USA definiert „Achse des Bösen“ neu – Ebola, IS und Russland

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Die Seuche Ebola, die Grausamkeiten der IS-Milizen und die Russische Föderation. Offenbar legt die US-Regierung die „Achse des Bösen“ auf eine neue Grundlage, nachdem einige bisher verteufelte Staaten als helfende Mitstreiter ersucht wurden.

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Die USA definieren die Gefahren der Welt nach Tages-Stimmung – Russland mit Seuche gleichgestellt

„Achse des Bösen“ neu definiert – Seuche, radikale Islamisten und Russland

Die „Achse des Bösen“ wurde unter US-Präsident George W. Bush im Jahr 2002 „entdeckt“ und über Jahre hinweg gehegt und gepflegt. Die Richtung der Achse bestimmte Washington über die Länder Nord-Korea, Irak und dem Iran. Diese Länder wurden als eine Bedrohung der Welt identifiziert und mussten unabdinglich bekämpft werden.

Das Schicksal des Iraks kam einer Vierteilung gleich und kann an den heutigen Bruchstücken deutlich abgelesen werden. Zu Nord-Korea, der vermeintlichen Atommacht, beließ man die „Rettung der Welt“ bei den Kritiken zum Führungs-Stil des bubenhaften Kim Jong-un und den vereinzelten Raketen-Tests. Der Iran wurde zwischenzeitlich über den augenscheinlich angezettelten Syrien-Konflikt ins Visier genommen, aber letztendlich wieder fallen gelassen.

Derzeit gibt es andere Probleme. Der Islamische Staat, dessen Herkunft etwas im Dunkeln liegt, aber dennoch deutliche Rückstände des US-Geheimdienstes erkennen lassen, ist zum erklärten Hauptgegner des Welt-Polizisten USA erklärt worden. Offenbar eine gute Gelegenheit für Washington, den Fuß auf einen neuen Weg in die begehrten Territorien zu setzen. Statt ein Gegeneinander nun ein Miteinander und wenn man schon mal drinnen ist, dann zeigt man sich eben sehr unbeweglich.

Die von der US-Regierung gesuchte Unterstützung, u.a. bei „ehemaligen Mitgliedsländern der Achse des Bösen“, im Kampf gegen den IS, dürfte nicht von der puren Verzweiflung motiviert worden sein. Die Anfrage bei Russland stieß jedoch auf kalte Schultern, vor allem wenn die Pläne (frech) mit dem Einsatz von US-Truppen auf russischem Territorium verbunden sind. Die „Enttäuschung“ über die Abfuhr wurde prompt zum Ausdruck gebracht.

Ebola, Islamischer Staat und Russland – „Die 3 aktuellen Hauptprobleme der Erde“

Russland in einem Atemzug zusammen mit der Ebola-Seuche und dem Islamischen Staat (IS) als die derzeit größten Gefahren in der Welt zu benennen, ist schon arg weit aus dem Fenster hinaus gelehnt. Jedoch sehr bezeichnend für den zu Tage gelegten Stil der US-Außenpolitik, wenn diese Gleichsetzung vom US-Präsidenten Barack Obama (bzw. den geistigen Urhebern seiner Rede) bei der Uno-Vollversammlung vorgenommen wird.

Moskau nimmt diesen Vergleich zumindest nach außen mit der gleichen relativen Gelassenheit hin, wie diese zu den bisherigen Vorwürfen zur Ukraine-Krise gezeigt wurde. Die Stimme erhob jedoch der letzte Präsident der ehemaligen Sowjetunion Michail Gorbatschow mit ebenso unmissverständlichen Worten: „Die größte Seuche, die wir haben, ist Amerika und sein Anspruch auf die Führungsposition. Die Ukraine und andere Dinge dienen dabei nur als Vorwand.“

Michail Gorbatschow war es, der u.a. seine Zustimmung für die Wiedervereinigung der BRD und DDR sowie dem kompletten Abzug der Sowjet-Armee gab. Eine logische Konsequenz aus dem automatischen „Eintritt Ost-Deutschlands“ in die Nato. Ein Teil der Vereinbarung für den „bedingungsarmen“ Rückzug aus der Ex-DDR bestand darin, dass die Nato keine weiteren Erweiterungen in den Osten vornehmen wird. Die Landkarte der Nato-Mitgliedsländer spricht jedoch eine andere Sprache.

Russland wurde betrogen, lt. Gorbatschow zumindest „über den Tisch gezogen“. Die „Führungsnation“ USA als Drahtzieher und Deutschland als tatenloser und williger Zuschauer. Der ehemalige Regierungschef der UdSSR mutmaßte jedoch einen unterschwelligen Applaus bei der Bundesregierung über den „gelungenen Akt und wie einfach Russland über den Tisch gezogen werden konnte“.

Rückblickend auf die Entwicklungen der vergangenen rund 20 Jahre und angesichts der gegenwärtigen Politik zur Ukraine-Krise verwundert es nicht, dass Moskau gegenüber Washington kaum Vertrauen mehr zeigen kann. Ein von der US-Regierung gesuchter Schulterschluss im Kampf gegen die vorrückenden Milizen des IS erweist sich naturgemäß als äußerst schwierig.

Der Kreml übt sich weiter in Gelassenheit und sprach wiederholt den Verzicht auf die Antwort der letzten Sanktionsmaßnahmen durch die EU und den USA aus. Gorbatschow scheint ebenfalls auf dem Boden der Tatsachen zu verbleiben und befürwortet nach wie vor die Zusammenarbeit mit den USA. Auch in den Zeiten des kalten Krieges sei es ein schwieriges Unterfangen gewesen, die Beziehungen mit den USA zu verändern. Für die Bürger, die der Meinung waren, auf die USA könne man sich nicht verlassen, sei es auch schwierig gewesen. „Amerika ist aber ein großes Land, und wir müssen gute Beziehungen haben“, so der Ex-Regierungschef.





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