Niedrigzinspolitik: GDV warnt vor desaströsen Folgen für Altersvorsorge

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Für die Altersvorsorge-Branche in Deutschland scheint die Schlinge um den Hals immer enger zu werden. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft warnt erneut vor den desaströsen Folgend er Niedrigzinspolitik und fordert die Umsetzung weiterer „dringend notwendiger“ Maßnahmenm ein. Es ginge um den Schutz der verbleibenden Versicherungskunden.

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Verbraucher können sich bei Altersvorsorge auf weitere Einschnitte einstellen

Der Versicherungsbranche scheinen die dauerhaft niedrigen Zinsen am Finanzmarkt mächtig unter den Nägeln zu brennen. Mit immer kürzeren Abständen weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf die „steigenen Herausforderungen“ für die Gesellschaften und nicht zuletzt auch den Verbrauchern hin.

Nun weist der GDV mit Nachdruck auf die Missstände durch die Niedrigzinspolitik hin. Es eine „Zumutung für alle“ hin, die Vorsorge für ihre Zukunft betreiben wollen. Ein Verbraucher müsse 15 bis 20 Prozent mehr aufwenden, um einen um langfristig nur einen Prozentpunkt gefallenen Zins auszugleichen und damit die Altersvorsorge auf stabilem Niveau zu halten.

Dass ausgerechnet die Verbraucher mit geringem Einkommen von der Möglichkeit einer zusätzlichen Altersvorsorge ausgeschlossen sind, ist bereits ein lang bekanntes, aber von der Politik offenbar ignoriertes Thema. Der GDV bezieht mit der aktuellen Stellungnahme die Gruppen mit mittleren Einkommen inzwischen mit ein. In Zukunft werde die Vorsorgelücke in Deutschland anwachsen und die Anzahl der Menschen, die ihr Lebensstandard im Alter halten können, immer kleiner werden.

Diese Entwicklungen seien „fatal für die Bürger“ und auf Dauer auch eine „Katastrophe für den Staat“, so der Versicherungsverband. Die heute unzureichende Altersvorsorge werde sich später in steigende Lasten für soziale Leistungen, weniger Konsum, weniger Wirtschaftswachstum und in geringeren Steuereinnahmen wiederfinden.

Versicherer sowie andere langfristige Investoren müssen sich bereits heute mit den Widrigkeiten der Niedrigzinspolitik auseinandersetzen. Der GDV fordert die Umsetzung dringend notwendiger Reformen in der Eurozone sowie in der gesamten Europäischen Union. Es müssen Impulse für die Mobilisierung „zusätzlicher privater Investitionen“ gechaffen werden, damit Europa aus der wirtschaftlichen Stagnation herausfindet.

Zusätzlich müsse die Zinszusatzreserve neu kalibriert werden. Die Versicherungsgesellschaften gerieten durch den Aufbau steigener Rücklagen unter immer höheren Druck. Die Leistungsfähigkeit von einzelnen Unternehmen werden beeinträchtigt, obwohl diese eigentlich solide aufgestellt sind, so der GDV.

Eine weitere notwendige Maßnahme sei Anpassung der Rückkaufswerte an die veränderten Marktwerte der Anleihen. Dauerhaft niedrige Zinsen sind die eine Seite der Medaille, aber schädlich können sich auch unerwartet stark steigende Zinsen auswirken, da dadurch die Kapitalwerte der Anleihen deutlich sinken könnten. Aus dem Unterschied zwischen dem Zeitwert dieser Anleihen und dem höheren Buchwert in den Versicherungs-Bilanzen würde zu hohen „stillen Lasten“ führen. Diese stillen Lasten müssten dann in dem Fall realisiert werden, wenn ein Versicherungsvertrag gekündigt wird. Die Gesellschaften müssen die Forderungen des Kunden erfüllen und im Zweifelsfall müssen dafür gut verzinste Papiere zu einem nachteiligen Kurs verkauft werden. „Aus stillen Lasten würden echte Verluste – die aber alleine zulasten der verbleibenden Kunden gehen“, so der GDV.

Die Verbraucher können sich auf weitere Einschnitte einstellen

Bereits die vergangene Lebensversicherungs-Reform brachte im Rahmen der „Versicherungsbranche stabilisierenden Maßnahmen“ für die Versicherungsnehmer empfindliche Einschnitte ein. Weitere Kürzungen bei Auszahlungen und Rückkäufen werden zum „Schutze“ der verbleibenden Versicherungskunden sehr wahrscheinlich bald zur Diskussion stehen.



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