GDV: Dargestellte Verluste durch Lebensversicherungen sind falsch

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„Die vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung führt zu erheblichen Verlusten“. Die Medien stürzten sich auf die ermittelten Zahlen von rund 16 Milliarden Euro pro Jahr, auf die der Versicherungskunde verzichten muss. Der GDV hält jedoch dagegen und sieht die Grundlagen der Analysen als unhaltbar.

„Falsche Annahmen und Voraussetzungen“

Versicherungskündigungen
Irreführung mit falschen Zahlen?
Bild: tommyS / pixelio.de

In der Branche der Lebensversicherungen scheint sich eine offene Auseinandersetzung zwischen den Medien und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) entwickelt zu haben. Wiederholt geht der Verband in seiner defensiven Position in eine Offensive über und versucht klar zu stellen, dass die durch Medien vermeintlich gestreuten Gerüchte über massive Verluste durch Lebensversicherungen schlicht falsch seien.

Klare Ansage: „Diese Zahlen sind falsch“
Medien berichteten über Kunden, die durch die vorzeitige Kündigung ihrer Lebensversicherungspolicen pro Jahr einen Gesamtverlust in Höhe von 16 Milliarden Euro hinnehmen müssten, seien falsch, so der GDV. Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV, erklärte zur von Prof. Andreas Oehler 2011 erstmals veröffentlichten Analyse, „der Untersuchung liegen so viele offenkundig falsche Annahmen zugrunde, dass ihre erneute Veröffentlichung wirklich erstaunen muss“.

„Erneute Studie ist nicht haltbar“
Der GDV kritisierte die von Prof. Oehler veröffentlichte Studie in zahlreichen Punkten als nicht haltbar und stellte einige Positionen in einem anderen Blickwinkel dar.
Die auf lediglich 1.115 gekündigte Verträge basierende Studie innerhalb der vergangenen 10 Jahre wäre nicht repräsentativ. Es handelte sich ausschließlich um Fälle, bei denen sich Kunden beschwerten. In Deutschland gäbe es zum Zeitpunkt mehr als 90 Millionen Renten- und Lebensversicherungsverträge.

Die von Prof. Oehler angenommene Stornoquote für die Analyse beträgt 6 Prozent. Der GDV sieht jedoch im Zeitraum der vergangenen 10 Jahren eine durchschnittliche Stornoquote von rund 3,8 Prozent. Inzwischen sei der Wert innerhalb der letzten Jahre auf 3,5 Prozent gesunken.

Als absolut unrealistisch sieht der Verband die von Oehler dargestellten durchschnittlichen Verlust in Höhe von 4.200,- Euro pro gekündigten Vertrag. Branchenüblich wäre dagegen 1.200,- Euro bei einkalkulierter einmaligen Abschlussprovision und einer vereinbarten Laufzeit von 25 Jahren mit mtl. Beiträgen von je 100,- Euro. Wenn überhaupt mit Verlusten zu rechnen wäre, dann nur bei Kündigungen innerhalb der ersten Jahre zum Vertrag, so der Versicherungsverband.

Die von Prof. Oehler genannten Beispiele basierten in den meisten Fällen auf einer inzwischen ungültigen Rechtslage, so der GDV. Inzwischen gibt es einen gesetzlich vorgegebenen Mindestrückkaufswert. Heute erhalten die Kunden einer Lebensversicherung innerhalb den ersten 5 Jahren der Vertragslaufzeit deutlich höhere Rückkaufswerte als die von Prof. Oehler durchgeführte Untersuchung darstellte. Das gilt seit 2008, in dem die Reform des Versicherungsvertragsgesetzes in Kraft trat.

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