GDV beklagt geringe Lust auf Altersvorsorge der Deutschen

Rente –


Die Deutschen sorgten zu wenig privat für ihre spätere Rente vor. Die jährlichen Ausgaben liegen unter dem europäischen Durchschnitt. Als wenn es nur daran läge, dass schlicht die „Lust“ an der Altersversorgung fehlte.

Langeweile

Bei der Altersvorsorge zeige der Deutsche nur wenig Lust auf Engagement

Dänen sorgen 3x „besser“ vor als Deutsche

Wer im Rentenalter über ein dem gewohnten Lebensstandard entsprechendes Einkommen verfügen möchte, kommt an einer privaten Altersvorsorge nicht herum. Das ist von der Versicherungswirtschaft so gewollt und die Politik setzt dies um. Den „guten Vorsätzen zuwider“ zahlen die Bundesbewohner trotz aller bisher vorgenommen Maßnahmen zur Umsetzung des „3-Säulen-System“ in der Altersversorgung noch immer zu wenig in die private Zusatzrente ein. Im Durchschnitt seien es nur 1.099 Euro pro Jahr, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). In anderen europäischen Ländern werde wesentlich mehr in Lebens- und Rentenversicherungen eingezahlt.

Der Versicherungsverband schließt sich dem Resultat aus der Erhebung des europäischen Versicherungsverbands Insurance Europe an, dass die Bereitschaft für eine Privatvorsorge im Bundesgebiet weit weniger stark ausgeprägt sei als in zahlreichen anderen europäischen Ländern. Demnach geben die Dänen mit durchschnittlich 3.830 Euro das Dreifache pro Jahr aus. Der europäische Durchschnitt lege bei 1.189 Euro und damit sogar etwas höher als der deutsche. In der Türkei, in Bulgarien und in Rumänien sei faktisch gar keine private Vorsorge über eine Lebens- und Rentenversicherung vorhanden. Der GDV weist jedoch darauf hin, dass sich die staatlichen Alterssicherungssystem je nach Länder stark unterschieden und auch die Familie eine große Rolle für eine Absicherung der Menschen im Rentenalter spiele.

Sollte das Auto wichtiger sein als die Rente?

Während der Aufwand für die private Rentenversorgung im Bundesgebiet unter dem Durchschnitt Europas liege, bewege sich die „Pro-Kopf-Prämie“ bei der Auto-Haftpflicht und Kaskoversicherung mit 327 Euro pro Jahr deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Dieser liege bei 230 Euro pro Jahr.

Als wenn die Höhe der für Versicherungen bezahlte Prämien eine erstrebenswerte Errungenschaft sei, hebt der Versicherungsverband den jährlichen Aufwand für Schaden- und Unfallpolicen hervor. Der europäische Durchschnitt lag im Jahr 2017 bei 621 Euro. Im Bundesgebiet befand sich die durchschnittliche Jahresprämie mit 828 Euro bereits deutlich darüber. Allerdings seien andere „uns voraus“, da u.a. in Frankreich 970 Euro, in Österreich 1.045 Euro und in der Schweiz 1.723 Euro pro Jahr für diese Versicherungen bezahlt würden.

Völlig verzerrter Kontext

Der Hinweis auf die „Fortschrittlichkeit“ der Länder, in denen die Prämien weitaus höher ausfallen als im Bundesgebiet, könnte auch als eine Botschaft an die Versicherungswirtschaft gedeutet werden. Man möge doch endlich die Prämien soweit anheben, dass der „Rückstand“ aufgeholt werden kann.

Sollten die Prämien für Kfz-Versicherungen schlicht und einfach günstiger erhältlich sein, dann würde das jährliche Aufkommen ebenso schlicht und einfach entsprechend absinken.

Die „Lust auf Altersvorsorge“ ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist der finanzielle Spielraum. Das „übrige Geld“ will erst mal vorhanden sein, um die Versicherer mit einem höheren Aufwand für die Altersvorsorge zufrieden stellen zu können. In der Schweiz sind die höchsten Brutto- wie auch Netto-Gehälter zu finden. 5.725 Euro brutto, bei 17, Prozent Steuer. In Dänemark ist zwar mit rund 40,7 Prozent die höchste Einkommensteuer zu finden, aber dies lässt von zweithöchsten Bruttoeinkommen (5.225 Euro) immerhin noch das vierthöchste Nettoeinkommen übrig (3.100 Euro). Im Bundesgebiet bleiben von 3.703 Euro brutto nach 38,7 Prozent Lohnsteuer nur noch 2.270 Euro übrig.

Wer heute eine Versorgungslücke im Rentenalter vermeiden will, müsste bei einer angenommenen Rendite von 2 Prozent und der Berücksichtigung der Inflation fast 40 Prozent seines Netto-Einkommens aufwenden. Dabei ist schon berücksichtigt, dass dem Rentner (aus welchen Gründen auch immer) ein Bedarf von lediglich 70 bis 80 Prozent dessen zugerechnet wird, was er als Arbeitnehmer zum Leben benötigte.




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