Krisenpotenzial Altersvorsorge in den EU-Ländern

Altersvorsorge in Europa-


Die private Altersvorsorge sollte zunehmend aus einer „europäischen Sicht“ betrachtet werden. Die einzelnen EU-Länder haben eigene Alterssicherungssysteme sowie Möglichkeiten, durch Eigeninitiativen für ein ausreichendes Einkommen im Rentenalter zu sorgen. Die Sorge und Einsicht dafür ist innerhalb der EU-Bevölkerung sehr unausgewogen. Ein Potenzial, das mit dem Generationswechsel zu einem ausgewachsenen Problem werden kann.

Niederlande und Deutschland Spitzenreiter in Privatvorsorge

Generationsvertrag
Generationsvertrag im Prüfmodus

Die Rentendiskussion ist in Deutschland neu entfacht worden. Es wird um neue „Hilfs- und Lösungsmittel“ gerungen, die eine drohende Altersarmut der zukünftigen Rentner vermeiden oder zumindest abmildern können. Während Politiker und Renten-Spezialisten über „Sinn & Unsinn“ von Zuschussrenten streiten, die Vor- und Nachteile einer klassische Rentenversicherungen abwägen und die einst als Musterlösung geltende Riester-Rente in seiner Effektivität „relativieren“, wollte ING wissen, wie es um die Arbeitnehmer in der Nachbarschaft bestellt ist.

Der europäische Gedanke, wie dieser bereits seit Beginn der Schuldenkrise ganz besonders zelebriert wird, erfordert zwingend die Sicht über die Grenzen Deutschlands hinweg zu erweitern. Eine Verallgemeinerung der Schuld einzelner Geldinstitute dient offenbar als Vorlage für das angestrebte Konzept innerhalb der Europäischen Gemeinschaft.

Somit ist es alles andere als an den Haaren herbei gezogen, dass ggfs. auftretende Mängel bei der Altersvorsorge in den europäischen Nachbarländern spürbare Effekte auf die Steuerzahler in der Bundesrepublik haben könnten. Vom staatlichen Rentensystem der einzelnen Mitgliedsländer erwartet man aufgrund der offensichtlichen Entwicklungen der Haushaltsverschuldungen und den Arbeitsmarktentwicklungen kaum zufriedenstellende Resultate, egal um welches EU-Land es sich handeln möge. Der Blick geht somit gezielt auf die Bereitschaft der jeweiligen Landesbevölkerung, wie es um ihre Bereitschaft für eine private Altersvorsorge bestellt ist.

ING beauftragte das Marktforschungsunternehmen TNS, die Vorsorgebereitschaft in den EU-Ländern in Erfahrung zu bringen. Dazu wurden mehr als 12.000 Menschen in zwölf europäischen Ländern befragt. Deutschland kommt bezüglich Bevölkerungsanteil mit Sorge um die Altersvorsorge auf die Position Zwei.

59 Prozent der deutschen Bevölkerung sorgen in Form einer privaten Altersvorsorge oder einer betrieblichen Rentenvorsorge für das ausreichende Einkommen im Ruhestand vor. Mit 67 Prozent der Bevölkerung hält die Niederlande sogar noch einen deutlichen Abstand gegenüber der Bundesrepublik. In den derzeitig thematisierten „Krisenländern“ Italien und Spanien sehen es lediglich 29 Prozent der Einwohner als erforderlich an, um für ein ausreichendes Einkommen im Rentenalter zu sorgen.

Die Sorgen scheinen realistisch eingeordnet zu sein
In Deutschland sorgen sich 42 Prozent der derzeit Berufstätigen über den notwendigen Aufbau einer Altersrücklage. Unbekümmert zeigen sich dagegen 26 Prozent der Befragten. Mehrheitlich „sorgenlos“ zu finanziellen Rücklagen zeigen sich die Menschen in Österreich und in den Niederlanden.

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der berufstätigen Deutschen rechnen damit, dass sich ihre finanzielle Situation im Rentenalter gegenüber dem derzeitigen Renten-Niveau verschlechtern wird. Aus der Sicht der bereits ins Rentenalter eingetretenen Bevölkerung rechnen 58 Prozent mit einer schlechteren Versorgung für die folgenden Generationen.

Senior Economist der ING, Carsten Brzeski, sieht in den Entwicklungen der noch folgenden Jahre eine große „sozial-ökonomische Herausforderung“ für Europa und auch in Deutschland. Brzeski befürchtet das weitere auseinander gehen der Schere zwischen Arm und Reich. Er begrüßt aber die derzeit zum „richtigen Zeitpunkt“ eingesetzten Diskussionen zur Altersarmut. „Denn mit der mangelnden Altersversorgung versteckt sich eine weitere Zeitbombe in Europa, die sich unter der Staatsschuldenkrise versteckt hält“, warnt der Senior Economist der ING.



ING Angebote zum Thema Geld, Sparen und Kredite

Ratenkredit Autokredit Rahmenkredit
Wohnkredit Extra Konto Tagesgeld Festgeldkonto
Girokonto Studentenkonto Direkt-Depot
ING Austria Ratenkredit ING Austria Tagesgeld

Beitrag anderen Menschen mitteilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.