Höhe Erwerbsminderungsrente im Jahr 2015 angestiegen

Rentenbezüge-


Die Höhe der Erwerbsminderungsrente ist im Jahr 2015 um gut 40 Euro angestiegen. Im Schnitt lag die Höhe der Rentenbezüge bei 672 Euro. Der Anstieg vermeidet allerdings bei sehr vielen Betroffenen nicht die Abhängigkeit von der Grundsicherung.

Höhere Erwerbsminderungsrente gilt ab 01. Juli 2014

Renteneintritt
Höhere Rente - Errungenschaft der Reform?

Im Jahr 2015 ist die Höhe der durchschnittlichen Erwerbsminderungsrente lt. Angaben der Deutschen Rentenversicherung um 44 Euro auf 672 Euro pro Monat gestiegen, ein Plus um rund 7 Prozent. Dies sei ein Resultat der zum 1. Juli 2014 in Kraft getretenen Reform der Erwerbsminderungsrente, so ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung, wir RP-Online (22.08.16) berichtete.

Nach den Jahren der sinkenden Bezüge stellte die Entwicklung im Jahr 2015 für die von einer Erwerbsminderungsrente abhängigen Menschen nun eine Trendwende dar. Allerdings geht aus den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung Bund hervor, dass die Höhe der Erwerbsminderungsrente bereits seit dem Jahr 2011 angestiegen ist. Eine Abnahme der Rentenhöhe fand z.B. zwischen den Jahren 2000 und 2010 statt. So bezog ein Mann (alte Bundesländer) im Jahr 2000 im Schnitt 780 Euro Erwerbsminderungsrente. Im Jahr 2011 waren es nur noch 635 Euro.

Die Betroffenen profitierten nun von einer günstigeren Berechnungsgrundlage. Nach der neuen Regelung erhalten die Betroffenen nun ein durchschnittliches Einkommen, das so berechnet wird, als wenn sie über ein durchschnittliches Einkommen bis zum 62. Lebensjahr gehabt hätten. Vorher galt ein fiktives Lebensalter von 60 Jahren. Zusätzlich wird eine „Günstigerprüfung“ durchgeführt. War der Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen, im Zeitraum von vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung eine geringer bezahlte Teilzeitarbeit aufzunehmen, so wird dieser Zeitabschnitt zur Berechnung der Erwerbsminderungsrente nicht berücksichtigt.

Nicht in die neue Regelung zur Erwerbsminderungsrente fallen alle Betroffenen, die schon vor dem 01. Juli 2014 eine Rente beziehen. Lt. der Deutschen Rentenversicherung kamen im Jahr 2015 rund 174.300 Menschen hinzu, ein Anstieg um 2,1 Prozent. Derzeit sind in der Bundesrepublik ca. 1,6 Millionen Menschen von einer Erwerbsminderungsrente abhängig. Das durchschnittliche Alter beim Eintritt in die Erwerbsminderung lag im letzten Jahr bei 51,6 Jahren.

Anspruch auf Grundsicherung ist fast vorprogrammiert

Einen Anspruch auf Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung oder im Alter haben alle Betroffenen, wenn sie mindestens 18 Jahre alt und „voll erwerbsgemindert“ sind oder die Regelaltersgrenze erreicht haben. Diese Grenze liegt bei einem Alter von 65 Jahren für Geburtsjahre bis Ende 1946, ansonsten derzeit 65 Jahre plus 1 Monat. In den kommenden Jahren wird die Altersgrenze stufenweise auf 67 Jahre angehoben. Liegt das gesamte durchschnittliche Einkommen unter 773 Euro, sollte der Anspruch auf Grundsicherung geprüft werden lassen, so der Hinweis der Deutschen Rentenversicherung.

Keinen Anspruch auf Grundsicherung trotz voller Erwerbsminderung haben alle Menschen, wenn das jährliche Einkommen der Kinder oder Eltern den Betrag von 100.000 Euro überschreitet. Als Grundlage für die Berechnung der Grundsicherung dienen Regelbedarf und Regelleistungen von Hartz IV. Der angesetzte Mindestbedarf liegt bei rund 840 Euro pro Monat.

Tipp! Finanzielle Nachteile bei einer Erwerbsminderung mit Berufsunfähigkeitsversicherung vermeiden.


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