Donnerstag, den 19. Juli 2018

Anhebung Mindestlohn Pflegekräfte: Unterschied bleibt

Pflege


Die Pflegekommission des Bundesarbeitsministeriums einigte sich auf eine stufenweise Anhebung des Mindestlohns für Pflegekräfte. Allerdings bleibt in der Mindestlohnhöhe ein gewollter Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländern.

Lohnunterschied wird konsequent beibehalten

Pflegerisiko

Bei Pflege verschiedene Qualitätsansprüche?

Für die Pflegekräfte wird ab dem 01. Januar 2018 ein höherer Mindestlohn gelten. Am 25. April einigte sich die Pflegekommission auf einen Mindestlohn von 10,55 Euro in den alten Bundesländern und 10,05 Euro in den neuen Bundesländern.

Bis Januar 2020 soll der Lohn in zwei Stufen angehoben werden und im Anschluss mindestens 11,35 Euro bzw. 10,85 Euro betragen.

Eine Regelung über diese Zeit hinaus ist derzeit nicht vorgesehen.

Stufenweise Anhebung der Mindestlöhne für Pflegekräfte

Stichtag Alte Bundesländer
Höhe – Steigerung
Neue Bundesländer
Höhe – Steigerung
ab 01.11.2017 10,20 €- % 9,50 €- %
ab 01.01.2018 10,55 € – 3,4 % 10,05 € – 5,8 %
ab 01.01.2019 11,05 € – 4,7 % 10,55 € – 5,0 %
ab 01.01.2020 11,35 € – 2,7 % 10,85 € – 2,8 %

Ab 2020 bleibt ein offenes Ende

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zeigte sich erfreut über die Einigung der Pflegekommission, die Mindestlöhne für Pflegekräfte anzuheben. „Pflege ist kein Beruf wie jeder andere. Sie ist Dienst vom Menschen am Menschen und zentral für unsere älter werdende Gesellschaft. Der Bedarf an guter, qualifizierter und motivierter Arbeit wächst in allen Pflegebereichen. Der Mindestlohn ist ein Beitrag dazu, die Qualität in diesem Berufsfeld zu sichern und faire Wettbewerbsbedingungen für die Einrichtungen zu schaffen“, so Nahles.

Offenbar gebraucht Nahles für die Pflegequalität zweierlei Maßstäbe. Während der allgemeine Mindestlohn in der Bundesrepublik flächendeckend gilt, erhalten die Pflegekräfte in den neuen Bundesländern einen deutlich geringeren Mindestlohn als ihre Kollegen in den alten Bundesländern. Die Bundesregierung schrieb auf ihre Fahnen, die soziale Ungleichheit bis zum Jahr 2025 abgeschafft zu haben. Das Arbeitsministerium will diese Linie offenbar konsequent durchziehen, zumindest bis 2020 und mit offenem Ende.




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