Niedriger Lohn & mickrige Rente – Frauen werden doppelt bestraft

Altersarmut – Update: 17.04.16-


Der niedrige Lohn von heute ist die mickrige Renten von morgen. Frauen sind aufgrund des großen Einkommensunterschieds gegenüber den Männern doppelt bestraft.

Renteneintrittsalter

Frauen haben das Nachsehen – Jetzt als Arbeitnehmerinnen und auch später als Rentnerinnen

Frauen weitaus mehr von Altersarmut als Männer betroffen

Frauen verdienen im Bundesgebiet nach wie vor deutlich weniger als Männer. Im Jahr 2015 lagen die Löhne und Gehälter für das weibliche Geschlecht im Durchschnitt um 21 Prozent unter den Gehältern von Männern. Angesichts der Rentenkürzung auf 43 Prozent des letzten Bruttogehalts bis 2030 kann vor allem bei den Frauen von einer extrem stark ansteigenden Altersarmut ausgegangen werden.

Der ohnehin schon große Unterschied bei den Einkommen wird sich im späteren Rentenalter noch sehr viel stärker bemerkbar machen. Der Abstand wird noch viel gravierender ausfallen, so das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Nach einer Analyse aktueller Daten aus dem „WSI GenderDatenPortal“ stellte sich heraus, dass Frauen nicht nur bei der gesetzlichen Rente, sondern auch bei der betrieblichen Altersversorgung im klaren Nachteil sind.

Der „Gender Pension Gap“ lag 2011 durchschnittlich bei 57 Prozent. Im Jahr 1992 lag der Unterschied zu den Rentenbezügen zwischen Frauen und Männern noch bei 69 Prozent. Damit sei eine langsame Angleichung beobachtbar.

Im Jahr 2014 erhielten Frauen eine durchschnittliche gesetzliche Rente von 618 Euro. Männer erhielten 1.037 Euro. Ein Unterschied um mehr als 40 Prozent. Frauen kommen bei den Hinterbliebenenrenten allerdings besser als Männer weg. Witwen erhielten im Schnitt 592 Euro, Witwer dagegen weniger als die Hälfte. An diesem Punkt schlägt wieder der Lohnunterschied durch. Verstorbene Ehemänner hatten in der Regel ein höheres Einkommen als die verstorbene Ehefrau. Darüber hinaus werden für die Berechnung der Hinterbliebenenrente die noch erzielten Einkommen angerechnet. Diese fallen bei Frauen meist niedriger aus.

In der betrieblichen Altersvorsorge hängen die Frauen den Männern noch sehr viel deutlicher nach. Im Jahr 2011 bezogen lt. WSI 25 Prozent der Männer eine Betriebsrente der Privatwirtschaft, aber nur 6 Prozent der Frauen. Die Bezüge lagen bei den männlichen Ruheständlern mit 574 Euro fast dreimal höher als bei Frauen.

Im öffentlichen Dienst sind die Unterschiede geringer, aber immer noch sehr ausgeprägt. Die weiblichen Rentner müssen mit durchschnittlich 250 Euro aus Leistungen von Zusatzversicherungen auskommen, während Männer im Schnitt 392 Euro erhalten.

Die Grundsicherung ist eine Domäne der Frauen

Es sei keine Überraschung, dass wesentlich mehr Frauen von der Grundsicherung („Sozialhilfe für Rentner“) abhängig sind als Männer. Im Jahr 2014 bezogen 3,2 Prozent der Frauen (314.000 Frauen) eine Grundsicherung, gegenüber 2,7 Prozent der Männer (201.000 Männer). Ein hauptsächlicher Grund für diese Entwicklung sei das seit Jahren beständig absinkende Niveau der gesetzlichen Rente, bei gleichzeitig steigendem Grundsicherungsniveau.

Ein Erbe der rot-grünen Agenda 2010.





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