EZB-Geldpolitik treibt Lebensversicherer in die Enge

Altersvorsorge? –


Die Unternehmen einer Lebensversicherung werden von der Niedrigzinspolitik zusehends in die Enge getrieben. Noch werden notwendige Anpassungsmaßnahmen als Innovation beschrieben, doch gefolgt wird lediglich der EZB auf dem Weg in eine Sackgasse. Am Ende trägt der Sparer die Risiken.

Schiefe EZB

Die „Innovationskraft“ der EZB wird zum bösen Erwachen führen

EZB-Geldpolitik noch als Innovationskraft bezeichnet

Mit den anhaltenden Niedrig- und Nullzinsen in der Eurozone gerieten neben den Sparern auch die großen Lebensversicherungskonzerne unter erhöhten Druck. Während der „Normalsparer“ überwiegend an den klassischen Sparanlagen festhält, investieren die Versicherungsunternehmen u.a. im größeren Stil in Staatsanleihen und Pfandbriefen. Zumindest galt dies noch bis zur Überschreitung einer bestimmten „Schmerzgrenze“. Mit einer kräftigen Portion (Zweck-) Optimismus bezeichnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) als einen Innovationsantreiber. Die Anlagestrategie musste aufgrund der Unrentabilität kräftig umstrukturiert werden. Weg von Pfandbriefen sowie Staatspapieren und hin zu Schuldscheindarlehen oder Unternehmensanleihen, so der GDV. Ein erhöhtes Gewicht liege nun auch in Aktien, Beteiligungen und Infrastruktur.

„Modifizierte Garantien“ sind die Risiken für Sparer

Der „Normalsparer“ sitzt jedoch auch hier mit seinem vollem Engagement im gleichen Boot. Noch erreichten die Lebensversicherer lt. Verbandsangaben trotz der vorherrschenden Nullzinsen eine durchschnittliche Rendite von 3 Prozent und diese könne sich sehen lassen. Der Wermutstropfen besteht jedoch darin, dass inzwischen rund zwei Drittel aller Neugeschäfte in der Lebensversicherungsbranche auf „Produkte mit modifizierten Garantien“ entfallen. Im Klartext: Die gewohnte Garantie auf Renditen läuft mit den Altbeständen aus. Der GDV bezeichnet die Umstrukturierung der Anlageklassen als Innovation im Rahmen der Reaktionen auf die EZB-Geldpolitik.

Sparer könnten auf Anweisung auch alles verlieren

Am Ende trifft es wie immer den Sparer. Aus seiner Sicht stellen die Niedrigzinsen neben den Verzicht auf einträgliche Renditen auch ein erhöhtes Risiko dar. Die sog. Innovationen der Versicherungsunternehmen folgen lediglich dem Einbahnstraßen-Kurs der EZB. Ein weiteres heikles Risiko für die Sparer ist die Möglichkeit der Finanzaufsichtsbehörde, die Versicherung bei deren finanziellen Schieflage dazu zu verdonnern, die vertraglich vereinbarten Leistungen an den Kunden zu reduzieren. Eine Untergrenze ist nicht festgelegt, somit wäre auch der vollständige Leistungsausfall möglich. Die besondere Würze liegt darin, dass Versicherungsnehmer trotz einer verordneten Leistungsreduzierung (oder Streichung) die Beiträge weiterhin in voller Höhe zu leisten haben.

Interessenskonflikt bei den Versicherungsunternehmen?

Da nun auch Versicherungsunternehmen verstärkt in Unternehmensanleihen engagiert sind, kann deren Interesse auch nur darin liegen, die Zinsen möglichst niedrig zu halten. Immer mehr Unternehmen sind inzwischen von Niedrigzinsen abhängig. Billige Kredite und Neukredite für die dringend notwendigen Refinanzierungen. Steigt der Zins, ist mit einer Pleitewelle zu rechnen und damit gingen auch die von den Versicherungsunternehmen gehaltenen Anleihen den Bach hinunter. Ein Teufelskreislauf.

Wenn Versicherungsunternehmen vom demografischen Wandel sprechen, dann in der Regel aufgrund des notwendigen erhöhten Eigenaufwandes, da immer Rentner den immer weniger werdenden Einzahlern gegenüber stünden. Die geburtenstarken Jahrgänge werden in den kommenden Jahren in Rente gehen und damit auch ihre noch relativ erträglichen Lebensversicherungen auflösen. Somit ist auch mit einer Auflösung seitens der Versicherungsunternehmen gehaltenen Papiere zu rechnen und zwar reihenweise. Eine Überschwemmung der Handelsplätze mit Aktien würde den Preis enorm nach unten drücken. Auch nicht gerade glänzende Aussichten für die Sparer.

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