Niedrigzins-Markt: Lebensversicherungen suchen nach Lösungsansätzen

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Die Versicherungswirtschaft muss nach Lösungen für die private Altersvorsorge suchen, die trotz dem anhaltenden Niedrigzinsniveau die drohende Versorgungslücke der künftigen Rentner schließen kann. Der GDV verteidigt die Lebensversicherung nach wie vor als eine lohnende und vor allem sichere Altersvorsorge, aber vor erhöhten Herausforderungen gestellt.

„EZB-Leitzinssenkung führt zu Fehlanreizen“

Lebensversicherungen
Suche nach neuen Lösungsansätzen

Die zukünftige Altersversorgung wird den Rentner vor „massiven Lücken“ stellen, sollte nicht bald zu einem marktgerechten Zinsniveau zurück gefunden werden und bisher gibt es dafür keine Aussichten, warnte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV. Das Dilemma liegt im Umstand, dass es zur Überwindung der Schuldenkrise weiterhin ein zentrales Thema bleibt, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der schwachen Länder durch Reformbemühungen zur Konsolidierung der Haushalte fortzusetzen. Europa wird ohne diese Reformen nicht aus der Krise kommen, so der GDV.

Schon vor dem Termin der EZB-Ratssitzung am letzten Donnerstag warnte u.a. der GDV vor einer weiteren Absenkung des Leitzinssatzes. Bereits im Jahr 2012 mussten die Lebensversicherer aufgrund des niedrigen Zinsniveaus für ihre Kunden rund 4 Milliarden Euro einbüßen. Eine weitere Reduzierung des Zinssatzes würde die Situation noch verschärfen. Darüber hinaus warnte der Verband vor den Gefahren einer „Niedrigzinstherapie der EZB“. Diese könne zu Fehlanreizen führen und den Ländern, denen geholfen werden solle, überhaupt keinen Nutzen erbringen.

Gemeinsam nach Alternativen suchen

Durch das sinkende Zinsniveau ist die Versicherungswirtschaft dazu aufgerufen, sich gemeinsam darüber Gedanken zu machen, wie die Vorsorgelücke trotzdem geschlossen werden könne. Die unterschiedlichen Alternativen und ihre Schwächen und Stärken müssen diskutiert werden, forderte der GDV-Präsident Alexander Erdland. „Eine Lebensversicherung ist zwangsläufig komplexer als ein individueller Sparvorgang“, so Erdland. Bei einer Lebensversicherung werden Risiken, Erträge sowie Kosten geteilt und erst dieser kollektive Ansatz würde für stabile Erträge und lebenslangen Rentenzahlungen für die Versicherten ermöglichen können.

Kosten müssen weiter reduziert werden

Aufgrund der niedrigen Zinsen müssen alle Potenziale ausgeschöpft werden und dazu gehöre auch die Reduzierung der Kosten. Seit 1995 wäre die Verwaltungskostenquote in der Lebensversicherung halbiert worden und daran werde auch konsequent weiter gearbeitet, erklärte der GDV-Präsident.

Der Vorwurf, die Lebensversicherung lohne sich nicht mehr, könne nicht einfach so stehen gelassen werden. Dagegen sprächen bereits die Fakten. Derzeit gebe es eine durchschnittliche laufende Verzinsung in Höhe von 3,6 Prozent und eine Gesamtverzinsung von mehr als 4 Prozent. so Erdland. Andere sicherer Kapitalanlagen, die derzeit noch solche Renditen bieten, werden kaum noch zu finden sein. Es stimmt zwar, dass die Renditen der Lebensversicherungen im Laufe der Jahre abgesunken sind, aber dies gilt auch für alle Kapitalanlagen mit vergleichbarer Sicherheit. Alle Kapitalanleger sind von diesem niedrigen Zinsniveau betroffen, deshalb wäre die Behauptung, die private Altersvorsorge lohne nicht mehr, schlicht falsch, so der GDV-Chef.

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