Neuartige Altersvorsorge der Allianz könnte LV-Markt umkrempeln

Allianz Lebensversicherung-


Die Allianz wird voraussichtlich ab Juli 2013 den privaten Lebensversicherungsmarkt ordentlich umkrempeln. Mit einer neuartigen Police für die Altersvorsorge könnte der Anfang vom Ende der klassischen Rentenvorsorge eingeläutet werden. Eine neue Variante würde vom Garantiezins Abschied nehmen, die Renditechancen, aber auch die Risiken für den Versicherungsnehmer anheben.

Lebenszeitgarantie wird mit neuer Allianz-Lebensversicherung abgeschafft

Private Mindestrente
Mindestrente + Chancen + Risiken

Mehr Rendite-Chancen, höhere Risiken und keine Garantie auf Lebenszeit. So lauten die auf einen gemeinsamen Nenner gebrachten neuen Eigenschaften einer Altersvorsorge nach den Vorstellungen des Münchner Versicherungs-Giganten Allianz.

Sollte diese neue Variante einer Lebensversicherungspolice in die Praxis umgesetzt werden, hätten sie nur noch mehr wenige Gemeinsamkeiten mit den „traditionellen“ Konditionen einer herkömmlichen Versicherung. Die Allianz scheint es tatsächlich ernst zu meinen, denn über die blanke Theorie hinaus soll lt. fr-online.de (Donnerstag) bereits im Juli dieses Jahres der Vertrieb gestartet werden.

Demnach plant der Versicherungskonzern grundsätzlich die „gewohnte“ Garantie auf Lebenszeit in zwei Sparten zu teilen. Der eine Garantie-Bestandteil sieht eine zugesagte Rendite auf die bis zum Ablauf der Beitragsphase eingezahlten Beträge vor und nicht mehr wie bisher auf die monatlichen Leistungen für den Rentenempfänger. Mit dem Empfang der Rentenleistungen kommt die zweite Garantie-Leistung zum Tragen, die nach dem Ablauf der Einzahlphase neu berechnet wird. Die seit Jahren abgesunkene Garantieverzinsung von derzeit 1,75 Prozent wäre hinfällig.

Eine Mindestrente würde nach dem neuen Modell der Allianz jedoch als Garantieleistung zugesprochen werden, die gleich zum Vertragsabschluss definiert wird. Nach Ablauf der Beitragsphase käme es zu einer Neuberechnung der Mindestrente auf Basis des Zinsniveaus. Die Allianz sieht für den Kunden einen Vorteil aufgrund der möglichen höheren Renditen, da die Kosten für Garantieleistungen entfielen.

Weitere Details, ob auch ggfs. Risikoleistungen (Todesfall) im Versicherungsumfang enthalten sind, will Allianz erst im Juli bekannt geben, aus „Wettbewerbsgründen“.

Gegensätze zwischen Theorie und Praxis

Den Beteuerungen der Versicherern und deren Vertretern, die Lebensversicherungen seien aufgrund der Niedrigzinsphase zwar vor neuen Herausforderungen gestellt, aber keinesfalls gefährdet, scheint mit der Maßnahme des Branchen-Primus Allianz etwas der Wind aus den Segeln genommen worden zu sein. Offensichtlich sind die „Herausforderungen“ doch so bedeutend, um gleich mit neuen Produktvarianten an den Markt herantreten zu müssen.

Das seit Monaten auf Rekordtief liegende Zinsniveau stellt die Assekuranzen vor das Problem, besonders die hochverzinsten Altverträge bedienen zu können. Offensichtlich rechnet die Allianz mit einem über Jahre anhaltendem Zinstief, die für Neukunden keine attraktiven Versicherungsprodukte mehr zuließen. Die neue Variante der privaten Altersvorsorge würde den Versicherern das Risiko aus den Marktbedingungen nehmen und dafür auf den Kunden abwälzen. Diesen würde lt. Allianz zwar ein steigendes Zinsniveau durchgereicht werden, umgekehrt könnte aber am Beginn der Rentenbezüge eine vereinbarte Mindestrente dennoch das Maximum bedeuten.

Weitere Einzelheiten werden voraussichtlich mit der Produkterscheinung im kommenden Juli bekannt gegeben. Bis dahin wären bis auf die Feststellung, dass Versicherer Risiken an den Versicherungskunden abgeben, weitere Details nur spekulativ.

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