USA profitieren weiterhin vom hohen Exportüberschuss der EU

Sonntag, den 19. August 2018

USA profitieren weiterhin vom hohen Exportüberschuss der EU

Handel


Die USA profitieren nach wie vor von den Handelsbilanzüberschüssen der exportierenden Länder. Aufgrund der Null-Deckung des US-Dollars kann nicht von einem unfairen Handel gegenüber den Staaten gesprochen werden.

Exportüberschüsse aus der EU in die USA gestiegen

BRD

Deutsche Wirtschaft
Das globale Zentrum des unfairen Handels

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Handel zwischen der EU und den USA zugunsten der Europäischen Union als unfair. Die EU exportiere zu viel Waren und Dienstleistungen in die USA und halte sich damit zurück, Waren und Dienstleistungen aus den Staaten zu beziehen. Mit den aktuellen Zahlen aus den ersten vier Monaten des Jahres 2018 hätte Trump nach seinem Verständnis eigentlich allen Grund, „auf die Barrikaden“ zu gehen.

Der Handelsüberschuss der Länder der EU gegenüber den USA kletterte in den Monaten Januar bis April 2018 auf 45,4 Milliarden Euro, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat meldete. Im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr lag der Überschuss bei 38,8 Milliarden Euro. Der Überschuss bildete sich aus Warenlieferungen mit einem Volumen von 130 Milliarden Euro in die USA und einem Bezug von Waren im Wert von 85 Milliarden Euro aus den USA.

Obwohl die Exportüberschüsse der Bundesrepublik gegenüber den USA rückläufig waren, bewegt sich das Ungleichgewicht zwischen Im- und Export nach wie vor auf („traditionell“) hohem Niveau.

Unfaires System gegenüber der deutschen Wirtschaft

Als unfair gegenüber den USA könnte der Handelsbilanzüberschuss dann bezeichnet werden, wenn die EU, speziell die deutsche Wirtschaft, die USA zur Abnahme der Waren und Dienstleistungen gegen eine entsprechende Vergütung zwingen würde. Ist dem aber so? Die USA befinden sich seit den 1970er Jahren im chronischen Defizit. Waren und Dienstleistungen werden in der Regel mit (völlig ungedeckten) US-Dollars bezahlt. Andernfalls bleiben lediglich Forderungen übrig, die nur wahrscheinlich irgendwann, irgendwie beglichen werden könnten.

Die „Fairness“ gegenüber der deutschen Wirtschaft wird im Eurosystem besonders deutlich sichtbar. Die Forderungen der Deutschen Bundesbank aus dem Target-2-System nähern sich inzwischen der Marke von 1 Billion Euro. Wie hoch die Chancen stehen, die Ausstände selbst bei anhaltendem Fortbestand des Euros wieder auszugleichen, zeigt bereits die Regel, dass eine Tilgung der Target-Forderungen gar nicht vorgesehen ist.




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