Professoren lehnen Rentenpolitik der GroKo ab

Altersversorgung-


Eine Riege aus Professoren lehnt mehrheitlich die derzeitigen Rentendebatten der GroKo über ein Festhalten am Rentenniveau sowie am Renteneintrittsalter ab.

Mehrheit der Professoren plädiert für Renteneintritt ab 70

Renteneintritt
Rentenpolitik in der Kritik

Die der Wirtschaft zuträglichen Ökonomen und Medien machen Mobil gegen die von der Bundesregierung diskutierten Rentenpläne. Das Münchner ifo Institut und die Frankfurter Allgemeine Zeitung befragten 144 Professoren zu der von der Großen Koalition an den Tag gelegte Rentenpolitik. Die Anzahl der befragten Ökonomen wird vom ifo Institut kurzerhand als „Deutschlands Wirtschaftswissenschaftler“ deklariert, die gemeinsam die Rentenpolitik von Schwarz-Rot ablehnten.

Demnach seien zahlreiche der befragten Ökonomen besorgt über die Finanzierung des Rentensystems. Der Plan des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD), das Rentenniveau bei 48 Prozent über das Jahr 2025 hinaus zu fixieren, wird von einer Mehrheit (61 %) der Befragten abgelehnt. Lediglich 19 Prozent seien für ein Festhalten am Rentenniveau. Dagegen empfehlen die Ökonomen die deutliche Anhebung des Renteneintrittsalters.

Auf eine große Ablehung (60 %) stößt auch Scholz‘ Plan, für die Finanzierung der künftigen Rente einen mit Steuergeldern gefüllten Topf (Demographie-Reserve) einzurichten, damit das derzeitige Rentenniveau bis zum Jahr 2040 gehalten werden könne. Die befragten Wirtschaftswissenschaflter seien sich im Großteil darin einig, dass die „GroKo“ der älter werdenden Bevölkerung zahlreiche Versprechungen mache, die finanziell nur schwer haltbar seien. Damit würde die künftige Generation und die aktuell Jüngeren benachteiligt.

Befragte Ökonomen favorisieren Rentenalter ab 70

Kritik ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sollten eigene Vorschläge stehen. Einen späteren Eintritt ins Rentenalter befürworteten 38 Prozent der Ökonomen als die passende Lösung des Finanzierungsproblems. Während die Zahl 70 oft genannt wurde, wären auch einige Professoren mit 69 oder 68 zufrieden. Allerdings waren auch mehr als zehn Wissenschaftler dabei, die über das Renteneintrittsalter von 70 Jahre hinaus wollten. 13 Prozent empfehlen höhere Zuschüsse aus Steuermittel und 19 Prozent hielten mehr Zuwanderung das richtige Rezept.

Ganz nach dem Motto: „Es kommt oft anders als man will“, erwarten viele Wissenschaftler in der Rentenpolitik auch eine andere Entwicklung als man gerne sehen wollte. So erwartet mehr als ein Drittel der befragten Ökonomen die Anhebung der Steuerzuschüsse. Ein Viertel rechnet mit angehobenen Rentenbeiträgen und lediglich 15 Prozent sehen die künftigen Rentner tatsächlich im höheren Alter in den Ruhestand gehen.

Auf wenig Zustimmung bei den Professoren traf die Aussage des Bundesfinanzministers, dass stabile Renten einen Beitrag dafür seien, einen „deutschen Trump“ zu verhindern. Dieser These stimmten lediglich 7 Prozent der Professoren zu.

Armut im Alter ist heute noch kein Problem

Über drei Viertel der Ökonomen (78 %) seien der Ansicht, dass die Altersarmut heute noch kein Problem darstelle. Fast die Hälfte (46 %) gingen allerdings davon aus, dass die Altersarmut jedoch in Zukunft große Schwierigkeiten bereiten werde. Ebenfalls fast die Hälfte (49 %) plädiert für die Verpflichtung zu einer betrieblichen Altersvorsorge (baV) oder eine private Altersvorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rente.

Unternehmen sollen unbehelligt bleiben

Offenbar schlug keiner der Professoren vor, dass sämtliche Arbeitnehmer in eine gemeinsame Rentenkasse einzahlen. Gehören sie doch selbst zu den „Privilegierten“, die mit der gesetzlichen Renten nichts am Hut haben. Eine weitere Möglichkeit wurde scheinbar ebenfalls beharrlich ignoriert. Die Beteiligung der Arbeitnehmer an ihre Produktivitätsteigerung. Allerdings würde dies die Pfründe der Unternehmen schmälern und für die Unterstützung diverser Institute, Universitäten und andere Lobby-Vereinigungen bliebe weniger übrig.


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