Donnerstag, den 20. September 2018

Ungleichgewicht Exporte und Importe nimmt 2018 zu

Konjunktur


Das Ungleichgewicht zwischen den Exporten und Importen der deutschen Wirtschaft wird im Jahr 2018 voraussichtlich so deutlich ausfallen wie noch nie zuvor.

Exportüberschuss 2018 voraussichtlich bei knapp 300 Mrd. Dollar.

Heisse Kartoffeln

Nur heiße Kartoffeln für Arbeitnehmer

Die deutsche Exportindustrie wird voraussichtlich Ende dieses Jahres zum dritten Mal in Folge den global größten Exportüberschuss vorweisen. Nach Einschätzung des Münchener ifo-Instituts wird der Handelsbilanzüberschuss fast die Marke von 300 Milliarden US-Dollar erreichen. Japan stehe auf Platz Zwei und komme mit rund 200 Milliarden Dollar erst mit großem Abstand zur deutschen „Exportwut“. Die Niederlande dürfte das Jahr 2018 mit ca. 110 Milliarden Dollar Überschuss abschließen.

Im vergangenen Jahr lag der deutsche Exportüberschuss bei rund 287 Milliarden Dollar. Damit hätte die deutsche Wirtschaft auf ihrem jährlichen Überschuss wiederholt einige Milliarden oben drauf gelegt. Japan wird den Exportüberschuss gegenüber dem vergangenen Jahr voraussichtlich um rund 3 Milliarden Euro unterschreiten. Obwohl China im Jahr 2017 als „Exportweltmeister“ galt, summierten sich die Überschüsse auf „nur“ 135 Milliarden US-Dollar.

Das Ungleichgewicht zwischen Exporten und Importen ist somit nirgends so deutlich ausgeprägt wie bei der deutschen Wirtschaft. Knapp 300 Milliarden Dollar Überschuss bedeuten, dass die Arbeitnehmer und Unternehmen im Schnitt pro Monat um rund 25 Milliarden Dollar mehr Waren produzierten bzw. Dienstleistungen verrichteten, als sie selbst in Anspruch nahmen. Ein Überschuss von rund 265 Euro pro Monat (bzw. 3.160 Euro pro Jahr) und pro Bundesbewohner. Gut 48 Millionen Bundesbewohner verrichten quasi einen (zusätzlichen) Mini-Job ohne jegliche Gegenleistung.




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