Bewertungsreserven Lebensversicherungen: Verluste für Versicherungsnehmer?

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Erneut stehen die Bewertungsreserven von Lebensversicherungen im Mittelpunkt der politischen Diskussionen zur Altersvorsorge. Wieder steht eine geplante Änderung zur Regelung um die teils „virtuellen“ Werte zur Debatte. Handelt es sich nun um eine Benachteiligung der Versicherungsnehmer oder um eine ausgleichende Umverteilung auf die gesamte Versicherungsgemeinschaft?

Börsen-Werte

Festverzinsliche Papiere dank Niedrigzins-Umfeld im temporären Bewertungs-Hoch

Eine temporäre Lösung für eine temporäre Situation

Die Bundesregierung plant eine Neuregelung zu den Bewertungsreserven bei den Lebensversicherungen. Der Aufschrei der Medien war groß. Versicherungsnehmer müssen auf Milliardenbeträge verzichten, die den Unternehmen zugute kämen. Betroffen seien vor allem die Verbraucher, deren Altersvorsorge in diesem Jahr ausläuft bzw. gekündigt wird. Sie müssten auf erhebliche Anteile aus der Bewertungsreserve verzichten.

Somit wären die Kunden fälliger Lebensversicherungen die „Verlierer“, wer aber wäre der „Gewinner“? Nicht die Versicherungsunternehmen, so die Klarstellung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der geminderte Anteil der Bewertungsreserve für die fälligen Policen sei nicht die Ersparnis der Versicherungsgesellschaften. Es handelte sich um eine gerechte Umverteilung auf die gesamte Versichertengemeinschaft.

Das Niedrigzins-Niveau der letzten Jahre und die lockere Geldpolitik der Zentralbanken trieben die Werte festverzinslichen Wertpapiere in ungewöhnliche Höhen. Im Gegensatz zu Kapitalanlagen aus Aktien und Immobilien, sei der Wertzuwachs bei festverzinslichen Papieren lediglich vorübergehender Natur. Mit dem Näherrücken der Fälligkeit von festverzinslichen Papieren fällt auch der Wert deren Bewertungsreserve. Mit der Fälligkeit dieser Papiere beträgt die Bewertungsreserve gleich Null. In der Regel werden vom Versicherer festverzinsliche Papiere bis zum Ende gehalten. Somit liegen auch die Erträge mit deren Fälligkeit bei Null.

Umverteilung der Bewertungsreserven auf gesamte Versichertengemeinschaft

Im Jahr 2014 befindet sich ein Großteil der festverzinslichen Papiere in einem Hoch der (temporären) Bewertungsreserven. Werden deren Werte nun als Grundlage für die demnächst fälligen Ausschüttungen verwendet, so profitierte nur ein sehr geringer Teil der Versichertengemeinschaft von sehr hohen Anteilen. Der „große Rest“ von rund 95 Prozent hätte das Nachsehen. Eine Neuregelung der Bewertungsreserven würden die 95 Prozent besser stellen, argumentiert der GDV. Die Gesellschaften wären nicht mehr dazu gezwungen, hoch verzinste Papiere zu veräußern, um die nun fälligen Altersvorsorge-Policen bedienen zu können. Damit blieben auch für die zukünftige Versichertengemeinschaft die finanziellen Mittel erhalten.

Demnach sei die derzeitige Regelung für die Mehrheit der Versicherten ungerecht. Die noch weiter laufenden Verträge werden durch „hohe Sonderausschüttungen“ an die demnächst fälligen Verträge benachteiligt. Der Preis dafür wären noch niedrigere Zinsen in den kommenden Jahren.

Die Neuregelung hat nicht die Abschaffung der Bewertungsreserven zum Ziel
Die angepasste Regelung solle nur so lange Bestand haben, bis das „künstliche Niedrigzinsumfeld“ ein Ende gefunden habe. Die Bewertungsreserven aus Immobilien und Aktien stehen ohnehin nicht zur Diskussion.

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