IW: Höheres Renteneintrittsalter und weniger Leistungen

Gesetzliche Rente-


Das Institut der deutschen Wirtschaft ist auf das Boot aufgesprungen, in dem die Anhebung des Renteneintrittsalters sowie weitere Kürzungen zum Leistungsniveau aufgrund des demografischen Wandels als unverzichtbar angesehen werden.

Auch nach 2030: Rentenalter rauf – Rentenleistungen runter

Renteneintrittsalter
Die Rentenbezüge scheinen davon zu laufen

Der demografische Wandel würde das deutsche Rentensystem überfordern und deshalb sei auch eine Anhebung der Altersgrenze zum Eintritt in den Ruhestand erforderlich. Aus diesem Grund sieht das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) die Erhöhung des Renteneintrittsalters auch nach 2030 als unumgänglich an und schloss sich damit den bisherigen Diskussionen um die Rentenfrage an. Das IW lenkte jedoch ein, dass die Integrierung von Selbstständigen und Beamte ins Rentensystem keine Lösung darstelle.

Sollte die Lebenserwartung weiterhin ansteigen, müsse die Regelaltersgrenze über das 67-te Lebensjahr hinaus angehoben werden, so das IW. Sollten die bestehenden Rentner länger leben, würden nicht automatisch weniger Menschen in den Ruhestand wechseln. Dem Gesetzgeber bliebe nur der Ausweg, die Altersgrenze anzupassen, wenn weder die Rentenbeiträge „ins Uferlose“ steigen, noch das Versorgungsniveau weiter absinken solle.

Heute würden Menschen im Ruhestand für durchschnittlich 18,5 Jahre die gesetzliche Rente beziehen. Seit 1970 sei die Rentenzeit somit um rund sieben Jahre angestiegen, so das Institut. Der sogenannte Rentenbestand habe sich in der gleichen Zeit signifikant erhöht. Alleine in Westdeutschland sei die Anzahl der ausgezahlten Renten von 9,9 auf 20 Millionen angestiegen. Die 5 Millionen Renten in den neuen Bundesländern müssten dazu gezählt werden.

Wären die bisherigen Rentenreformen, wie die Begrenzung des Beitragssatzanstiegs bis 2030, der Übergang zur Rente mit 67 sowie das Absenken des gesetzlichen Versorgungsniveaus, ausgeblieben, würde der Beitragszahler schon längst überfordert sein.

Weitere Einschnitte zum Rentenbezug seien notwendig
Derzeit würden die Versicherten ihre Altersrente erstmals im Alter von durchschnittlich 63,5 Jahren beziehen. Zwar wäre das Durchschnittsalter im Jahr 2000 bei rund 62,5 Jahren gelegen, aber nach wie vor befindet sich das Eintrittsalter unter der gesetzlich vorgegebenen Altersgrenze von derzeit 65 Jahren.

Einbindung von Beamten und Selbstständigen nur bedingt möglich
Derzeit würde die Möglichkeit, Beamte und Selbstständige ins gesetzliche Rentensystem zu integrieren, intensiv debattiert werden. Dennoch sieht das IW mit diesem Weg keine Lösung auf Dauer. Wer Beiträge zum Rentensystem leistete, würde auch auf mittelfristiger Sicht einen Anspruch auf Leistungen geltend machen. Die Einbindung dieser Berufsgruppen würde bestenfalls ein temporär verbessertes Verhältnis zwischen Einnahmen zu Ausgaben herstellen können.

Die bisher erworbenen Ansprüche der Selbstständigen und Beamten könnten nicht einfach übergangen werden, so das IW. Die Integration könne deshalb nur über einen langen Zeitraum hinweg gelingen. Dazu wäre z.B. ein bestimmter Stichtag notwendig, ab dem für alle zukünftigen Erwerbstätigen eine vereinheitlichte Versicherungspflicht gälte.

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