Samstag, den 7. Juli 2018

Zeit für Griechenland und Bundesregierung wird knapp

Griechenlandkrise


Die Zeit für Griechenland und Bundesregierung wird knapp. Auf der einen Seite geht wieder das Geld aus. Auf der anderen Seite sitzen die Gläubiger im Nacken und der IWF beharrt nach wie vor auf einen Schuldenschnitt, ganz zu Lasten der Steuerzahler.

IWF fordert nach wie vor einen Schuldenschnitt

Eurokrise

Schuldenerlass bringt Bundesregierung in Erklärungsnot

Das in Aussicht gestellte Entgegenkommen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur „Unterstützung“ Griechenlands kennt klare Grenzen und vor allem alte Vorbedingungen. Die sog. Griechenland-Retter aus der Eurozone und besonders die Bundesregierung drängen den IWF zu einer erneuten Beteiligung an den Kreditpaketen. Das laufende dritte „Hilfsprogramm“ für Athen umfasst eine zugesagte Geldsumme von bis zu rund 86 Milliarden Euro, doch ohne Anteile des IWF.

Doch der IWF beharrt nach wie vor an einer „Restrukturierung“ der bereits angehäuften Schulden Griechenlands. Das heißt nichts anderes als ein Schuldenschnitt und das käme der Bundesregierung vor der anstehenden Bundestagswahl 2017 äußerst ungelegen. Denn bei einem Schuldenschnitt könnte mit Hilfe der Medien der Ball zu den bevorzugt geretteten privaten Gläubiger flach gehalten werden, aber kaum zum offensichtlichen Prellen der Steuerzahler. Es liegt eigentlich klar auf der Hand, dass vor allem die Bundesregierung federführend daran beteiligt war, die Forderungen der privaten Gläubiger mit Steuermitteln zu befriedigen. Die vor dem Ausfall gestandenen Forderungen der privaten Investoren sind von der Berliner und Brüsseler Politik zum Risiko der Steuerzahler umfunktioniert worden. Der private Bankensektor hatte dieses Fiasko obendrein noch ausgelöst.

Die bisher an Athen überwiesene Summe betrug im Herbst 2016 rund 248 Milliarden Euro. Die Schuldenquote Griechenlands erhöhte sich Dank der „Rettungsaktionen“ auf über 170 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP).

Im Sommer 2017 werden für Athen rund 9 Milliarden Euro für die Begleichung alter Schulden fällig. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beharrt auf eine Beteiligung des IWF am eigentlichen Fortsetzung der Neuverschuldung Griechenlands. Ihm scheinen die Banken, Hedgefonds und weitere private Investoren im Nacken zu sitzen. Das ist die Gruppe, die von einer weiteren „Rettung“ Griechenlands zu 90 Prozent profitiert.




  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

IWF beharrt auf Schuldenschnitt für Griechenland
IWF beharrt auf Schuldenschnitt für Griechenland

Griechenlandkrise – Der Internationale Währungsfonds und die Bundesregierung stehen in der Frage des Schuldenschnitts für Griechenland nach wie vor auf gegensätzlichen... 

Griechenland Parlament akzeptiert weitere Rentenkürzungen
Griechenland Parlament akzeptiert weitere Rentenkürzungen

Griechenlandkrise – Das Parlament Griechenlands hat die von Kreditgebern geforderten Steuererhöhungen und Rentenkürzungen zur Freigabe weiterer Gelder aus dem „Rettungspaket“... 

Griechenlands Wirtschaft ist im Jahr 2016 geschrumpft
Griechenlands Wirtschaft ist im Jahr 2016 geschrumpft

Griechenlandkrise – Die Wirtschaft Griechenlands schrumpfte im Jahr 2016 um „nur“ 0,05 Prozent. Eine Erfolgsmeldung. Die Prognosen gingen von 0,5 Prozent aus.... 

Umfrage: Euro kaum Schuld an Griechenlandkrise
Umfrage: Euro kaum Schuld an Griechenlandkrise

Griechenlandkrise – Eine Umfrage will festgestellt haben, dass die meisten Griechen die Gründe für ihre massive Krisensituation nicht in der Gemeinschaftswährung Euro suchten,... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Sozialabgaben: Geringverdiener sollen ab 2019 entlastet werden
Sozialabgaben: Geringverdiener sollen ab 2019 entlastet werden

Arbeitsmarkt – Beschäftigte mit geringem Einkommen sollen nach Vorstellung des Bundesarbeitsministers durch die Anhebung der Schwelle für volle Sozialbeiträge ab 2019 entlastet... 

Forschungsinstitute sehen steigende Risiken für Konjunktur Euroraum
Forschungsinstitute sehen steigende Risiken für Konjunktur Euroraum

Konjunktur – Mit ifo, Istat und KOF sehen drei Forschungsinstitute gebremstes Wachstum und steigende Risiken auf die Wirtschaftsentwicklung in der Eurzone zukommen. Risiken... 

Mindestlohnregelung sei ein BIP-Beschleuniger um bis zu 0,5%
Mindestlohnregelung sei ein BIP-Beschleuniger um bis zu 0,5%

Arbeitsmarkt – Die deutsche Wirtschaft profitiere von der Einführung der Mindestlohnregelung. Höhere Einkommen sorgten für höhere Kauflust. Der gesteigerte Konsum wirke... 

Faire Einkommensverteilung – Neue Maßstäbe im Ländervergleich
Faire Einkommensverteilung – Neue Maßstäbe im Ländervergleich

Chancengleichheit – Zur Ermittlung der Einkommensungleichheit in verschiedenen Ländern setzte das Münchner ifo Institut neue Maßstäbe an. In der Kategorie „unfaire... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.