bAV: Entgeltumwandlung nicht ausreichend genutzt

Betriebliche Altersvorsorge-


Die betriebliche Altersversorgung (bAV) wird nicht ausreichen, um die hinterlassenen Lücken der gesetzlichen Rentenversicherung schließen zu können. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten einer Entgeltumwandlung weder von Betrieben noch von Beschäftigten flächendeckend genutzt. Das Prinzip der privaten, bzw. betrieblichen Vorsorge geht jedoch an den heutigen Geringverdienern prinzipiell vorbei.

Unzureichendes Nutzen der Entgeltumwandlung

Altersversorgung
Unbeschwertes Rentenalter?

Nachdem die Umfrage und die anschließenden Auswertungen der Postbank das alarmierende Ergebnis eines dramatischen Interessen-Rückgangs zur Ergänzung der privaten Altersvorsorge ergaben, zeigen die Analysen des Wirtschafs- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung zur betrieblichen Altersvorsorge ähnliche Hinweise von großen Lücken in der Altersversorgung.

Demnach reicht die betriebliche Altersversorgung nicht aus, um die aus Reformen entstandenen Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung zu schließen, obgleich die bAV besonders in Großbetrieben als sehr verbreitet gilt.

Dennoch liegt keine flächendeckende Absicherung in Form einer betrieblichen Altersversorgung vor. Eine für mitbestimmte Betriebe, ab 20 Beschäftigten, geltende repräsentative Untersuchung geht hervor, dass 72 Prozent ihren Mitarbeitern ein Angebot für die betriebliche Altersversorgung unterbreiten. Die Betriebsräte gaben im Durchschnitt an, dass ein Angebot zur Entgeltumwandlung von rund 40 Prozent der Beschäftigten genutzt werde. Die Nutzungsquote aller befragten Betriebe (knapp 2.000), inklusive den Unternehmen, die kein Angebot bereitstellen, liegt bei lediglich 23 Prozent.

Starke Einkommensabhängigkeit
Mit Stützung auf die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) weist WSI-Forscher Blank darauf hin, dass die Nutzung der betrieblichen Altersversorgung stark vom jeweiligen Einkommen des Arbeitnehmers abhängt.

Von den Beschäftigten, die einen Bruttostundenlohn um 10,- Euro oder weniger vorweisen können, nutzen lediglich 6,2 Prozent die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung. Dagegen nutzen die Besserverdienenden mit Stundenlöhnen über 23,- Euro die Entgeltumwandlung zu gut einem Drittel.

Blank stellt zu diesem Ergebnis die derzeit viel diskutierte Zuschussrente infrage. Diese solle in der Zukunft an die Rentner ausgezahlt werden, die früher als Geringverdiener für die Altersversorgung privat oder betrieblich vorgesorgt hatten. Ausgerechnet aber dieser Gruppe fehle es an den finanziellen Mitteln, so Blank.

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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