Drohende Altersarmut im großen Ausmaß befürchtet

Altersarmut im Rentenalter-

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Opposition der Bundesregierung sind mit Ursula von der Leyen einer Meinung. Die Altersarmut wird eintreten, allerdings in einem größeren Ausmaß, als es die Arbeitsministerin offenbar selbst befürchtet.

Die gesamte Mittelschicht wird von Armut betroffen sein

Altersarmut
Unsicheres Rentenalter

Die warnenden Worte der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Altersarmut könne in bereits 20 Jahren zu großen Ausmaßen führen, blieben nicht ungehört. Auch wenn der Appell der Ministerin wohl auch dem Hintergrund diente, der Einführung einer Zuschussrente etwas nachzuhelfen, wird die Rechnung nicht aufgehen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bestätigte die Aussage der drohenden finanziellen Unterversorgung der zukünftigen Rentner. Annelie Buntenbach, DGB-Vorstand, erklärte der Passauer Neuen Presse (Montagsausgabe), dass „die Senkung des Rentenniveaus geradewegs in die massenhafte Altersarmut führen wird“.

Sollte die Bundesregierung „den Sturzflug des Rentenniveaus nicht aufhalten, drohe die Altersarmut längst nicht mehr nur Geringverdienern, sondern der breiten Mittelschicht“, warnte die DGB-Chefin. Eine Zuschussrente würde aufgrund der hohen Hürden nicht helfen können, denn kaum jemand könnte sie in Anspruch nehmen, argumentierte Buntenbach. Als „absolut unvernünftig“ bezeichnet die DGB-Chefin die geplante Senkung zu den Rentenbeiträgen. Sie warnte, „denn es ist klar: Wer heute die Beiträge senkt, kürzt die Rente von morgen“.

Nach den ersten Vorstellungen sollen Neurentner mit der Zuschussrente Bezüge von bis zu max. 850,- Euro erhalten, aber nur dann, wenn mindestens 40 Versicherungsjahre vorgewiesen werden könnten.

Buntenbach sieht eine „massenhafte Altersarmut“ bei der breiten Mittelschicht auf uns zukommen und fordert eine Aussetzung der geplanten Beitragsabsenkung zu den gesetzlichen Rentenversicherungen.

SPD und Grüne sehen die „Untauglichkeit“ der von der Arbeitsministerin von der Leyen geplante Zususchussrente als bestätigt an. Schließlich hätten die von ihr veröffentlichten Zahlen zur massenhaften Altersarmut bereits gezeigt, dass Zuschüsse für die Renten der Niedrigverdiener kaum geeignet sein können. Elke Ferner, SPD-Fraktionsvize, erklärte der Saarbrücker Zeitung, „Wegen der hohen Zugangshürden wird kaum jemand die Zuschussrente bekommen. Außerdem schafft sie neue Ungerechtigkeiten, weil viele Leute, die lange Vollzeit gearbeitet haben, am Ende auch nicht mehr Rente bekommen“.

Die Rettung des Rentensystems ist hoffnungsloses Unterfangen

Eigentlich sollte niemand überrascht sein, dass das Rentensystem, der „Generationsvertrag“, schon längst nicht mehr funktionieren kann. Alleine aus rein logischen Aspekten, funktioniert die Versorgung von weiter ansteigenden Rentnern durch immer weniger werdende Beitragszahler nicht.

Nächstes Jahr stehen die nächsten Bundestagswahlen an. Das ist viel mehr ein Grund, um „verzweifelt“ an einem Problem „herum zu doktoren“, statt reinen Tisch zu bereiten. Das gesetzliche Rentensystem ist zum Scheitern verurteilt, da hilft es auch nicht, kleine Notflicken an gigantische Finanzlöcher zu heften.

Bild: Frank Radel / pixelio.de

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