Lebensversicherung Studie 2013: Assekurata contra GDV

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Die Ratingagentur Assekurata veröffentlichte ihre Studie 2013 zu den Lebensversicherungsprodukten am Markt. Demnach sieht die Situation für die Unternehmen sowie auch der Kunden alles andere als vielversprechend aus. Die Renditen und Zinsen werden sich weiterhin auf Talfahrt begeben.

Steigender Zins-Druck geht zu Lasten der Renditen und Überschüsse

Rentenzukunft
Wo liegt die Zukunft der privaten Rentenversicherung?
Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

„Perfektes Timing“. Die Ratingagentur Assekurata veröffentlichte gestern ihre elfte Studie in Folge zu den Gewinnbeteiligungen deutscher Lebensversicherer und kommt darin zum Ergebnis, dass die Renditen der Altersvorsorge buchstäblich am Abrutschen sind. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lobt am gleichen Tag die Lebensversicherung in Zeiten niedriger Zinsen als unerreicht.

Unterm Strich kommt Assekurata zum Schluss, dass die Lebensversicherer aufgrund der Finanzkrise nicht vor temporären Problemen stünden, sondern viel mehr noch mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben werden.

Die Ratingagentur nahm 69 Unternehmen unter die Lupe, die wesentlichen Anteil am deutschen Lebensversicherungsmarkt haben. Im Marktdurchschnitt erhalten die Versicherungsnehmer 2013 eine Rendite von 3,61% für den Sparanteil ihrer Versicherungspolicen. Letztes Jahr lag der Schnitt noch bei 3,91%.

Der Druck auf die Versicherer und Kunden wächst
Damit die Unternehmen einen finanziellen Puffer bei einer drohenden Krise zur Verfügung hätten, plante die Bundesregierung die Versicherungsunternehmen von der Pflicht zu befreien, die Reserven an ihre Kunden auszuzahlen. An vorderster Linie sollten mit zusätzlichen Reserven der Garantiezins sichergestellt werden. Im Jahr 2012 lag die Höhe des Garantiezins noch durchschnittlich bei 3,15%. Neuverträge erhalten ohnehin nur noch einen Garantiezins von 1,75%.

Die Unternehmen stockten ihre Reserve von 1,5 Mrd. Euro im Vorjahr auf rund 5 Mrd. Euro auf. Das quasi zurück gehaltene Kapital geht zu Lasten der Renditen für die Kunden. Assekurata geht davon aus, dass die Versicherer in diesem Jahr weitere 4 Mrd. Euro Reserve drauf legen müssen. Die endgültige Entscheidung für die Schaffung einer zusätzlichen Reserve steht jedoch noch aus, da sich die Länder gegen diese Regelung wehren, um die Benachteiligung der Versicherungskunden abzuwehren.

Die Überschussbeteiligungen gehen bereits seit Jahren kontinuierlich zurück. Nach Assekurata habe es sogar eine Beschleunigung zur Abwärtsbewegung gegeben. Bei den Rentenversicherungen sei die laufende Verzinsung um 0,30 Prozentpunkte gefallen, im Jahr zuvor lediglich um 0,15 Prozentpunkte. Aus allen untersuchten Angeboten über die unterschiedlichen Laufzeiten hinweg, ergibt sich derzeit eine laufende Verzinsung von 3,68%, letztes Jahr lag der Wert von bei 3,92%. Die laufenden Zinsen wurden ausnahmslos bei allen untersuchten Angeboten reduziert.

Der GDV hält an Renten- und Lebensversicherungen fest

Nach wie vor hält der GDV an den Vorzügen einer privaten Altersvorsorge fest. Zwar räumt auch der Versichertenverband ein, dass Verbraucher in Zeiten der Niedrigzinsen vor der Frage stünden, was zum Aufbau einer Altersabsicherung überhaupt noch rentierte, hebt aber dennoch die Rentenversicherung als die beste Altersvorsorge für die meisten Menschen hervor. Die private Rentenversicherung böte gegenüber allen anderen Vorsorgeprodukten den Vorteil einer garantiert lebenslangen Alterssicherung.

Der GDV spricht ebenfalls von einem derzeitigen Gesamtverzinsungsniveau von 3,6%, stellt dies allerdings in die Relation anderer Finanzprodukte. Darüber hinaus gäbe es kaum ein anderes Produkt, dass auch in Zeiten niedriger Zinsen ein ähnlich hohes Gesamtverzinsungsniveau erreichte. Darüber hinaus mit Mindestverzinsungs-Garantie.

Für die meisten Arbeitnehmerhaushalte sollte die Riester-Rente lt. GDV nach wie vor die erste Wahl zur Altersvorsorge bleiben, neben der betrieblichen Altersvorsorge. Gerade für Familien und Geringverdiener wären die Renditen aufgrund der Zulagenförderungen unerreicht. Alleinstehende und Besserverdiener könnten die Riesterrente bei der Steuer angeben und sich zusätzliche Euros einsparen.

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