com

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