Dienstag, den 20. November 2018

Tarifverträge brachten Arbeitnehmern vermeintlich 3,1 % mehr Lohn ein

Konjunktur


Die Tarifverträge brachten den Arbeitnehmer im Laufe des ersten Halbjahres 2018 im Schnitt 3,1 Prozent mehr Gehalt ein. Ein Aufschlag, der sich bis Jahresende noch relativieren kann.

Brutto-Aufschlag, dann Abzüge, dann Inflation

Reichtum

Kaum Reichtum durch Tariflohn-Anhebung

Die Tarifbeschäftigten haben nach dem ersten Halbjahr 2018 im Schnitt 3,1 Prozent mehr Gehalt als noch ein Jahr zuvor, so die Einschätzung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Einen vergleichbaren hohen Anstieg gab es demnach zuletzt im Jahr 2014.

Der reale (Brutto-) Lohnzuwachs lag nach Abzug der durchschnittlichen Inflation (gemessen am Verbraucherpreisindex) bei 1,4 Prozent. Der vermeintliche reale Gehaltssprung nach oben berücksichtigt allerdings nicht die „Anpassungen“ der Abzüge für Lohnsteuer und Sozialabgaben. Ein Arbeitnehmer (alleinstehend, ohne Kirchensteuer) mit einem Bruttogehalt von 2.300 Euro erhielt vor dem Lohnanstieg nach sämtlichen Abzügen rund 1.559 ausbezahlt. Der Aufschlag um 3,1 Prozent bringt dem Arbeitnehmer ein Bruttolohn in Höhe von ca. 2.371 Euro ein und damit ein Netto-Einkommen in Höhe von ca. 1.598 Euro. Ein „satter Aufschlag“ von 39 Euro. Aufgrund der Inflation kann sich der Arbeitnehmer vom Nettolohn allerdings weniger leisten. Die Kaufkraft des „Netto-Plus“ entspricht nach Abzug der Teuerungsrate von 1,7 Prozent immerhin noch rund 38 Euro.

Am Ende des Jahres kann die Lage wiederum ganz anders aussehen. Die Inflationsrate lag zuletzt im Juli bei 2,0 Prozent und im Monat zuvor bei 2,1 Prozent. Der Mai markierte mit 2,2 Prozent den bisher höchsten Stand. Im zweiten Halbjahr sind lt. WSI nur noch wenig umfangreiche Tariflohnerhöhungen zu erwarten. Hält sich die Teuerungsrate auf hohem Niveau im Bereich von 2,0 Prozent, fällt das „reale Plus“ bei den Lohnentwicklungen im Jahresschnitt deutlich geringer aus.



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