Trotz BGH-Urteil bleibt Policen-Kündigung ein Verlustgeschäft

BGH Urteil LV-Kündigung-


Für viele Inhaber einer Lebensversicherung gilt eine neue Definition zum Auszahlungsbetrag bei vorzeitiger Kündigung. Der BGH sorgt mit einem Urteil für mehr Klarheit zu den Vertragsklauseln. Klar ist weiterhin, dass der Verbraucher bei einer Policenkündigung nach wie vor mit hohen Verlusten rechnen muss.

Geldverluste

Policenkündigungen sind nach wie vor mit “Geld verpulvern” gleichzusetzen

Vorzeitige LV-Rückgabe bleibt nach wie vor ein Minus-Geschäft

Ein klärendes Urteil zum Thema Kapital-Lebensversicherungen. Bisher war es gang und gäbe, beim Rückkauf der Versicherungspolice von der Gesellschaft lediglich den gegenwärtigen Rückkaufwert abzüglich diverser Kostennoten ausgezahlt zu bekommen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun bisher gängige Vertragsklauseln als unzulässig erklärt und die Ansprüche der Kunden für Verträge zwischen 2001 und 2007 (vermeintlich) gestärkt.

Die Kündigung bzw. der Rückkauf einer Lebensversicherung (LV) war generell ein Verlustgeschäft für den Versicherungsnehmer. Der sog. Rückkaufwert wurde von der Versicherungsgesellschaft berechnet und zur Auszahlung kam diverse Abzüge wie Stornogebühren, Vermittlungsprovisionen und Abschlusskosten hinzu. Eine breite Palette von Minus-Posten, die die Rückgabe der Police für den Versicherungsnehmer zu einem äußerst unattraktiven Deal machten. Dennoch wurden bestehende LVs millionenfach zurückgegeben, nicht selten aus Geldnot.

Am Mittwoch hat der BGH nun einen Strich durch die Rechnung gezogen, die den Abzug der Stornogebühren betrifft, aber den Versicherungsnehmer bei einer Kündigung dennoch nicht vor dem Aderlass bewahren. Darüber hinaus gilt das Urteil für Lebensversicherungen, die zwischen Ende 2001 und 2007 abgeschlossen wurden. Für die Verträge ab 2008 gilt ohnehin das Versicherungsvertragsgesetz, welches bereits eine gesonderte Regelung für die vorzeitige Rückgabe der LV enthält. Die in der Regel im Vertrag vorhandenen Klauseln für den Rückkaufwert sind vom BGH bereits im vergangenen Jahr für Null und Nichtig erklärt worden. Der Verbraucher habe keinen Einblick auf die tatsächlichen Kosten und Gebühren. Deshalb stellte diese Vertragsklausel eine “unangemessene Benachteiligung des Versicherungsnehmers” dar.

BGH setzt für Rückkaufwert ein Minimum fest
Den betroffenen Versicherungspolicen liegt zur Berechnung des Auszahlungsbetrags eine neue Grundlage vor. Der BGH definierte einen Auszahlungsbetrag, der mindestens der Hälfte der bisher eingezahlten Beiträge und zusätzlich der Gewinnbeteiligung entspricht. Die üblichen Stornogebühren dürfen nicht mehr zur Anwendung kommen.

Als einen “echten Gewinn” für den Verbraucher kann das Urteil jedoch nicht bezeichnet werden. Nach wie vor muss der Versicherungsnehmer bei der vorzeitigen Kündigung seiner LV mit hohen Verlusten rechnen.


Das Prinzip “Verlustgeschäft” ändert sich nicht
Nach wie vor bleibt die Kündigung bzw. die Rückgabe einer Lebensversicherungspolice ein Verlustgeschäft für den Versicherungsnehmer. Dieser Weg sollte auch bei Geldmangel nur als letzte Alternative in Erwägung gezogen werden. Hilft es bereits, die monatlichen Beiträge einzusparen, kann die Police auch stillgelegt werden. Wird ein höherer Geldbetrag benötigt, bietet sich die Beleihung der Lebensversicherung an. – Weitere Infos

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.