OECD Rentenbericht bescheinigt Deutschlands Desaster

Rentensituation Deutschland-


Der jüngste OECD-Rentenbericht verdeutlicht es. Auf die Rentner in Deutschland wartet eine äußerst unangenehme Zeit. Arbeitnehmer und Senioren rutschen immer enger an die Grenze zur Armut.
Die Senioren von Morgen sollten sich besonders warm anziehen, denn das Wachstumsbestreben der Großunternehmen verträgt keine gerechten Lohnzahlungen.

Lebensarbeitszeit

Mehr als 40 Jahre unterbezahlte Produktivität nutzt nur den Unternehmen

Deutschland bildet im Rentensystem das Schlusslicht

Wie es um die Lebensqualität der Bundesbürger im späteren Rentenalter bestellt ist, verdeutlicht der jüngste Bericht der OECD auf eindrucksvolle Weise. Eine Aufstellung, die jegliche Vorstellungen des „reichen Deutschen“ und „wohlversorgten Rentners“ mit einem einzigen objektiven Handstreich vom Tisch fegt.

Den Koalitionspartnern aus CDU/CSU und SPD ist der Inhalt des OECD-Berichts mit Sicherheit bekannt und hierauf dürften auch die Ziele der künftigen gesetzlichen Altersversorgung ausgerichtet sein. Anpassungen müssen lediglich in eine hübsch anzusehende Verpackung gesteckt werden.

Die Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) veröffentlichte am Dienstag ihren Bericht zu den Rentenentwicklungen in den Ländern der gesamten Welt.

Demnach kam in den letzten Jahren sehr viel Bewegung in die Rentensysteme zahlreicher Länder. Die OECD fasste das Gesamtbild der Veränderungen als eine Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise zusammen. Die Mehrheit der OECD-Mitgliedsstaaten hat bei der Reformierung ihrer Rentensysteme einen Zahn zugelegt. Andere setzten Reformen für die baldige Umsetzung auf die Agenda.

Auf Deutschlands Rentner wartet eine miserable Zukunft

Das Bild wird immer deutlicher. Die neuen Rekorde bei den teils sinnlosen und verschwenderischen Exportüberschüssen weisen auf eine hohe Verkaufszahl der produzierenden Industrie gegenüber geringer Einkaufslust für Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland auf. Trotz Wirtschaftskrise stehen Deutschlands Unternehmen auf relativ soliden Sockeln, auch wenn das „Gejammeres“ der Industrie- und Wirtschaftsverbände fast pausenlos zu hören ist. Die Verbal-Keule „Arbeitsplatz-Sicherung“ ist nach wie vor ein probates Mittel, um die eigenen Interessen bei der an Bürger desinteressierten Bundesregierung durchzusetzen.

Der OECD-Rentenbericht legt offen, dass sich Industrie und Wirtschaft in einer anderen Welt als die Bürger bzw. Arbeitnehmer befinden. Dennoch stehen die steigenden Rekord-Beschäftigungszahlen in Deutschland mit dem Wohlstand der Bundesbürger in Bezug. Mit dem Anstieg der Erwerbstätigen stieg gleichzeitig die Anzahl der Menschen, die näher an die Armutsgrenze gerutscht sind oder sich bereits in
beständiger Armut befinden.

Der rote Faden der Armutsgefährdung zieht sich weit über das Renteneintrittsalter fort und nimmt mit dem Alter der Senioren beträchtlich an Gewicht zu.

Die Untersuchungen der OECD betreffen u.a. die Veränderungen des Lebensstandards, wenn der Arbeitnehmer in die Rente überwechselt. Dazu entwickelte die Organisation eine Messlatte, die sog. „Ersatzrate“. Diese Größe beschreibt den Anteil aus den gesetzlichen Rentenkassen zu den gesamten Einkünften des Rentners.

Wer in Deutschland im Jahr 2012 das Arbeiten begann und seine Beiträge bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter (lückenlos) einzahlte, wird eine Rente von 42 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens erhalten, brutto(!). Mit Einbezug aller fälligen Abgaben und Steuern kommt der durchschnittliche Rentner rechnerisch auf bis zu 57 Prozent des letzten Einkommens.

Die Geringverdiener von heute werden die Schlusslichter von morgen sein. Lt. OECD-Berechnung erhalten Geringverdiener in Deutschland Rentenzahlungen von ca. 55 Prozent des letzten Einkommens. Doch ein Geringverdiener erhält in seiner Beschäftigungsphase maximal 50 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Deutschland. Das Renteneinkommen fällt entsprechend gering aus. Der für Deutschland ermittelte Wert ist der geringste unter allen OECD-Ländern.

Die Immobilie als Altersvorsorge – Für die Hälfte mag es zutreffen

Die Deutschen sind im internationalen Vergleich überwiegend „Mieter“. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist die Anzahl der Immobilienbesitzer bzw. Eigenheimbewohner in Deutschland sehr gering. So überrascht auch nicht das Ergebnis aus dem OECD-Rentenbericht zum Immobilien-Eigentum im Ruhestand.

Der durchschnittliche Anteil der Immobilienbesitzer aller OECD-Länder beträgt 76 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil der Rentner, die eine Wohnung oder ein Haus ihr Eigen nennen können, mit rund 50 Prozent jedoch weit darunter. Lediglich mit dem Einbezug weiterer Einkünfte aus Kapitalanlagen oder private Rentenversicherungen befindet sich der deutsche Rentner wieder im Durchschnitt aller OECD-Länder.


Ein Bild des rundum versorgten Arbeitnehmers, geschweige Rentners, sieht vollkommen anders aus. Den Großunternehmen in Deutschland geht es – den Umständen entsprechend – glänzend. Den Preis dafür haben Arbeitnehmer und Rentner zu zahlen. Der eingeläutete Kampf gegen einen Mindestlohn, insbesondere für die meist dauerhaft „geborgten“ Leiharbeiter ist durch die Industrieverbände längst in Gang gebracht worden. Der Münchner Autohersteller BMW brachte das altbekannte Endlosband bereits zum Laufen und „fürchtet“ um zahlreiche Arbeitsplätze. Letztendlich würde durch einen gerechten Mindestlohn die notwendige Flexibiität und somit die internationale Wettbewerbsfähigkeit verloren gehen.

Agenda 2010 (Rot-Grün) ist in seiner Effektivität ein glänzender Erfolg. Alt-Kanzler Schröder durfte die ersten Früchte seiner Politik jedoch erst betrachten, nachdem er zum russischen Multi-Milliardenkonzern Gasprom wechselte.

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