Möglichkeiten für ausreichende Rente rücken in weite Ferne

Renten-Dilemma –


Die Lebenserwartung steige stetig weiter an, so eine Annahme für die künftige Aufwendungen für eine ausreichende Rentenversorgung. Die Möglichkeiten dafür rücken allerdings in immer weitere Ferne.

Renteneintritt

Vorsorgemaßnahmen für Rente müssen stets angehoben werden

Wachsende Vorsorge-Notwendigkeit bei steigender Armut

Die Lebenserwartung steigt weiterhin an und deshalb müsse jeder Einzelne bei seiner Planung der Altersvorsorge nachjustieren. Zum Anlass des Weltspartages 2020 und dennoch zu einer Zeit, in der mit dem erneuten sog. „Lockdown-Light“ ein weiterer großer Schwung Menschen aus dem Arbeitsverhältnis heraus katapultiert und ein anderer Großteil zur Gruppe der Millionen Kurzarbeitern befördert wird, ermahnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erneut mit erhobenen Zeigefinger zur Wahl einer Privatrentenversicherung. Da niemand wissen könne, wie lange die angesammelten Ersparnisse ausreichten, befände sich ein Jeder in einem Dilemma. Es stellte sich nur die Frage, wie umfangreich die Ersparnisse der Arbeitnehmer im anwachsenden Niedriglohnsektor, der gegenwärtigen Ausweitung der Lockdown-Schäden und den gleichzeitig steigenden Lebensmittel- und Strompreisen ausfallen könnten. Dies noch alles bei zementierten Null-Zinsen.

Wie hoch die Sparanstrengungen ausfallen müssten, hängen von mehreren Faktoren ab. Dazu zählten lt. GDV die Höhe des Erwerbseinkommens, der Zins und das gesetzliche Rentenniveau. Letzteres wurde ohnehin ganz im Interesse der privaten Versicherungswirtschaft massiv beschnitten und mit vorläufigem Ziel 2030 auf 43 Prozent des langjährigen Durchschnittseinkommens abgesenkt. Natürlich darf im Rahmen der privaten Vorsorge auch die Lebenserwartung nicht vergessen werden. Diese steige gänzlich eines diktierten Dogmas noch immer an. Statista kalkuliert die Lebenserwartung in weiser Voraussicht sogar bis zum Jahr 2060, also rund 40 Jahre im Voraus. Auf welche Faktoren diese Annahme basiert, bleibt jedoch offen. Scheinbar wurde die Linie aus den vergangenen Jahren einfach in die Zukunft verlängert.

Annahme steigende Lebenserwartung gehörte einmal korrigiert

Dabei manifestiert sich die Feststellung, dass die allgemeine Lebenserwartung längst wieder auf dem Rückzug ist. Bereits vor rund 2 Jahren stellten die Statistiker einen Knick in der bisher ansteigenden „Lebenslinie“ fest. Dieser Trend setzte sich jedoch auch bis ins Jahr 2020 fort. Grund für den Rückgang der Lebenserwartung seien vor allem ungesunde Ernährung (zu viel Chemie), Behandlung von Symptomen anstatt an Ursachen, Übergewicht und nicht zuletzt die ansteigende Armut innerhalb der Industrieländer. Andere Statistiken stellten unlängst fest, dass wohlhabende Menschen eine deutlich höhere Lebenserwartung haben als arme.

Trotz allem hält die Versicherungswirtschaft am Dogma einer stetig steigender Lebenserwartung fest. Entsprechend werden auch Beitragshöhen und Auszahlungssummen dimensioniert. Da bei dieser Annahme jeder Einzelne aus der Sicht der Versicherungsmathematiker ein anwachsendes „Überlebensrisiko“ besitzt, müssen die Leistungen entsprechend gekürzt, bzw. die Sparbeiträge angehoben werden.

Modellrechnung für notwendigen Sparbeitrag

Wie es um die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge derzeit bestellt sei, zeigt eine vom GDV beauftragte Prognos-Studie auf. Demnach müsse ein heute 30-Jähriger (Geburtsjahr 1990) bei einem über das vollständige Berufsleben kontinuierlichen Durchschnittslohn nominal ca. 110.000 Euro ansparen, damit im Rentenalter das Sicherungsniveau von 55 Prozent erreicht werde. Pro Jahr wäre somit eine Sparsumme in Höhe von 2.700 Euro fällig. Diese Berechnung geht davon aus, dass das Rentenniveau auf dem Stand bleibt, wie es zur Jahrtausendwende definiert wurde (Renteneintritt mit 67), einer Nachkostenrendite von 2,6 Prozent über die gesamte Spar- und Rentenphase und von einer Rentenbezugsdauer von 24 Jahren.

Sollten die Rentner jedoch ein Lebensalter von 100 Jahren erreichen, müsste die jährliche Sparsumme auf 3.300 Euro ausgeweitet werden. Heute schon erreichte schon rund jeder Zehnte des Jahrgangs 1990 das Alter von 100 Jahren, so GDV. Bei den Frauen liege die Quote der künftig 100+-jährigen bei 15 Prozent.

Der Ausweg aus dem Dilemma, welches aufgrund der Ungewissheit des zu erreichenden Lebensalters zu einem Lotteriespiel ausarten könnte, sei die Privatrentenversicherung. Diese zahle die Renten unabhängig vom Alter der Kunden. Versicherer berechnen die Beitrags- und Rentenhöhen in Form einer Mischkalkulation und diese basiert auf der mittleren Lebenserwartung eines (virtuellen) Kollektivs. Sterben Menschen früher als kalkuliert, so werde Vermögen frei, welches für die Finanzierung der besonders Langlebigen verwendet werde.

Nebenbei auch die Inflation berücksichtigen

Nicht berücksichtigt wurde bei diesen Modellrechnungen die nicht nur erwartete, sondern sogar erwünschte Inflation. Ein nominaler Sparbetrag von 110.000 Euro in einem Zeitraum von 24 Jahren und einer durchschnittlichen Inflationsrate von (nur) 1,2 Prozent schrumpft in seiner Kaufkraft auf rund 82.600 Euro zusammen. Der Ausgleich der Inflation erforderte einen Sparbetrag in Höhe von knapp 146.500 Euro.

So ganz nebenbei sind es vor allem die Versicherer im Bereich der Altersvorsorge, die aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen immer mehr ins Wanken geraten. Mitte Oktober 2020 warnten Verbraucherschützer eindringlich vor dem Abschluss einer Kapitallebensversicherung und zogen auch die Privatrentenversicherung in die Sparte der inzwischen nutzlos gewordenen Vorsorgemaßnahmen ein.

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