Kapitalgedeckte Altersvorsorge wird als alternativlos deklariert

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Die kapitalgedeckte Altersvorsorge in Händen der privaten Versicherungswirtschaft erscheint „alternativlos“. Der GDV hebt die Vorzüge der kapitalgedeckten Varianten hervor, fokussiert die betriebliche Altersversorgung (bAV) und beschreibt die Risiken abweichender Rentenmodelle.

Ökonomen

Angeschlagene private Altersvorsorge: Versicherungswirtschaft geht in die Offensive

Private Altersvorsorge muss in privater Versicherungswirtschaft bleiben

Mit den fallenden Zinsen und den steigenden Kritiken an der klassischen kapitalgedeckten Altersvorsorge lebte gleichzeitig die Forderung nach mehr Unterstützung der betrieblichen Altersversorgung auf. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird nicht müde, die vermeintlichen Vorzüge der bAV hervorzuheben und Maßnahmen für einen effektiven Ausbau der betrieblichen Altersversorgung einzuleiten.

Die bAV scheint nach dem allmählichen Ausklingen der Riesterrente & Co. die einzig „vernünftige Alternative“ zu sein. Um dieser These noch mehr Nachdruck zu verleihen, erklärte der GDV, warum z.B. das Altersvorsorgemodell der Skandinavier für Deutschland überhaupt nicht in Frage kommen könne. „So verdankt der Norwegische Staatsfonds seine große Bedeutung dem Nordseeöl. Denn der Fonds wird gespeist aus den Überschüssen der norwegischen Ölindustrie. Deutschland verfügt aber nicht annähernd über vergleichbare Rohstoffe und Einnahmequellen. Damit ist ein Vergleich mit Deutschland nicht möglich“, so die bereits zur Einleitung auf den Nenner gebrachte Begründung.

Eine umlagenfinanzierte Altersvorsorge scheint ohnehin tabu zu sein und der Gesamtverband erkennt auch erhebliche Risiken, wenn die kapitalgedeckte Variante in staatliche Hände geriete. „In Krisenzeiten können die Mittel leicht zweckentfremdet werden, wie dies in Irland und Spanien geschehen ist. In beiden Ländern wurden staatliche Reservefonds der Sozialversicherung dazu missbraucht, um die Folgen der Finanzmarktkrise zu bewältigen. Die Gleichung staatliche Vorsorge = sichere Vorsorge geht somit häufig nicht auf“, so der GDV.

Deutschland verfügt tatsächlich über kaum Rohstoffe, geschweige über die Erdölmengen wie Norwegen. Allerdings ließe sich angesichts der weltweit geltenden Rekorde bei den Leistungsbilanzüberschüssen mit Sicherheit Industriezweige finden, mit dem vergleichbare Fonds gespeist werden könnten. Es ist leicht zu erkennen, dass jegliche Variante einer privaten Altersvorsorge, die der privaten Versicherungswirtschaft auch nur ein Scheibchen der Marktanteile aus der Hand nehmen würde, keine Alternative sein „darf“.

Von den Risiken einer bAV hört man nur wenig

Die Risiken einer bAV zeigt „brandaktuell“ die Insolvenz des Modelleisenbahn-Herstellers Fleischmann auf. Das Traditionsunternehmen kann die Betriebsrenten nicht mehr stemmen und versucht nun, die Lasten auf den Pensions-Sicherungs-Verein abzuwälzen. Vor einem „demografischen Wandel“ ist auch ein Unternehmen nicht gefeit. Rund 600 ehemalige Fleischmann-Mitarbeiter bezogen eine Betriebsrente und dem gegenüber standen lediglich 33 Mitarbeiter, die für die Finanzierung der bAV aufkommen mussten. Die Rechnung ging nicht mehr auf.

Bosbach: Debatten um Demografie sind komplett falsch

Der Mathematiker und Statistik-Experte Prof. Dr. Gerd Bosbach brachte es vor knapp drei Jahren auf den Punkt. Zum Thema kapitalgedeckte Altersvorsorge handelte es sich nicht um ein „naturgegebenes Demografie-Gesetz, sondern eine gewollte Umverteilung zu Gunsten der Unternehmer, die den Gewinn des technischen Fortschritts komplett alleine einheimsen. Und darüber soll wohl nicht gesprochen werden. Deshalb die ständige Demografie-Leier“.



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