1. Quartal 2014: Lebensversicherer stehen vor Scherbenhaufen

Entwicklung Altersvorsorge-


Das Jahr 2014 begann für die Lebensversicherer alarmierend schlecht. Der Geschäftsbereich der Renten- und Kapitallebensversicherung musste in den ersten drei Monaten weitere herbe Rückgänge erleiden. Der GDV spricht vom „Pillenknick“.

Versicherungsbilanzen

Mehr als eine Herausforderung. Die Lebensversicherer stehen vor harten Zeiten

Die Lebensversicherer stecken offensichtlich in einer dicken Krise, da immer weniger Bundesbürger ihr Heil der abgesicherten Altersruhe in einer Privaten Rentenversicherung bzw. Kapital-Lebensversicherung suchen. Der Abwärtstrend im vergangenen Jahr ging nahtlos und ohne Richtungsänderung ins Jahr 2014 über. Das erste Quartal zeigt für die Branche alarmierende Ergebnisse.

Das Neugeschäft der Lebensversicherer musste im vergangenen Jahr einen Rückgang bei den laufenden Beiträgen um 13 Prozent hinnehmen. Die ersten drei Monate des Jahres 2014 ergaben ein sehr ähnliches Bild. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sackte der laufende Beitrag auf 1,21 Milliarden Euro ab. Das entspricht einem Rückgang um 11,3 Prozent. Diese Zahlen gehen aus einem internen Schreiben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, das dem manager magazin online vorliegt.

Der Pillenknick sei Schuld am massiven Rückgang bei den laufenden Beiträgen

Der GDV sieht jedoch nicht ein Mangel an Vertrauen, ausgelöst durch die anhaltende Finanzkrise, den Grund für den erneut massiven Rückgang der laufenden Beiträge, sondern den „Pillenknick“ der 70-er Jahre. Die geburtenschwachen Jahrgänge seien im Geschäft nun vollständig durchgeschlagen. Im Altersbereich zwischen 20 und 40 Jahren würden nun weniger Menschen eine Altersvorsorge abschließen.

Attraktivität der privaten Altersvorsorge ist stark eingetrübt

manager magazin wittert jedoch eine weitere Wahrheit als nur den „Knick durch die Pille“. Die Altersvorsorgepolicen haben demnach schlicht und ergreifend an Attraktivität verloren. Die Ablaufleistungen sind permanent abgesunken und die geplante Neuregelung zu den Bewertungsreserven würde vermutlich die Versicherungskunden mit ablaufenden Verträgen benachteiligen.

Die Aktuare der Lebensversicherer empfohlen bereits eine weitere Absenkung der Garantieverzinsung auf 1,25 Prozent ab dem kommenden Jahr.

Die Ratingagentur Assekurata berechnete bereits gegen Null tendierende Renditen bei privaten Rentenversicherungen mit einer Vertragslaufzeit von 20 Jahren oder weniger. Am Ende bliebe den Kunden nur die Aussicht auf Überschusszahlungen und diese sind nicht garantiert.

Selbst der vermeintliche Rettungsanker der Versicherer, die Privatrentenversicherung mit Einmalbetrag, ist lt. dem Magazin in den ersten drei Monaten um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal eingebrochen.

Die Basisrente (Rüruprente) erlitt im ersten Quartal 2014 einen herben Einbruch. Mit im gesamten Bundesgebiet 22.500 abgeschlossenen Neuverträgen brach dieser Zweig der privaten Altersvorsorge um rund 48 Prozent ein. Axel Kleinlein, Vorstandssprecher Bund der Versicherten (BDV), kommentierte dem manager magazin, dass „das Projekt Basisrente in Deutschland“ nun als endgültig „gescheitert betrachtet werden“ könne.





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