400 Euro Job – Steuererklärung erscheint wichtiger als die Altersvorsorge

Altersvorsorge – Betriebliche Altersvorsorge baV für Geringverdiener-

„Den Jahresurlaub jetzt klären, die Rente irgendwann später“


Kleinverdiener mit einem sog. 400 Euro Job könnten für die Altersvorsorge zahlreiche Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge (baV) nutzen. Die Vorsorge im MiniJob-Sektor ist jedoch nur ein Nischen-Thema.

Die gesetzlichen Rentenversicherungen werden mit ihren (eigentlich) klammen Kassen jeden Arbeitnehmer treffen, der heute einer beruflichen Tätigkeit nachgeht. Soweit das Renteneintrittsalter nicht im Laufe der nächsten Jahrzehnte buchstäblich nach oben davonläuft, werden die heutigen Arbeitnehmer voraussichtlich vor immer geringeren Rentenbezügen stehen. Das „marode“ Rentensystem trifft Vollzeitbeschäftigte ebenso wie Teilzeitkräfte und die sog. Mini-Jobber, bzw. 400 Euro Jobs. Das Verhältnis zwischen Einkommen bei Berufstätigkeit und den danach zu erwartenden Rentenbezügen, ist schon längst in eine kritische Schieflage geraten.

Sich wiederholende Pflichten heften sich ans Bewußtsein – Die Rente scheint weit weg

Altersvorsorge MiniJobs
400 Euro Jobs - Nur wenige nutzen
Vorteile der Altersvorsorge
© Benjamin Thorn / pixelio.de

Was ständig wiederholt wird, bleibt beständig in Erinnerung.
Die meisten Arbeitnehmer stehen alljährlich vor dem Papierkrieg der Steuererklärung. Der Fiskus will regelmäßig alles ganz genau wissen. Wer als Arbeitnehmer einst vollzeitbeschäftigt war und bereits mit Einkommensteuererklärungen zu kämpfen hatte, wird auch bei einem 400 Euro Job nach den Details befragt. Steuererklärungen würden die meisten Arbeitnehmer gerne aus dem Weg gehen wollen, doch die unfreiwillige Aufforderung, ggf. auch Erinnerung durch die Finanzagentur, erinnern beständig an die Pflichten. Damit Steuerklärungen für das Vorjahr so schnell und reibungslos wie möglich abgeschlossen werden, bemühen sich zahlreiche Arbeitnehmer sogar um aktuelle Informationen über Sparpotenziale, Pflichtangaben und evt. möglichen „Steuer-Tricks“. Um jeden eingesparten Euro wird „gekämpft“.

Ein ganz anderes Bild bietet sich bei der privaten Altersvorsorge. Besonders für junge Menschen ist das Thema Rente und Rentenalter weit weg von der Gegenwart. „Später werde ich wohl für die Rente vorsorgen, aber warum heute schon?“. Die Einstellung verleitet zu Wiederholungen und die kommenden Jahre scheinen immer schneller zu verstreichen, bis letztendlich in die Themen wie Fahrzeugkauf, Familiengründung und Immobilienerwerb höhere Prioritäten gesetzt werden. „Eine Rentenvorsorge „kostet“ Geld und bringt mir heute nichts ein.“ Das böse Erwachen käme dann beim ersten Rentenbescheid.

„Nur 400 Euro Job. Bleibt kein Geld mehr übrig für die Altersvorsorge“ (?)

Eine unterschätzte Versorgungslücke im Rentenalter gilt besonders für Kleinverdiener. Weniger als 5 Prozent der Haushalte in Deutschland, mit einem geringeren Netto-Einkommen als 1.000,- Euro, sichern sich mit einer privaten Altersvorsorge ab. Das Ergebnis fand das Institut für Management (IMWF) im Auftrag der Hannoverschen nach der Befragung von 1.014 Deutschen heraus. Obwohl für Geringverdiener sogar Möglichkeiten bestehen, die private Rentenvorsorge kostenneutral zu gestalten, werden die offenen Chancen offenbar übersehen und somit vertan.

Viele kennen die Versorgungslücke, nur wenige handeln danach

Eine Diskrepanz besteht zwischen der Bereitschaft, sich um eine betriebliche Altersvorsorge zu kümmern und den tatsächlich abgeschlossenen Vorsorge-Policen. Rund ein Drittel der Deutschen stuft die betriebliche Altersvorsorge als wichtig ein, aber weniger als die Hälfte hat den Weg zur tatsächlichen Umsetzung eingeschlagen. Geringverdiener durch 400 Euro Jobs stufen die Brisanz einer notwendigen Rentenvorsorge ebenso hoch ein wie Vollzeitbeschäftigte, aber nur ein Siebtel der geringfügig Beschäftigten kümmerten sich auch tatsächlich darum.

Christine Brekerbaum, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei der Hannoverschen, sieht bei den Geringverdienern eine große Informationslücke. Die zahlreichen Möglichkeiten und Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge werden meist gar nicht erkannt.

400 Euro Job und Altersvorsorge lassen sich kostenneutral verbinden

Gerade bei den Geringverdienern würde sich eine vorteilhafte Verbindung zwischen der alljährlichen „Steuererklärungspflicht“ und der privaten Altersvorsorge ergeben. Die Beiträge zur Rentenvorsorge werden auch bei Gering-, bzw. Kleinverdienern direkt vom Bruttogehalt abgezogen und sind in großen Bereichen sozialabgaben- und steuerfrei. Wer sich bereits mit einem 400 Euro Job über mögliche Steuereinsparungen ausführlich informierte, findet mit der Altersvorsorge ein neues „Forschungs-Feld“. Eine Altersvorsorge für Geringverdiener kann durchaus ohne finanziellen Aufwand kostenneutral gestaltet werden.

Geleistete Beiträge zur baV sind sicher vor Zugriffen Dritter

Vermögenswirksame Leistungen durch den Arbeitgeber können mit zusätzlichen Vorteilen für eine betriebliche Altersvorsorge (baV) eingesetzt werden. Selbst bei Insolvenz des Arbeitgebers oder dem Rückfall in die Hartz-IV Regelung, sind bisher geleistete Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge vor Zugriffen geschützt.

Wer bereits einen 400 Euro Verdienst hat, will den Status nicht verlieren

Geringverdiener wollen den Status 400 Euro Job möglichst beibehalten. Wer durch Überstunden oder andere Mehrleistungen auch nur geringfügig die Grenzen der Definition „Minijob“ überschreitet, wird steuerlich umgehend „hochgestuft“. Eine betriebliche Altersvorsorge bietet für diese Fälle elegante Wege, um ggf. durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber betretene „Grau-Zonen“ -Bereiche wieder zu verlassen. Extra-Zahlungen lassen sich einfach in eine betriebliche Altersvorsorge umwandeln.

Die Geldbeträge für Mehrleistungen werden direkt in die baV mit den Vorteilen der Sozialabgaben- und Steuerbefreiungen eingezahlt. Der Arbeitnehmer sorgt mit Extraleistungen für höhere Rentenbezüge im Alter vor und behält gleichzeitig den Status eines Geringverdieners auf 400 Euro Basis.

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Ein Gedanke zu „400 Euro Job – Steuererklärung erscheint wichtiger als die Altersvorsorge

  • 9. September 2014 um 9:38
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    Die Art der Altersvorsorge, so wie wir diese derzeit kennen, wird sich in der Zukunft sehr stark verändern. Die Prioritäten werden sich weg vom staatlichen System hin zur privaten Vorsorge verschieben. Die Hauptproblematik liegt hierbei in der demographischen Entwicklung. Aufgrund des in den meisten europäischen Ländern vorherrschenden Umlageverfahren wird es zukünftig nicht mehr möglich sein, dass aktuelle staatliche Alterssystem aufrecht zu erhalten. Mit starken Kürzungen ist hierbei zu rechnen. Die private Altersvorsorge, welche grundsätzlich auf ein kapitalbasierendes System aufbaut, wird immer wichtiger werden. Je nach Risikotyp kann und sollte man unterschiedlich privat für das Alter vorsorgen. So kann je nach Typ kann ein Aktieninvestment, eine Versicherung, Edelmetalle oder bloß ein Sparbuch, dass ideale Vorsorgeprodukt sein. In Wirklichkeit ist nur eines wichtig, nämlich dass man bereits in jungen Zeiten an die Altersvorsorge denkt!

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